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Schluckimpfung im Kindergarten 1960

Die Schluckimpfung ist eine Impfung mit einem Impfstoff, der oral aufgenommen wird.[1]

EigenschaftenBearbeiten

Der Impfstoff besteht meist aus funktionsfähigen, aber abgeschwächten Erregern (Lebendimpfstoff), die bei immunkompetenten Personen die Krankheit nicht auslösen können, z. B. aufgrund einer Attenuierung. Schluckimpfungen gibt es gegen Polio, Typhus,[2] Tuberkulose,[3] Cholera,[4][5] Rotavirus-Erkrankungen u. a.

Schluckimpfstoffe werden sowohl als immunogene Impfstoffe zur Erzeugung einer Immunantwort als auch als tolerogene Impfstoffe zur Hyposensibilisierung eingesetzt.[6][7]

AnwendungBearbeiten

Vorteile der Schluckimpfung sind, dass der Impfstoff nicht injiziert werden muss und billiger in der Produktion ist. Daher wird er gerne für Massenimpfungen eingesetzt. Früher wurde in der Bundesrepublik Deutschland – wo keine Impfpflicht besteht, sondern nur amtliche Impfempfehlungen gelten – mit dem Slogan „Schluckimpfung ist süß - Kinderlähmung ist grausam“ für eine Teilnahme an der Polio-Schluckimpfung geworben.

Nachteile sind, dass der Schluckimpfstoff an Wirksamkeit verliert, wenn gleichzeitig Magen-Darm-Infekte oder Diarrhoe vorliegen oder der Patient bestimmte Antibiotika einnimmt. Auch für immungeschwächte Personen sind orale Lebendimpfstoffe oftmals nicht geeignet, da wie auch bei anderen Lebendimpfstoffen in seltenen Fällen eine Erkrankung durch den Impferreger ausgelöst werden kann, was als Reversion des geschwächten Pathogens zum Wildtyp-Pathogen bezeichnet wird. Aus diesem Grund wird der Schluckimpfstoff gegen Polio seit 1999 in Europa nicht mehr verwendet, da es nach Ausrottung der Polio in Europa vereinzelt zu Polioerkrankungen durch diese Schluckimpfung kam.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. A. Azizi, A. Kumar, F. Diaz-Mitoma, J. Mestecky: Enhancing oral vaccine potency by targeting intestinal M cells. In: PLoS pathogens. Band 6, Nummer 11, 2010, S. e1001147, ISSN 1553-7374. doi:10.1371/journal.ppat.1001147. PMID 21085599. PMC 2978714 (freier Volltext).
  2. M. B. Sztein: Cell-mediated immunity and antibody responses elicited by attenuated Salmonella enterica Serovar Typhi strains used as live oral vaccines in humans. In: Clinical Infectious Diseases. Band 45 Suppl 1, Juli 2007, S. S15–S19, ISSN 1537-6591. doi:10.1086/518140. PMID 17582562. PDF (Memento des Originals vom 23. Dezember 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cid.oxfordjournals.org.
  3. T. C. Benévolo-de-Andrade, R. Monteiro-Maia, C. Cosgrove, L. R. Castello-Branco: BCG Moreau Rio de Janeiro: an oral vaccine against tuberculosis–review. In: Memórias do Instituto Oswaldo Cruz. Band 100, Nummer 5, August 2005, S. 459–465, ISSN 0074-0276. PMID 16184220. PDF.
  4. S. Shin, S. N. Desai, B. K. Sah, J. D. Clemens: Oral vaccines against cholera. In: Clinical Infectious Diseases. Band 52, Nummer 11, Juni 2011, S. 1343–1349, ISSN 1537-6591. doi:10.1093/cid/cir141. PMID 21498389. PDF.
  5. T. Nochi, H. Takagi, Y. Yuki, L. Yang, T. Masumura, M. Mejima, U. Nakanishi, A. Matsumura, A. Uozumi, T. Hiroi, S. Morita, K. Tanaka, F. Takaiwa, H. Kiyono: Rice-based mucosal vaccine as a global strategy for cold-chain- and needle-free vaccination. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 104, Nummer 26, Juni 2007, S. 10986–10991, ISSN 1091-6490. doi:10.1073/pnas.0703766104. PMID 17573530. PMC 1904174 (freier Volltext).
  6. F. Takaiwa: Seed-based oral vaccines as allergen-specific immunotherapies. In: Human vaccines. Band 7, Nummer 3, März 2011, S. 357–366, ISSN 1554-8619. PMID 21358268. PDF@1@2Vorlage:Toter Link/www.landesbioscience.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
  7. A. Tonks: Oral vaccines: A spoonful of antigen. In: BMJ (Clinical research ed.). Band 335, Nummer 7612, Juli 2007, S. 180–182, ISSN 1756-1833. doi:10.1136/bmj.39275.480000.AD. PMID 17656541. PMC 1934445 (freier Volltext).
  8. gesundheit.de: Polio: Warum Spritzimpfung statt Schluckimpfung?
  Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!