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Ein Stoßbeiwagen, auch Standbeiwagen genannt, ist ein Beiwagen einer Straßenbahn, der an der Endstation einer zweigleisigen Strecke ohne Wendeschleife, Gleisdreieck oder Umsetzgleis zum Einsatz kommt um – trotz minimaler Infrastruktur – dennoch einen Anhängerbetrieb zu ermöglichen. Im Gegensatz zur klassischen Umsetzendstelle mit drei Weichen, muss beim Einsatz von Stoßbeiwagen nur eine vorhanden sein. Dieses Verfahren war früher insbesondere bei der Straßenbahn Wien häufig anzutreffen, wird heute aber nirgendwo mehr praktiziert.

Die Endstelle hat dabei die Form einer Spitzkehre, das heißt eine ansonsten zweigleisige Strecke schließt mit einem kurzen eingleisigen Stumpfgleis ab. Hierbei wartet der Stoßbeiwagen – noch im zweigleisigen Bereich abgestellt – das Eintreffen des nächsten Kurses ab, von dessen Triebwagen er anschließend in den eingleisigen Bereich der Endstelle gestoßen wird. Von dort aus fährt er anschließend mit diesem zurück zur anderen Endstelle der Linie, während der gerade angekommene Beiwagen zum neuen Stoßbeiwagen wird und wiederum das Eintreffen des nächsten Zuges abwartet. Während des Aufenthalts an der Endstelle wird der Beiwagen vom Schaffner mit der Handbremse gegen Wegrollen gesichert und vor Vandalismus geschützt, dieser ist auch für das an- und abkuppeln seines Beiwagens zuständig.

Von Nachteil ist hierbei der zusätzliche Fahrzeugbedarf, weil für jede Endstelle mit diesem Verfahren ein zusätzlicher Anhänger samt Personal, das den Beiwagen vor allem gegen Wegrollen sichert, eingeplant werden muss. Im Gegenzug wird für den Wendevorgang weniger Zeit benötigt.

Eine Alternative zum Stoßbeiwagen stellt der Einsatz von Zwillingstriebwagen oder Steuerwagen dar. In diesen Fällen kann trotz Mehrwagenzügen sogar ganz auf Kuppelvorgänge verzichtet werden.

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