Stadtkommandantur München

Die Stadtkommandantur München war die Kommandantur der bayerischen Armee in München. Sie war zuständig für die Verwaltung der bayerischen Truppen in der Stadt und mit dem Polizeipräsidium für die innere Sicherheit verantwortlich. Die Kommandantur war zum direkten Eingriff bei Unruhen befugt. Dies tat sie z. B. nach der Revolution von 1918 und während des Hitler-Putsches.

Seit 1872 existierten Kommandanturen in Bayern nur noch in den Festungen Ingolstadt und Germersheim, auf den Truppenübungsplätzen Lager Lechfeld, Hammelburg und Grafenwöhr und in der Hauptstadt München. Zu den Aufgaben des Kommandanten gehörte die Anordnung militärisch-polizeilicher Maßnahmen, die Organisation des Wachtdienstes, die Erhaltung der militärischen Anlagen und Gebäude und die Anordnung der Garnisonsparaden.

Stadtkommandantur MünchenBearbeiten

In München hatte die Kommandantur (vor 1872 Kommandantschaft) während des Königreichs vor allem repräsentativen Charakter. Sie war dem kommandierenden General des I. Armeekorps unterstellt. Von 1904 bis 1924 hatte sie ihren Sitz im Gebäude des Bayerischen Armeemuseums, der heutigen Bayerischen Staatskanzlei.

Nach der Novemberrevolution im Jahr 1918 wuchs die politische Macht der Stadtkommandanten, da er über bewaffnete Truppen verfügte, jedoch war seine Autorität nicht groß genug, um die Münchner Soldaten wirklich befehligen zu können. Während der Münchner Räterepublik (7. April bis 2. Mai 1919) war Rudolf Egelhofer Stadtkommandant, ihm folgte kurz darauf Wilhelm Weinberger. Nach dem Ende der Münchner Räterepublik wurde Oberstleutnant Adolf Herrgott Stadtkommandant. Zu seinem Stab gehörten unter anderem Ernst Röhm und Christian Roth (1873–1934). Während des Hitlerputschs (8. und 9. November 1923 in München) ergriff der damalige Stadtkommandant Jakob von Danner sehr früh Maßnahmen gegen die Akteure.

1945Bearbeiten

Am 28. April 1945 wurde Generalleutnant Rudolf Hübner, ein fanatischer Nationalsozialist, auf Befehl von Albert Kesselring zum „Kampfkommandanten von München“ ernannt. Unter seinem Kommando wurden in den letzten Kriegstagen noch viele Menschen gehängt oder erschossen. Hübner setzte sich „sang- und klanglos“ (Zitat Henke) ab, als München am 30. April 1945 eingenommen wurde.[1]

Sein Vorgänger Bernhard Hofmann (1896–1982) hatte dieses Amt vom 25. bis zum 28. April 1945 inne, er wurde „als nicht hart genug“ abgelöst.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Harold J. Gordon jr.: Hitlerputsch 1923. Machtkampf in Bayern 1923-1924, Frankfurt am Main 1971.
  • Christian Lankes: München als Garnison im 19. Jahrhundert (Militärgeschichte und Wehrwissenschaften 2), Berlin u. a. 1993.
  • Michael Seligmann: Aufstand der Räte, Grafenau-Döffingen 1989.

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Klaus-Dietmar Henke: Die amerikanische Besetzung Deutschlands, Seite 856 (Online in der Google-Buchsuche)
  2. verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de