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Splendid isolation (wörtlich übersetzt: „wunderbare Isolation“) ist die Vergegenwärtigung und die Nutzung der geographischen Insellage des Vereinigten Königreichs in dessen Außenpolitik im späten 19. Jahrhundert bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit dem Hauptziel der Aufrechterhaltung des europäischen Mächtegleichgewichts.[1] Es bezeichnet insbesondere die Zeiten unter den beiden Premierministern Benjamin Disraeli und Robert Gascoyne-Cecil.

Der Begriff splendid isolation wurde von dem kanadischen Politiker George Eulas Foster geprägt, der die Redewendung erstmals am 16. Januar 1896 im kanadischen Unterhaus verwendete:[2]

“In these somewhat troublesome days when the great Mother Empire stands splendidly isolated in Europe.”

„In diesen etwas unangenehmen Tagen, in denen das große Mutterreich in Europa wunderbar isoliert steht.“

George Eulas Foster[3]

Am 22. Januar 1896 erschien der Begriff splendid isolation als Schlagzeile in der Tageszeitung The Times.[4] Am 5. Februar 1896 verwendete der kanadische Oppositionsführer Wilfrid Laurier im Unterhaus ebenfalls diese Redewendung. Populär wurde der Begriff, nachdem ihn George Goschen als First Lord of the Admiralty in einer Rede am 26. Februar 1896 gebraucht hatte:

“We have stood here alone in what is called isolation – our splendid isolation, as one of our colonial friends was good enough to call it.”

„Wir sind hier allein in einer so genannten Isolation gestanden – unserer wunderbaren Isolation, wie einer unserer Kolonialfreunde gut genug war, dies zu nennen.“

George Goschen[5]

Charakteristisch für die splendid isolation war eine äußerste Zurückhaltung bei der Beteiligung an dauerhaften Allianzen oder anderen Verpflichtungen gegenüber anderen Weltmächten bei gleichzeitigem Ausbau der überseeischen Kolonien, Protektorate und abhängigen Gebiete. Man war über Jahrhunderte hinweg praktisch unangreifbar und versuchte auch, sich so wenig wie möglich auf dem Festland einzumischen, oder wenn, dann als übergeordneter Schiedsrichter. Zusätzlich wollte das Vereinigte Königreich seine Kolonien verteidigen, da das Land wesentlich vom Handel lebte. Besonders der Seeweg nach Indien war wichtig.

Die splendid isolation wurde durch die Anglo-Japanische Allianz 1902 und insbesondere die Entente cordiale mit Frankreich im Jahr 1904 beendet. Das zunächst nur zur Klärung kolonialer Streitpunkte entworfene Bündnis mit Frankreich bildete den Grundstock für das Allianzsystem der Triple Entente, das 1907 zwischen dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Russland geschaffen wurde.

Die britische Zeitung The Guardian griff den Begriff der splendid isolation in einem Artikel über das Nichtbeitreten des Vereinigten Königreichs zur geplanten europäischen Fiskalunion am 9. Dezember 2011 auf.[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Term used to describe Britain's diplomatic isolation and attitude towards foreign policy before the outbreak of the First World War.“ BBC Schools Online: World War One Glossary (Abfragedatum: 10. Dezember 2011).
  2. John W. Wheeler-Bennett: A Wreath to Clio: Studies in British, American and German Affairs. Palgrave Macmillan, London 1967, ISBN 9781349816637, S. 22.
  3. George Eulas Foster zitiert nach Elizabeth Knowles (Hrsg.): The Oxford Dictionary of Quotations. University Press, Oxford 1999, ISBN 0-19-860173-5, S. 544.
  4. Elizabeth Knowles (Hrsg.): The Oxford Dictionary of Quotations. University Press, Oxford 1999, ISBN 0198601735, S. 544.
  5. George Goschen zitiert nach Nigel Rees: Mark my words: great quotations and the stories behind them. Barnes & Noble, New York City 2002, ISBN 978-0-7607-3532-9, S. 243.
  6. „The European question: will it be splendid isolation or miserable?“, guardian.co.uk, 9. Dezember 2011.