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SV Neptun Aachen 1910

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Der SV Neptun Aachen 1910 e. V. ist ein Schwimmverein in Aachen im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

VereinsgeschichteBearbeiten

Der Schwimmverein Neptun 1910 e. V. wurde am 9. November 1910 gegründet. 37 Turner aus sieben Vereinen, die zu diesem Zeitpunkt Mitglied des „Verbandes Aachener Turnvereine“ (VATV) waren, schlossen sich zu einer Schwimmabteilung zusammen. An der Gründung war maßgeblich der Aachener Fabrikdirektor Pirnay beteiligt, der zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Einen großen Aufschwung erhielt der Verein durch die Einführung des Schwimmunterrichtes an preußischen Schulen als Pflichtfach im Jahre 1911. Im gleichen Jahr konnte der Verein mit der Elisabethhalle eine neue Schwimmhalle in Aachen beziehen, in der auch erstmals Frauen ein eigenes kleines Schwimmbecken erhielten.

Der Erste Weltkrieg hinterließ im Vereinsleben seine deutlichen Spuren. Trotz herber Rückschläge konnte man 1920 dem Deutschen Schwimmverband beitreten.

Mit Fertigstellung der Wasserspringanlage in der Westhalle gewann das Wasserspringen in Aachen eine neue Dimension. Erstmals konnte in Aachen nun auch vom 10-m-Turm trainiert werden. Mit dem weiteren Anbau einer Trockensprunganlage und dem Teilinternat entstand in Aachen eine der kompaktesten Trainingsstätten für Wasserspringen in ganz Deutschland. 2008 wurde die Westhalle durch Ratsbeschluss in Ulla-Klinger-Halle umbenannt.

Zu den großen Persönlichkeiten des SV Neptun Aachen zählte der ehemalige Vorsitzende Paul Bienen. Nachdem er 1929 den Vorsitz übernommen hatte, trieb er die Bildung der Springerschule massiv voran. 1938 machte der Verein mit Gertrud Bollinger beim Deutschen Schwimmfest in Breslau im Bereich Kunst- und Turmspringen erstmals überregional auf sich aufmerksam.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Verein seine Arbeit nur mühsam wieder aufnehmen. Erst 1948 konnte man wieder ein Nottraining anbieten. Die Wasserspringer erhielten an der Technischen Hochschule (TH) die Möglichkeit mit dem Trampolin zu trainieren. Diese Notlage war für den Verein ein Glücksfall, denn viele Studenten fanden den Weg zum Wassersport. Zu ihnen gehörte 1954 u. a. auch Otto-Eberhard Klinger, der 1962 die Leitung der Springerschule übernahm. Unter seiner Leitung begann ein rasanter Aufstieg des Vereins im Bereich der Kunst- und Turmspringer. Der SV Neptun generierte zahlreiche Deutsche Meister, Europameister und Jugendweltmeister. 1978 wurde seine Frau Ursula Klinger als Bundestrainerin in den Dienst des DSV gestellt. 2002 und 2008 richtete der SV Neptun unter der Leitung von Hans Alt-Küpers die Jugendweltmeisterschaften im Wasserspringen und jahrzehntelang das international hoch angesehene Lambertz-Printenspringen in Aachen aus. Der SV Neptun verdankt seine Spitzenstellung unter anderem auch Frau Gerta Nadenau, die für ihr erfolgreiches Engagement im Nachwuchsbereich hohe Auszeichnungen erhielt. Seit 2013 richtet der SV Neptun den Ulla Klinger Cup aus, ein internationaler Wasserspringwettkampf für Jugendliche der D- und C-Klasse (9–13 Jahre).

Der SV Neptun Aachen Abteilung Kunst- und Turmspringen ist Landesleistungszentrum NRW, Talentstützpunkt NRW und war bis 2013 Bundes- und Olympiastützpunkt; zurzeit ist sie Nachwuchsstützpunkt des DSV.

Neben den Kunst- und Turmspringern existieren noch die Schwimm-, Volleyball- und Ballettabteilung.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Kerstin Finke (Olympiateilnehmerin 1984)
  • Lucie Freitag-Fransen (Masters-Vizeweltmeisterin Turm 2004, zweifache Masters-Europameisterin 2005, zweifache Masters-Weltmeisterin 2006)
  • Elke Heinrichs (Olympiateilnehmerin und mehrfache Deutsche Meisterin)
  • Sascha Klein (Juniorenweltmeister 2002 3-Meter-Turm und Europameister 2008 Synchronspringen 10 Meter-Turm)
  • Ursula Klinger (Bundestrainerin)
  • Alex Kogale (Deutscher Meister 1-Meter-Brett 1993)
  • Andreas Lorenz (ehemaliger 1. Vorsitzender)
  • Willi Meyer (Deutscher Meister 1-Meter Brett 1988 und 1989, 3-Meter Brett 1988, Kombination 1988 und 1989)
  • Ursula Möckel (Olympiateilnehmerin 1976)
  • Gerta Nadenau (langjährige Jugendtrainerin, ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz sowie Egidius-Braun-Preis 2003)
  • Doris Pecher (mehrfache Deutsche Meisterin)
  • Renate Piotraschke (Olympiateilnehmerin 1976)
  • Uwe Strasek (mehrfacher Weltmeister in der Altersklasse 30-34 Jahren)
  • Stefan Ulrich (Deutscher Meister Kombination 1997 und 1998, Deutscher Meister Synchronspringen Turm 2001)

Ehemalige VereinsmitgliederBearbeiten

WeblinksBearbeiten