Als Spaltplatte werden zwei verschiedene Arten von Platten bezeichnet, die beide vornehmlich als Wand- und Bodenbelag eingesetzt werden:

NatursteinplattenBearbeiten

Spaltplatten aus Naturstein werden überwiegend aus leicht spaltbaren Sedimentgesteinen wie Schiefer und Wesersandstein und einigen metamorphen Gesteinen wie Quarzit hergestellt.

Schiefer kann oft mit geringem Kraftaufwand und dabei so dünn und gleichmäßig gespalten werden, dass daraus bis etwa 6 mm dünne Dachschieferplatten und Schiefertafeln hergestellt werden können.

Keramische PlattenBearbeiten

Keramische Spaltplatten sind Keramikfliesen, die in der DIN 14411 behandelt werden. Die Grünlinge werden durch Strangpressen hergestellt und erhalten dabei wie Langlochziegel einige durchlaufende Hohlkammern in Längsrichtung. Die Hohlkammern liegen mittig auf einer Linie und definieren so eine Sollbruchstelle, entlang derer die Platten nach dem Brand gespalten werden. Die Stege zwischen den Hohlkammern verbleiben jeweils zur Hälfte an der Rückseite der rechten und linken Spaltplatte. Spaltplatten sind dadurch mit etwa 20 bis 30 mm wesentlich stärker als moderne Keramikfliesen und erhalten eine gerillte Rückseite, die bei der Verlegung einen guten Verbund mit dem Klebemörtel ermöglicht. Die Doppelplatten aus Steinzeugmasse werden bei über 1200 C gebrannt.[1]

Glasierte SpaltplattenBearbeiten

Gespaltene Keramikfliesen wurden im 20. Jahrhundert häufig als Wand- und Bodenbelag eingesetzt. Sie eigenen sich auch als Belag für Treppen, Terrassen und Balkone.[1] Bekannt sind etwa die rechteckigen, farbig glasierten Spaltplatten in hellblauer, fahlgelber und rosa Farbtönen an den Wänden von Berliner U-Bahnstationen. Gelegentlich werden glasierte Spaltplatten auch als Fassadenbekleidung eingesetzt.

Unglasierte SpaltplattenBearbeiten

Spaltklinker werden ebenso wie gespaltene Verblender (Flach- und Sparverblender) häufig als Fassadenbekleidung verwendet.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b BauNetz: Spaltplatten | Fliesen und Platten | Glossar | Baunetz_Wissen. Abgerufen am 31. Juli 2019.