SUMKA

Partei im Iran

Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei Irans[1] (persisch حزب سوسیالیست ملی کارگران ایران Ḥezb-e Sosīālīst-e Mellī-e Kārgarān-e Īrān), besser bekannt durch ihre Abkürzung SUMKA (persisch سومکا), war eine Neo-Nazi-Partei im Iran.[3]

Nationalsozialistische Arbeiterpartei Irans (SUMKA)
Flag of SUMKA.svg
Partei­vorsitzender Davud Monshizadeh
Sprecher Shapour Zandnia
Gründung April 1952[1]
Aus­richtung Nationalismus
Faschismus[1][2]
Paniranismus[2]
Antiarabismus
Neonazismus
Antisemitismus
Antikommunismus[1]
Antiimperialismus
Mitglieder­zahl 600[1] (Stand: 1952)

GründungBearbeiten

Die Partei wurde 1952 von Davud Monshizadeh gegründet[4] und hatte geringe Unterstützung an iranischen Universitäten. Kritiker des letzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi behaupten, dass er einmal die SUMKA direkt finanziert hat.[5]

EntwicklungBearbeiten

Die SUMKA wurde kurzzeitig von jungen iranischen Nationalisten unterstützt, unter anderem von Dariush Homayoon, der am Anfang Mitglied war und später im Land prominent wurde.[5] Monshizadeh war ein Bewunderer von Adolf Hitler und ihm gefielen das Auftreten und die Methoden der NSDAP, wie z. B. deren Militarismus und den Hitlergruß. Daher übernahm die SUMKA das Hakenkreuz und schwarze Hemden als Teil ihrer Uniform.[5][6]

Während der kurzen Zeit, in der die Partei Einfluss hatte, war sie entschieden gegen die Regierung von Mohammed Mossadegh und arbeitete mit Fazlollah Zahedi in der Opposition. 1953 gehörte sie zu einer großen Gruppe von Zahedi-Anhängern, die zu Mohammad Reza Pahlavis Palast marschierten und den Sturz Mossadeghs forderten.[7] Die Partei wurde daraufhin mit Straßengewalt gegen die Unterstützer von Mossadegh und der kommunistischen Tudeh-Partei in Verbindung gebracht.[1]

StoßtruppBearbeiten

Die Partei hatte einen "Stoßtrupp" (guruhe hamle) mit einer geschätzten Größe von 100 Mitgliedern, die offen die Mitglieder der Tudeh-Partei und des sowjetischen Kulturzentrums und ungarischen Handelsbüros in Teheran angriffen. Oberst Fateh, ein pensionierter Offizier der iranischen Luftwaffe, war verantwortlich für die Ausbildung der Einheit.[1]

FinanzierungBearbeiten

Oberst Fateh war der offizielle Patron der SUMKA. Nach dem Putsch 1953 erhielt die Partei eine monatliche Zuwendung von 2500 Iranischen Rial von der Polizei und anderen Sicherheitsbehörden. 1958 erhielt Monshizadeh 7000 US-Dollar vom iranischen Geheimdienst SAVAK um in die USA auszureisen. Die Partei war möglicherweise auch von ausländischen Botschaften im Iran finanziert. Im April 1952 berichtete die iranische Polizei, dass Monshizadeh versuchte die britische Botschaft zu kontaktieren, um finanzielle Unterstützung zu bekommen. Dies wurde angeblich von der Central Intelligence Agency (CIA) finanziert.[1]

NachwirkungenBearbeiten

Befürworter des Nationalsozialismus gibt es weiterhin im Iran und sind vor allem im Internet aktiv.[8] Unter iranischen Jugendliche wächst ab 2010 langsam eine kleine Minderheit.[9]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h Ali Rahnema: Behind the 1953 Coup in Iran: Thugs, Turncoats, Soldiers, and Spooks. Cambridge University Press, ISBN 1-107-07606-4, S. 54–57.
  2. a b Hossein Bashiriyeh: The State and Revolution in Iran (RLE Iran D). Taylor & Francis, ISBN 978-1-136-82089-2, S. 14.
  3. Hamid Dabashi: Persophilia: Persian Culture on the Global Scene. Harvard University Press, 2015, ISBN 978-0-674-50469-1, S. 106.
  4. Leonard Binder, Iran: Political Development in a Changing Society, University of California Press, 1962, S. 217
  5. a b c Hussein Fardust, The Rise and Fall of the Pahlavi Dynasty: Memoirs of Former General Hussein, S. 62
  6. Homa Katouzian, Musaddiq and the Struggle for Power in Iran, I.B. Tauris, 1990, S. 89
  7. Mark J. Gasiorowski, 'The 1953 Coup D'etat in Iran', International Journal of Middle East Studies, Vol. 19, No. 3. (Aug., 1987), S. 270
  8. Maryam Sinaiee: Iranian ministry denies authorising neo-Nazi website. In: The National. 24. November 2010, abgerufen am 5. Oktober 2017.
  9. Lorena Galliot: Who's behind the 'Association of Iranian Nazis'. In: France 24. 18. November 2010, abgerufen am 5. Oktober 2017.