Sauerstoffgehalt des Blutes

Der Sauerstoffgehalt des Blutes (cO2) wird üblicherweise in der Einheit ml/dl angegeben und entspricht dann dem Gasvolumen Sauerstoff in ml, das in 100 ml Blut enthalten ist.

Es wird der arterielle (CaO2) vom venösen Sauerstoffgehalt (CvO2) unterschieden.[1] Die diagnostische Aussagekraft des arteriellen Sauerstoffgehaltes ist hoch, da er unter Berücksichtigung des Herzzeitvolumens Rückschlüsse auf die Versorgung des Patienten mit Sauerstoff zulässt.

ZusammensetzungBearbeiten

Die Menge des im Blut enthaltenen Sauerstoffs setzt sich zusammen aus dem chemisch an das Hämoglobin (Hb) gebundenen sowie dem im Blut gelösten Sauerstoff.[2]

Das Volumen des in einem Deziliter Blut an das Hämoglobin gebundenen Sauerstoffes ist abhängig von der Konzentration des Hämoglobins und dessen Sauerstoffsättigung. Die Konzentration des Hämoglobin wird in g/dl angegeben. Die Sauerstoffsättigung, d. h. der prozentuale Anteil des mit Sauerstoff gesättigten Hämoglobins (sO2) kann mit Hilfe einer Konstanten, der Hüfner-Zahl, in das Sauerstoffvolumen umgerechnet werden. Die Hüfner-Zahl gibt an, welche Menge Sauerstoff maximal an das Hämoglobin gebunden werden kann, und wird in der Literatur mit 1,34 ml/g (in vivo) oder 1,39 ml/g (in vitro) angegeben.

Das Volumen des im Blut gelösten Sauerstoffes errechnet sich aus dem Partialdruck des Sauerstoffes (pO2) und seiner Löslichkeit (Henry-Gesetz). Dieses macht im Normalfall nur einen geringen Anteil des gesamten im Blut transportierten Sauerstoffs aus.

Entsprechend lautet die Berechnungsformel für den arteriellen Sauerstoffgehalt:

CaO2 = SaO2 x Hb [g/dl] x 1,34 [ml/g] + paO2 [mmHg] x 0,0031 [1/mmHg*ml/dl] (SaO2 wird i. d. R. in % angegeben) [3]

NormwerteBearbeiten

Bedingt durch die geschlechtsunterschiedlichen Normwerte des Hämoglobins unterscheiden sich auch die Normwerte des Sauerstoffgehaltes im arteriellen Blut bei Männern und Frauen: Der CaO2 bei Männern beträgt 20,4 ml/dl und bei Frauen 18,6 ml/dl.[4] Im venösen Blut sind in der Regel 15 ml/dl enthalten. Die Differenz von CaO2 und CvO2 wird als arteriovenöse Sauerstoffgehaltsdifferenz oder arteriovenöse Sauerstoffdifferenz (avDO2) bezeichnet und liegt normalerweise bei etwa 5 ml/dl.[1]

Ein Unterschreiten des arteriellen Sauerstoffgehaltes unter die Normwerte wird als arterielle Hypoxämie bezeichnet. Ein Absinken des CaO2 auf einen Wert von unter 12 ml/dl gilt als kritisch.[5]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Heck, Fresenius: Repetitorium Anästhesiologie. Springer, Berlin; 5. Auflage 2007. ISBN 978-3-540-46575-1
  2. Hans Walter Striebel: Anästhesie Intensivmedizin Notfallmedizin. Schattauer Verlag, Stuttgart, New York; 7. Auflage 2009; ISBN 978-3-7945-2635-2, S. 344
  3. Wolfgang Oczenski: Atmen- Atemhilfen: Atemphysiologie und Beatmungstechnik. S. 89. Thieme Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-13-137698-5. Online: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  4. H. Burchardi, R. Larsen, R. Kuhlen, K.-W. Jauch, J. Schölmerich: Die Intensivmedizin. S. 162. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-72295-3. Online: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  5. Reinhard Larsen: Anästhesie. Urban und Schwarzenberg 1987; ISBN 3-541-11002-3, S. 81