Sklavenfriedhof

Begräbnisstätte für während des Atlantischen Sklavenhandels an den Handelsplätzen in Europa sowie in Nord- und Südamerika verstorbene afrikanische Sklaven

Ein Sklavenfriedhof (engl. slave cemetery; frz. cimetière d’esclaves; portug. cemitério de escravos; span. cementerio de esclavos) ist eine Begräbnisstätte für während des Atlantischen Sklavenhandels an den Handelsplätzen in Europa sowie in Nord- und Südamerika verstorbene afrikanische Sklaven.

Gedenkstein für die Sklaven der Familie von George Washington (1929, Landsitz Mount Vernon)

Die Toten wurden weder auf christlichen Friedhöfen noch in Särgen bestattet, sondern in einfachen Erd- oder Abfallgruben verscharrt. Viele dieser archäologischen Fundstätten sind anonyme Massengräber.[1][2][3][4]

Ein großer Sklavenfriedhof ist der Küstenfriedhof in Sainte-Marguerite (Le Moule) auf Guadeloupe.[5]

George Washington mit seinem Sklaven William Lee (1780)

Auf dem ehemaligen Landsitz Mount Vernon des ersten Präsidenten der USA, George Washington, erinnert seit 1929 ein Gedenkstein an die Sklaven, die dort gelebt und gearbeitet haben.

Viele Sklavenfriedhöfe wurden erst in jüngerer Zeit entdeckt und wissenschaftlich erforscht.[6] An einigen wurden Gedenkstätten eingerichtet, wie zum Beispiel dem African Burial Ground in New York.

BeispieleBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mike Beckers Atlantischer Sklavenhandel: 150 Jahre alter Sklavenfriedhof freigelegt Spektrum.de, 12. März 2012.
  2. Hubert Filser: Archäologie: Menschen im Müll begraben Süddeutsche Zeitung, 16. September 2017.
  3. Angelika Franz: Sklavenhandel: Friedhof der Verschleppten Der Spiegel, 14. Februar 2012.
  4. Heidi Friedrich: Abgründe in New York wissen.de, abgerufen am 20. Januar 2021.
  5. Le Moule
  6. Die Sklaven von Lagos: Skelette an der Algarve L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, 10. Mai 2017.