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Die Kilianskirche 2015
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Die Kilianskirche, Zittauer Straße 34, ist eine der beiden evangelischen Dorfkirchen in Gispersleben, Thüringen. Ihr Patron ist der Heilige Kilian.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Kirchengemeinde wurde am 20. März 1143 erstmals in den Dokumenten des Klosters Petersberg in Erfurt als Kiliani-Gisbodisleybin erwähnt. Wie das Peterskloster und die Stadt Erfurt gehörte sie zum Bistum Mainz. Am 5. April 1375 übertrug Heinrich Beyer zu Boppard, Domdekan des Mainzer Erzbischofs Ludwig von Meißen, die Pfarrkirche St. Kyliani in Gispirsleven dem Priester Gunther von Wyhe bis auf Widerruf.[1] Ein evangelischer Pfarrer für die beiden Kirchgemeinden Kiliani und Viti ist 1571 nachweisbar.

Das bestehende Gebäude der Kilianikirche entstand nach dem großen Dorfbrand von 1733 an Stelle des Vorgängerbaues in Etappen. Der Turm wurde 1744 errichtet. Das Kirchenschiff mit der Doppelempore stammt aus dem Jahre 1792. Der spätbarocke Kanzelaltar stammt aus dem Jahr 1794. Die Hesse-Orgel mit dem original erhaltenen Prospekt wurde 1803 eingeweiht. 1833 wurde der Altarraum apsisartig verlängert.

1950 erfolgte die kommunale Eingliederung Gisperslebens in die Stadt Erfurt. 1974 bis 1980 wurde am ehemaligen südlichen Dorfrand ein großes Wohngebiet in Plattenbauweise für ca. 15.000 Einwohner errichtet, welches kirchlicherseits der Kilianigemeinde zugeordnet wurde. 1998 erfolgte ein Zusammenschluss der Gisperslebener Viti- und der Kilianigemeinde.

OrgelBearbeiten

Die Orgel wurde in den Jahren 1797 bis 1806 von Johann Michael Hesse aus Dachwig gebaut. Sie hat zwei Manuale und Pedal mit folgender Disposition:

I Hauptwerk C–
Bordun 16′
Prinzipal 8′
Hohlflöte 8′
Schweizerflöte 8′
Gedackt 8′
Viola da gamba 8′
Oktave 4′
Quinte 223
Oktave 2′
Mixtur 4fach
Zymbel 3fach
Trompete 8′
II Unterwerk C–
Flauto traverso 8′
Stillgedackt 8′
Quintadena 8′
Prinzipal 4′
Gedackt 4′
Sesquialtera 2fach
Oktave 2′
Mixtur 4fach
Zymbel 3fach
Glockenspiel
Pedal C–
Subbass 16′
Violinbass 16′
Oktavbass 8′
Bordun 8′
Posaune 16′

1834 erfolgten Reparatur und Erweiterung durch Johann Michael Hesse II, Dachwig; 1862 eine Reparatur durch Carl Daniel, Walschleben, 1907 Reparatur durch Albin Hickmann & Comp., Dachwig und 1985 die Restaurierung durch Herbert Löbling, Erfurt.

„Zur Zeit befindet sich die Orgel wieder in einem unbefriedigenden Zustand. Die Registerzüge können nur mit Mühe betätigt werden und die Stimmung läßt ein klangvolles Spielen der Orgel kaum noch zu. Es ist geplant, die Orgel erneut instand zu setzen und den Zustand der Orgel auf Dauer zu stabilisieren.“[2]

Quellen und WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Charter: Mainzer Ingrossaturbücher, Band 9 StA Wü, MIB 9 fol. 297 [1]
  2. Website der Evangelische Kirchengemeinde Erfurt-GisperslebenOrgelnDie Hesse-Orgel in der Kiliani-Kirche.

Koordinaten: 51° 1′ 0,6″ N, 10° 59′ 36,7″ O