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Notenfeder
Rechteckplattenfeder
Rechteckplattenfeder
Strichstärken der Helvetica Neue

In der Typografie ist die Strichstärke bei einer Schriftart die Breite einer mit einem physischen oder gedachten Schreibgerät erzeugten sichtbaren Linie, aus welchen die einzelnen Buchstaben einer Schriftart bestehen.[1]

Dabei wird unterschieden zwischen …

  • Schriftarten mit unterschiedlichen Strichstärken (siehe Bilder 1–3), etwa bei (Barock-)Antiqua-Schriften.

und

  • Schriftarten mit konstanter (bzw. konstant erscheinender) Strichstärke (siehe Bild 4), etwa bei Grotesk- und Egyptienne-Schriften.

Eine Schriftfamilie umfasst mehrere Schriftschnitte mit unterschiedlicher Strichstärke (siehe insbesondere Abschnitt Variation der Schriftstärke und Bild 4) – in diesem Zusammenhang auch als Schriftstärke, Schriftdicke oder Schriftfette (auch schlicht Fette) bezeichnet.

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Bei Schriftarten mit variabler Strichstärke unterscheidet man wiederum zwischen dem Haarstrich, der die feineren Linien in den Buchstabenformen bezeichnet, und dem Grundstrich oder Schattenstrich, der die kräftigeren Linien bezeichnet. Kurz werden diese Strichstärken auch als „Haar und Schatten“ bezeichnet.

Aufstrich ist ein ursprünglich aus der Kalligraphie stammender Begriff, der gleichbedeutend ist mit Haarstrich. Bei den Großbuchstaben „A“, „W“ und „V“ wird besonders deutlich, dass hier die normalerweise aufwärts geschriebenen Striche die dünneren sind. Abstrich ist entsprechend gleichbedeutend zu Grundstrich.

Die unterschiedlichen Strichstärken entstehen in der Kalligraphie, wenn eine breite Vogel- oder Bandzugfeder verwendet wird. Durch eine Schrägstellung der Schreibfeder gegenüber der Grundlinie entstehen für Auf- und Abstrich unterschiedliche Strichstärken (Kontrast). Natürlich wirkt sich die Schrägstellung der Schreibfeder auf alle Buchstaben aus, so ergeben sich bei Rundungen fließende Übergänge zwischen Grund- und Haarstrich.

Da die Neigung der Schreibfeder während des Schreibens konstant bleibt, stehen die reinen Grund- und Haarlinien (ohne die fließenden Übergänge) senkrecht aufeinander, und in einem konstanten Winkel zur Grundlinie. Diesen Winkel nennt man in der Typografie Schattenachse.

Da sich die Typografie, insbesondere zu Beginn des Buchdruckes mit beweglichen Lettern, stark an den handgeschriebenen Formen der Buchstaben orientierte, wurde diese Eigenheit des Strichstärkenkontrastes von Beginn an beim Entwurf der Satzschriftarten nachgeahmt. Bei Frakturschriften und vielen Dekorschriften (z. B. Bodoni, Broadway) ist die Betonung des Kontrastes ein häufiges Stilmittel.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Strichstärke – Bedeutung/Definition. In: Typografie-Fachlexikon. Typografie.info, abgerufen am 7. Februar 2019.