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Schuler (Unternehmen)

deutsches Unternehmen auf dem Gebiet der Umformtechnik
Schuler Aktiengesellschaft

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0V9A22
Gründung 1839
Sitz Göppingen, Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 6.575[3]
Umsatz 1,212 Mrd. EUR[3]
Branche Maschinenbau
Website www.schulergroup.com
Stand: 31. Dezember 2018

Schuler AG Firmensitz in Göppingen

Die Schuler Aktiengesellschaft mit Stammsitz im baden-württembergischen Göppingen ist ein deutsches Unternehmen auf dem Gebiet der Umformtechnik und der weltweit größte Hersteller von Pressen. Auf den Pressen entstehen Karosseriebleche und andere Autoteile sowie zum Beispiel auch Spülbecken und Teile für Elektromotoren.

Das Unternehmen hat Produktionsstandorte in Deutschland, der Schweiz, Brasilien, USA und China und beliefert neben der Automobilindustrie deren Zulieferer, die Haushaltsgeräte- und Elektroindustrie sowie die Schmiede-, Energie-, Luft- und Raumfahrt- sowie die Eisenbahnindustrie und Münzstätten. Insgesamt ist das Unternehmen mit eigenen Standorten und Vertretungen in 40 Ländern präsent.[4]

2016 präsentierte Schuler mit dem "Smart Press Shop" erstmals ein Konzept zum Thema Industrie 4.0. Im intelligenten, voll vernetzten Presswerk der Zukunft soll es möglich werden, mögliche Stillstände vorherzusagen und schon im Vorfeld abzuwenden. Ziel ist es, die Produktivität der Maschinen zu sichern, die Qualität der gefertigten Teile zu erhöhen und den Energiebedarf zu senken.[5]

Das Unternehmen beschäftigte zum Jahresende 2018 weltweit 6.575 Mitarbeiter und erzielte in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 jeweils einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände aus Unternehmenskäufen, Steuern und Zinsen (EBITA) belief sich 2018 auf 45,3 Millionen Euro, das Konzernergebnis betrug 13,5 Mio. Euro.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

1839 gründete Louis Schuler das Unternehmen, das ab 1852 die ersten Blechbearbeitungsmaschinen produzierte. Im Jahr 1895 wurden die ersten Münzprägepressen nach China exportiert. Auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 zeigte Schuler die erste Transferpresse der Welt. 1924 wurde die erste Karosseriepresse für die Massenfertigung ausgeliefert. Ab 1961 begann die Internationalisierung. 1999 erfolgte der Börsengang und der Einstieg in die Lasertechnik mit der Übernahme der Firma Held Lasertechnik in Dietzenbach. Im Jahr 2007 wurde die Müller Weingarten AG von Schuler übernommen, zu der u. a. auch die Umformtechnik Erfurt gehörte. Durch die Übernahme entstand ein weltweit führender Anbieter von Umformtechnologie für die Metallverarbeitung mit einem Marktanteil von rund 35 Prozent.

Im selben Jahr führte Schuler die ServoDirekt Technologie für Pressen ein, die sich mittlerweile zum Industriestandard entwickelt hat.[6] 2014 folgte die TwinServo Technologie.[7]

Eine von Schuler gefertigte Doppelhebel-Tiefziehpresse aus dem Jahr 1928 blieb im Automobilwerk Eisenach erhalten und ist vor dem Museum Automobile welt in Eisenach als Technisches Denkmal aufgestellt, nachdem sie dort bis 1998 in Betrieb war.[8]

Als im Herbst 2012 der Anteil der in Streubesitz befindlichen Aktien unter 10 % sank, wurde die Aktie der Schuler AG aus dem Aktienindex SDAX herausgenommen.[9]

Die österreichische Andritz AG hat im Mai 2012 von der Familie Schuler-Voith 38,5 % der Aktien an der Schuler AG übernommen und den Aktionären ein Angebot über 20 Euro je Aktie unterbreitet. Mit dem Stand vom 15. Februar 2013 meldete Andritz bereits eine Beteiligungsquote von 93,57 Prozent, nachdem die Kartellbehörden zuvor ihre Zustimmung zur Übernahme erteilt hatten.[10][9]

Der Vorstand der Schuler AG beschloss im Frühjahr 2014, den Widerruf der Börsenzulassung der Aktien der Schuler AG (Delisting) zu beantragen.[11]

2017 wurde der Schuler Innovation Tower am Hauptsitz in Göppingen eingeweiht.[12]

Im Rahmen der Sponsoring-Aktivitäten unterstützt Schuler Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Bildung, soziale Belange und Engagements an den Standorten.[13] So hat etwa der Louis Schuler Fonds für Bildung und Wissenschaft e.V. den Auftrag, Nachwuchskräfte und Bildungseinrichtungen aus dem Bereich der Technik gezielt zu fördern.[14]

Im Juli 2019 kündigte Schuler an, 500 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Die Produktion in Göppingen soll vollständig eingestellt und dafür die Fertigung in China und Brasilien ausgebaut werden.[15]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schuler (Unternehmen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vorstand
  2. Aufsichtsrat
  3. a b Kennzahlen des Konzerns
  4. Geschäftsbericht 2011/12
  5. Smart Press Shop. Abgerufen am 18. März 2019.
  6. Hermann Jörg: Immer einen Schritt voraus. SMM - Schweizer MaschinenMarkt. 11. Oktober 2012. Abgerufen am 18. Oktober 2017.
  7. Servos ziehen von Unten. umformtechnik.net. Abgerufen am 18. Oktober 2017.
  8. Technisches Denkmal in Eisenach, aufgerufen am 1. Februar 2013
  9. a b Andritz: Schuler-Übernahme ohne Auflagen auf ORF vom 7. Februar 2013, abgerufen am 7. Februar 2013
  10. Aktuelle Finanznachrichten und Börseninfos direkt von der Quelle - dgap.de. Abgerufen am 18. März 2019.
  11. Delisting 2014, aufgerufen am 7. April 2014
  12. Schuler Innovation Tower eingeweiht. SCOPE-Online. 4. September 2017. Abgerufen am 18. Oktober 2017.
  13. Inge Czemmel: Mit "KiTec" entdecken Schüler die Welt der Technik. NWZ Südwest Presse. 20. August 2016. Abgerufen am 18. Oktober 2017.
  14. 50 Jahre Louis Schuler Fonds. Umformtechnik Massiv+Leichtbau. Abgerufen am 18. Oktober 2017.
  15. Göppinger Pressenhersteller Schuler baut 500 Stellen ab. SWR. Abgerufen am 30. Juli 2019.