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Als Skipper (von niederdeutsch Schipper / mittelniederdeutsch schipper, schiphere ‚Schiffsherr‘) bezeichnet man den verantwortlichen Boots- bzw. Schiffsführer in der Freizeitschifffahrt, umgangssprachlich auch in der Berufsschifffahrt. Der Skipper trägt die zivil- und strafrechtliche Verantwortung für die Sicherheit von Schiff und Besatzung. Ein Skipper muss nicht zwangsläufig Eigner (Eigentümer) des Schiffes oder für diese Aufgabe angestellt sein, auch muss er das Schiff nicht selbst steuern. Vor Fahrtantritt muss allerdings der Schiffsführer festgelegt sein (z. B. indem sich die Besatzung einigt) und dies im Logbuch dokumentiert werden. Ein Skipper muss im Besitz der jeweils für das Fahrtgebiet und den Bootstyp notwendigen Befähigungsnachweise wie Führerschein sowie ggf. Funkschein und sog. Pyroschein sein.

Inhaltsverzeichnis

Schiffe unter Deutscher FlaggeBearbeiten

Hobby-SkipperBearbeiten

Auf Binnengewässern in Deutschland benötigt der Skipper oder Sportbootführer einen Sportbootführerschein Binnen, auf den deutschen Seeschifffahrtsstraßen und Küstengewässern der sogenannten 3-Meilen-Zone einen Sportbootführerschein See, wenn die Motorleistung des Bootes 11,03 kW (15 PS) überschreitet. Der SBF Binnen gilt nur für nicht gewerblich genutzte Boote (eben Sportboote) bis zu einer Länge über alles (Lüa) bis 20,00 m, das heißt man darf ein Sportboot bis 19,99 m führen, aber eines von 20,00 m nicht mehr (auf dem Rhein bis 15,00 m)[1]. Es können jedoch lokale Regelungen durch Gemeinden erlassen werden, die auch bei geringerer Motorisierung den Führerschein in dem Fahrtgebiet der Gemeinde verlangen, bzw. umgekehrt können führerscheinfreie Fahrtgebiete erklärt werden. Der Skipper muss sich also immer vorher kundig machen, was im Fahrensgebiet verlangt und benötigt wird, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Fahren ohne den passenden Bootsführerschein zieht die gleichen Konsequenzen nach sich wie Fahren ohne Autoführerschein. Wenn ein Funkgerät an Bord ist, benötigt der Skipper das dafür nötige Zertifikat (Binnen: UBI; See: SRC oder LRC). Wenn an Bord Seenotsignalmittel mitgeführt werden, benötigt der Skipper dafür einen Fachkundenachweis.

Ein Skippertraining ist eine zusätzliche und freiwillige Praxisausbildung für Schiffsführer von Segel- oder Motor-Sportbooten.

Gewerbliche SkipperBearbeiten

Der Begriff Skipper kann eine Berufsbezeichnung darstellen, wenn er sich auf die gewerbliche Steuerung von Wasserfahrzeugen bezieht. Gewerblich bedeutet hier, dass der Skipper für seine Tätigkeit ein Gehalt bzw. Honorar bekommt. Auch bezahlte Skipper von Charteryachten ohne Ausbildungsabsicht zählen zur gewerblichen Sportschifffahrt.

Gewerbliche Skipper auf Schiffen unter deutscher Flagge unterstehen immer dem Schutz des Seearbeitsgesetzes und müssen vom Arbeitgeber bei der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (früher: SeeBG) gemeldet und sozialversichert sein. Gewerbliche Skipper auf Sportbooten mussten bisher in Deutschland, bzw. auf Sportbooten unter deutscher Flagge weltweit, Inhaber des Sportseeschifferscheins (Fahrtgebiet weltweit bis 30 sm Abstand von der Küste) beziehungsweise des Sporthochseeschifferscheins (unbegrenztes Fahrtgebiet) für den entsprechenden Yachttyp sein. Seit kurzem reicht bis 12 sm der Sportküstenschifferschein.

Skipper auf AusbildungsschiffenBearbeiten

Für gewerblich betriebene Ausbildungsschiffe, z. B. von Segel- oder Motorbootschulen und Vereinen, gilt gemäß SeeSpbootV obige Regelung, obwohl hier der wirtschaftliche Gewinn der Ausbildungsstätte oft im Vordergrund steht. Im Bereich der Binnenschifffahrtsstraßen und in Ausnahmefällen im Küstenbereich bis 3 sm benötigen Ausbildungsskipper wie Hobby-Skipper nur die für das Fahrtgebiet vorgeschriebenen Pflichtführerscheine.

Schiffsführer auf gewerblich betriebenen SchiffenBearbeiten

Gewerblich ist ein Wasserfahrzeug, wenn es mit der Absicht eines wirtschaftlichen Gewinnes betrieben wird. Dies trifft insbesondere für Passagier-, Handels- und Fischereischiffe (Kauffahrteischiff) zu. Solche Schiffe dürfen nur von einem Inhaber eines seemännischen Patents geführt werden.

SchweizBearbeiten

BinnenseenBearbeiten

Auf den schweizerischen Binnengewässern ist für Freizeitskipper zum Führen eines Schiffes ein Schiffsführerausweis erforderlich, sofern die Motorleistung 6 Kilowatt oder die Segelfläche 15 Quadratmeter übersteigt. Ein verantwortlicher Bootsführer muss allerdings für jedes Schiff bestimmt sein, unabhängig von der Führerscheinpflicht. Er oder sie ist für die Einhaltung der Vorschriften sowie für die Sicherheit des Schiffes und der Besatzung verantwortlich. Auch die korrekte Wartung und der Unterhalt der Sicherheitsausrüstung ist in seiner Verantwortung. Der Schiffsführerausweis der Kategorie A (Motorboote) erlaubt auch den gewerblichen Personentransport auf den Binnenseen.

Auf dem Bodensee ist derselbe Ausweis bereits ab einer Motorleistung von 4,4 Kilowatt oder einer Segelfläche von 12 Quadratmetern erforderlich – gemäss der Bodenseeschifffahrtsordnung gilt dieselbe Regel auch für deutsche und österreichische Boote auf diesem Grenzgewässer.

Hochseeyachten unter Schweizer FlaggeBearbeiten

Zum Führen einer Hochseeyacht unter Schweizer Flagge ist der schweizerische Hochseeausweis erforderlich. Er erlaubt – abhängig vom erworbenen Schein – das Führen von Segel- oder Motoryachten für Freizeitzwecke weltweit. Eine gewerbsmässige Beförderung von Personen oder Waren mit einer Yacht unter Schweizer Flagge ist generell verboten.[2]

Informelle AnredeBearbeiten

An Bord von Marineschiffen wird der Kapitän oft inoffiziell als Skipper bezeichnet. In vielen Marineinfanterieeinheiten werden vorgesetzte Offiziere oft inoffiziell bzw. anerkennend als Skipper bezeichnet.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die neue Sportbootführerscheinverordnung. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, abgerufen am 5. September 2017.
  2. Verordnung über die schweizerischen Jachten zur See (Artikel 17). 1. Juli 2009. Abgerufen am 16. Februar 2019.