Standesherr

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Standesherr ist eine Bezeichnung für Adlige in verschiedenen deutschen Ländern und Österreich seit dem 18. Jahrhundert.

Standesherren gab es in zweifachem, zu unterscheidendem Sinne: Die Standesherren im Deutschen Bund waren Mitglieder jener Häuser des Hochadels, die nach 1806 (Ende des Heiligen Römischen Reichs) bzw. 1815 (Wiener Kongress) ihre Reichsunmittelbarkeit und Reichsstandschaft (und damit ihre relative Souveränität innerhalb des Reichsverbandes) verloren haben.

Ferner bezeichnete man so die Besitzer regionaler „freier Standesherrschaften“, welches Gutsherrschaften mit bestimmten politischen Sonderrechten waren, die von der Krone Böhmens herrührten und in Schlesien und den Lausitzen verbreitet waren.

Rechte und StatusBearbeiten

Standesherren übten in ihren Territorien landesherrliche Rechte wie die Gerichtsbarkeit und die Aufsicht in Schul- und Kirchensachen aus und hatten weitere Privilegien inne. Sie waren in den Ständevertretungen der deutschen Länder in der Fürstenkammer vertreten.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verloren sie einen großen Teil ihrer Rechte und Privilegien, so 1849 die Gerichtsbarkeit, blieben aber in den Landtagen vertreten.

LiteraturBearbeiten

  • Heinz Gollwitzer: Die Standesherren. Die politische und gesellschaftliche Stellung der Mediatisierten 1815–1918; Stuttgart 1957; 2. Auflage, Göttingen 1964.
  • Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten ... Zweites Supplement zur ersten und zweiten Ausgabe. Verlag Gebrüder Reichenberg, Leipzig 1843. S. 151–153 (Verzeichnis der Standesherrn in Preußen)

WeblinksBearbeiten