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Logo Rotel Tours

Rotel Tours ist ein Touristikunternehmen der Georg Höltl GmbH & Co. KG in Tittling. Rotel ist ein Kofferwort aus rollendes (bzw. engl. rolling) und Hotel, ist als Markenname eingetragen und bezieht sich somit ausschließlich auf Fahrzeuge der Firma Rotel Tours.

Allradbus kombiniert, für Reisen fernab der Zivilisation
34-Sitzer Allradbus mit Rotel-Anhänger, für große Expeditionsreisen

Inhaltsverzeichnis

UnternehmenBearbeiten

Das Unternehmen bietet weltweit Studien- und Expeditionsreisen mit speziellen Reisebussen an, die Reisegruppengröße liegt dabei zwischen 20 und 40 Teilnehmern. Übernachtet wird dabei in den patentierten Rotelkabinen. Diese sind entweder in einem separaten Anhänger untergebracht oder bei kombinierten Fahrzeugen mit dem Fahrgastraum verbunden. Es gibt Einzel- und Doppelkabinen. Rotel Tours hat 3400 „Betten auf Rädern“.

 
Der Ruhende Mensch

Die Firmengruppe betreibt ebenfalls mehrere Hotels. Das Rotel Inn mit dem Beinamen Der Ruhende Mensch ist ein Hotel in Form einer 85 m langen Großplastik in Passau direkt am Donauufer. Es wurde von dem Architekten Hans Hoffer aus Wien gestaltet und im Mai 1993 eröffnet.

GeschichteBearbeiten

Rotel Tours gehört zu den Pionieren im deutschen Nachkriegstourismus. Das Familienunternehmen wurde 1945 von Georg Höltl gegründet. Ab 1950 wurden Reisen nach Frankreich, Italien, Spanien und in den übrigen Mittelmeerraum durchgeführt. Darunter waren viele Pilgerreisen. Übernachtet wurde in Zelten. Die Reisen standen von Anfang an im Zeichen der Begegnung und der Völkerverständigung. So wurden zum Beispiel die Pilgerreisen mit Pax Christi nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankreich mit ihren deutsch-französischen Treffen ausschließlich im Zeichen der Versöhnung durchgeführt. Rotel Tours trug damals den Titel ‚Internationale Begegnungsfahrten‘.

Mit der Erfindung des Rollenden Hotels durch Georg Höltl waren ganz neue Reisen möglich, wie 1959 die erste Fahrt auf dem Landweg von München über die Türkei nach Jerusalem. Bei der ersten Jerusalemreise mussten 38 Reifenpannen behoben werden, die Hinreise dauerte zehn Tage. [1] 1962 fuhr Rotel auf dem Landweg nach Indien und zurück und 1969 war es ein Bus von Rotel Tours, der erstmals die Sahara durchquerte. Seit 1990 fahren die Rollenden Hotels zum Beispiel auch durch China, die Mongolei, Laos und Vietnam.

Reisen mit Rotel ToursBearbeiten

 
Frühstück bei Rotel-Reise in die Schweiz 2007

Der Busfahrer ist zugleich Reiseleiter und Koch. Zu Beginn der Reise erhält jeder Reisende einen Beutel zwei Geschirrtüchern, Brettchen, Becher, Teller und Besteck. Im Heck des Busses befindet sich die Küchenausrüstung. Im Reisepreis enthalten ist Halbpension mit Frühstück und Abendessen, das aus Tütensuppen, Fertigpüree oder Dosengerichten bestehen kann. Gekocht wird auch am Lagerfeuer. Zum Essen werden Tische und Stühle aufgestellt, Zutaten für das Essen vorbereitet und anschließend der Abwasch erledigt.[2][3][4]

Übernachtet wird nach Möglichkeit auf Campingplätzen, zum Teil außerhalb von Stadtzentren, auf denen Sanitäreinrichtungen unterschiedlicher Qualität zur Verfügung stehen. Je nach Reise wird unterwegs gelegentlich gezeltet oder bei Lodges übernachtet. Wo Campingplätze nicht vorhanden sind, werden die Fahrzeuge auch an Straßen mit Lastwagenverkehr abgestellt. Die wabenartigen Schlafkabinen im Bus oder Anhänger sind zwei Meter lang, 80 Zentimeter breit und ebenso hoch. Darin liegt eine Matratze. Der Einstieg befindet sich am Fußende, er wird tagsüber verschlossen. Die Kabinen sind wie die Busse insgesamt ungeheizt, es gibt weder eine Klimaanlage noch Ventilatoren. Zur Belüftung dienen die Fenster mit einer Gardine, die Fenster können nachts aufgeklappt werden. Die Wände zwischen den Kabinen sind dünn, deswegen nehmen erfahrene Rotel-Tours-Kunden Ohrstöpel mit. Der Fahrer schläft im Heck des Busses.[5][6][7][8]

Das Gepäck ist unterwegs auch bei den Übernachtungen nicht jederzeit zugänglich, sondern nur alle drei Tage. Für die Zwischenzeit steht den Reiseteilnehmern die sogenannte Drei-Tage-Tasche zur Verfügung, deren Inhalt jeweils umgepackt wird.[9]

LiteraturBearbeiten

  • Chronik 50 Jahre Rotel Tours
  • Otto Schneider (ehemaliger Präsident des Deutschen Reisebüroverbands): Die Ferien-Macher – Eine gründliche und grundsätzliche Betrachtung über das Jahrhundert des Tourismus. (S. 96)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Kratzer: Mit 38 Reifenpannen nach Jerusalem. In: sueddeutsche.de, 18. Oktober 2016, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  2. Volker Wartmann: „Kaum größer als ein Sarg“. In: taz.de, 25. August 2007, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  3. Martina Lenzen-Schulte: Nicht ohne meine Ohrstöpsel. In: faz.net, 11. Mai 2017, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  4. Norbert Regitnig-Tillisn: Rollend durch Afrika. In: kurier.at, 7. März 2016, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  5. Martina Lenzen-Schulte: Nicht ohne meine Ohrstöpsel. In: faz.net, 11. Mai 2017, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  6. Volker Wartmann: „Kaum größer als ein Sarg“. In: taz.de, 25. August 2007, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  7. Hans Kratzer: Mit 38 Reifenpannen nach Jerusalem. In: sueddeutsche.de, 18. Oktober 2016, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  8. Katarina Jelicic: Von Afrika in die USA und den Oman. In: kleinezeitung.at, 23. September 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  9. Martina Lenzen-Schulte: Nicht ohne meine Ohrstöpsel. In: faz.net, 11. Mai 2017, abgerufen am 19. Oktober 2018.