Hauptmenü öffnen

Stadtmuseum Eilenburg

Museum in Deutschland

Das Stadtmuseum Eilenburg ist ein hauptamtlich geleitetes Heimatmuseum in der sächsischen Stadt Eilenburg. Organisatorisch ist dem Stadtmuseum noch das Stadtarchiv Eilenburg zugeordnet. Der Zugang zu den Eilenburger Bergkellern ist im Rahmen von Führungen ausschließlich nach Anmeldung über das Stadtmuseum möglich.

Stadtmuseum Eilenburg
Eilenburg Gasthof Torgauer Straße 40.jpg
Das Museum befindet sich im historisch bedeutsamen Gasthof „Zum Roten Hirsch“
Daten
Ort Eilenburg, Sachsen
Art
Heimatmuseum
Eröffnung 1900
Besucheranzahl (jährlich) 5.524 (2015)
Betreiber
Städtischer Eigenbetrieb Kulturunternehmung Eilenburg
Leitung
Andreas Flegel
Website
ISIL DE-MUS-882015

GeschichteBearbeiten

Der Eilenburger Pfarrer und Heimatforscher Wilhelm Büchting gab im Jahr 1900 die Anregung zur Einrichtung eines Altertumsmuseums, das die vorhandenen Zeugnisse der Stadtgeschichte für das allgemeine Interesse ausstellen sollte. Für die Sammlung standen zunächst zwei Räume des Rathauses zur Verfügung. Im Laufe der Geschichte wechselte das Museum mehrmals seinen Standort, war unter anderem lange Zeit in der ehemaligen Ausflugsgaststätte Wilhelmshöhe untergebracht. Seit 2003 befindet sich die Einrichtung in zentraler Lage im historischen Gasthof „Zum Roten Hirsch“, einem Gebäude mit enormer stadtgeschichtlicher Bedeutung.

AusstellungBearbeiten

Das Museum präsentiert auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern Zeugnisse zur regionalen Geschichte beginnend im 10. Jahrhundert bis in die jüngere Vergangenheit.

Jahr Besucher
2008 6.337
2009 6.821
2010 5.671
2011 6.372
2012 5.711
2013 5.625
2014 6.051
2015 5.524
2015 6.514
2017 6.577

Gezeigt werden unter anderem das einzige in Deutschland erhaltene Prunkschwert aus dem 13./14. Jahrhundert, Reformationsdrucke aus der Eilenburger Druckerwerkstatt von Nikolaus Widemar mit seltenen Müntzer-Drucken sowie ein Stadtschreibertisch aus dem 17. Jahrhundert, auf dem wahrscheinlich 1646 der Friede von Eilenburg zwischen Schweden und Sachsen im Dreißigjährigen Krieg unterzeichnet wurde. Die Ausstellung nimmt weiterhin Bezug auf die Eilenburger Musikgeschichte, insbesondere auf das Leben und Wirken Martin Rinckarts, den Eilenburger Komponisten Franz Abt sowie die Orgelbautradition. Zu sehen sind auch die letzten bekannten Schriftzeugnisse Johann Sebastian Bachs. Eine Besonderheit ist die figürliche Deckenbemalung in der so genannten Renaissancestube, die bei Restaurationsarbeiten entdeckt wurde. Diesem Kunstwerk wird von Denkmalpflegern eine singuläre Stellung in Sachsen bescheinigt.

Zur ständigen Ausstellung des Stadtmuseums gehört seit 1991 das Historische Klassenzimmer anno 1925. Die Exponate stammen alle aus Eilenburger Schulen, unter anderem drei Reihen zweisitziger Bänke aus Holz, ein Lehrerpult, eine Rechentafel, ein Harmonium, ein Lehrmittelschrank und zahlreichen weiteren zeitgenössischen Utensilien.

Eine umfangreiche Spielzeugsammlung, die das Museum 2004 als Schenkung von der Schweizerin Ursula Andres-Frey (1931–2004) erhielt, beinhaltet tausende Exponate aus der Zeit von 1860 bis 1960.

Darüber hinaus gibt es mehrmals jährlich wechselnde Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen, so zum Beispiel: Luftkrieger im Raum Eilenburg-Torgau (2004), Kriegshandlungen in Eilenburg April '45 (2005), Malerei von Volker Pohlenz (2006), Fotografien von Oswald Lübeck (2009), Wendegeschehnissen in Eilenburg '89 (2009), 160 Jahre Konsumgenossenschaft in Eilenburg (2010), Kursächsische Postmeilensäulen (2012), Wanderausstellung zum Heimsystem in der DDR (2012) und Beatmusik in der DDR (2013).

VeranstaltungenBearbeiten

Das Museum bietet jährlich mehr als 200 museumspädagogische Veranstaltungen. Dazu gehören Schulstunden im historischen Klassenzimmer, Bergkellerführungen, thematische Führungen und Vorträge sowie Führungen im ECW-Wasserturm, Burgführungen und Stadtführungen. Jährlich zum Internationalen Museumstag findet die Eilenburger Museumsnacht statt. Hinzu kommen Lesungen, Buchpräsentationen, Tagungen und Tauschbörsen.

FörderungBearbeiten

Das Museum wird vom Kulturraum Leipziger Raum sowie der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen gefördert. Der Geschichts- und Museumsverein Eilenburg e. V. unterstützt die Arbeit des Museums.

WeblinksBearbeiten