St. Johannes der Täufer (Treis)

Kirchengebäude in Treis
Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer im April 2009
Blick auf den Altarraum
Blick zur Orgel

Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Treis-Karden an der Mosel ist ein neogotischer Kirchenbau.

Lage, Baugeschichte und AufbauBearbeiten

Der Vorläuferbau wurde zum Ende des 18. Jahrhunderts für die wachsende Gemeinde zu klein. Ein erster Entwurf des Architekten Froideau sah 1813 – noch zu französischer Zeit – eine tonnengewölbte Basilika mit einer Portalfront vor, die nach klassischen Maßen gestaltet war. Der Plan wurde in der Folgezeit durch die politischen Veränderungen verworfen und der Koblenzer Regierungsbaumeister Johann Claudius von Lassaulx bekam den Auftrag zur Gestaltung der neuen Kirche. Lassaulx wählte dazu den von ihm in dieser Gegend geprägten Stil der rheinischen Neogotik.

Das Kirchengebäude befindet sich auf einer erhöhten Lage zwischen dem Zillesberg und dem Münchelskopf und ist so aus der Ferne, beispielsweise von der nahe gelegenen Mosel aus, leicht zu erkennen. Dazu trägt auch der hohe Kirchturm mit Schieferhelm und konkaven Einzelflächen bei, die typisch für Lassaulx sind.

Die Grundsteinlegung war am 2. Mai 1824. Die Außenfassade wurde aus der für die Gegend markanten und typischen Grauwacke errichtet. 1828 war der Bau vollendet und wurde am 1. Juli des gleichen Jahres benediziert. Schutzpatron und Namensgeber der Kirche wurde Johannes der Täufer. Die Konsekration wurde am 26. Juni 1831 – dem Sonntag nach dem Johannistag – vom Trierer Bischof Joseph von Hommer zelebriert. Der Jahrestag der Kirchweihe, sowie das Patrozinium, werden seitdem in Treis jedes Jahr am Sonntag nach dem Johannistag als Kirmes gefeiert. Die Stumm-Orgel wurde 1836 fertiggestellt. Das Kirchenschiff ist über 47 m lang und etwa 23 m breit. Der Kirchturm ist vom Boden bis zu seiner Nadelspitze 73,5 m hoch. Die sechs Spitzbogenfenster sind knapp 7 m und durchbrechen die Langhauswände beider Seiten. Im Chor selbst sind keine Fenster.

Die Kirche ist seitdem in ihrem Äußeren nur wenig verändert worden. Beispielsweise musste der Turmhelm 1921 nach einem Brand in geringerer Höhe wieder aufgebaut werden.

AusstattungBearbeiten

Der Innenraum der Kirche ist in seiner Ausstattung deutlich als „Johannes-der-Täufer-Kirche“ geprägt. Ein großes Bildnis des Schutzpatrons von Matthias Schraudolph befindet sich im rechten der beiden Seitenaltäre. Der linke Seitenaltar trägt ein Hochbild des gleichen Künstlers von der Mutter Gottes. Darunter, in der Predella, sind jeweils kleinere Werke von Schraudolph. Links sind es Gemälde der Heiligen Monika, Margaretha und Katharina, sowie der Heiligen Barbara, Agnes und Elisabet. Am rechten Seitenaltar die Heiligen Joachim, Kastor und Aloysius, sowie Laurentius, Werner und Josef.

Die vier Kirchenfenster stellen die wichtigsten Ereignisse im Leben Johannes des Täufers dar:

  1. Die Verkündung seiner Geburt. Deinen Sohn sollst Du Johannes nennen.
  2. Die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes. Ich habe nötig von Dir getauft zu werden.
  3. Jesus und Johannes. Kein größerer Mensch als Johannes der Täufer.
  4. Die Enthauptung des Johannes. Er muss wachsen, ich muss abnehmen.

An der Außenfassade befindet sich eine weitere Statue von Johannes.

OrgelBearbeiten

Die Orgel wurde 1835 bis 1837 von den Orgelbauern Gebr. Stumm (Rhaunen-Sulzbach) erbaut. Das Orgelgehäuse entwarf vermutlich der Architekt der Kirche, Johann Claudius Lassaulx. Im Laufe der Zeit wurde das Instrument mehrfach umgestaltet und umdisponiert. 2013 wurde die Orgel von Johannes Klais Orgelbau (Bonn) umfassend restauriert, wobei die Originaldisposition wiederhergestellt wurde, und weitere Veränderungen rückgängig gemacht wurden. Das Schleifladen-Instrument hat 29 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[1]

I Unterwerk C–g3
Principal 8′
Gros Gedackt (B,D) 8′
Flautravers 8′
Geigenprincipal 4′
Spitzflöte 4′
Fernflöte 4′
Gemshorn 4′
Octav 2′
Flageolette 1′/2′
Krumhorn 8′
II Hauptwerk C–g3
Principal 16′
Bordon 16′
Principal 8′
Salicional 8′
Viole de Gambe 8′
Quintatoene 8′
Octav 4′
Salicional 4′
Klein Gedackt 4′
Quint 3′
Octav 2′
Mixtur III 2′
Trompet (B,D) 8′
Pedalwerk C–f1
Sub Baß 16′
Violon 16′
Octav Baß 8′
Octav 4′
Posaun Baß 16′
Trompet 8′

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Informationen zur Orgel auf der Website der Orgelbaufirma

WeblinksBearbeiten

Commons: St. Johannes der Täufer (Treis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 10′ 23″ N, 7° 18′ 11″ O