Reinhard Piechocki

deutscher Biologe

Reinhard Piechocki (* 1949) ist ein deutscher Biologe. Er arbeitet heute für die Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm des Bundesamtes für Naturschutz, sein Fachgebiet ist Biodiversität. Außerdem ist er als Buchautor tätig.

LebenBearbeiten

Der Sohn des Zoologen Rudolf Piechocki (1919–2000)[1] studierte Biologie an den Universitäten Leipzig und Halle. 1978 wurde er promoviert und 1987 auf dem Gebiet der Mutationsforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg habilitiert. 1990 war er Mitbegründer des ersten unabhängigen Umweltinstituts der DDR. Ab 1993 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesamt für Naturschutz.

ThemenBearbeiten

Piechocki befasst sich mit der Wirkung von Naturschutz. Er plädiert für die Erfahrbarkeit der Natur ohne Ausgrenzung des Menschen, in der Liebe zur Natur erst entstehen und gedeihen könne. In seinem Buch Landschaft – Heimat – Wildnis zeigt er die Geschichte und Philosophie des Naturschutzes in Deutschland Ost und West auf.[2]

KritikBearbeiten

Von den Naturfreunden wird Piechocki dafür kritisiert, politische Ambivalenzen in der Geschichte des Naturschutzes, konkret die auf Exklusivität basierenden völkisch-heimatlichen Tendenzen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, auszublenden.[3]

MitgliedschaftenBearbeiten

Piechocki ist Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Umweltstiftung.

Publikationen (Auswahl)Bearbeiten

  • Genmanipulation: Frevel oder Fortschritt? Urania Verlag, Leipzig / Jena / Berlin 1983.
  • Die Zähmung des Zufalls: Stabilität und Variabilität des Erbgutes. Urania, Leipzig 1987, ISBN 3-332-00105-1.
  • Ursprung, Entstehungsmechanismen und evolutionäre Rolle der spontanen Mutabilität bei Escherichia coli. Dissertation an der Universität Halle, 1987.
  • Das berühmteste Bakterium. 100 Jahre Escherichia-coli-Forschung. Urania, Leipzig 1989, ISBN 3-332-00278-3.
  • Melissa Müller, Reinhard Piechocki: Alice Herz-Sommer: „Ein Garten Eden inmitten der Hölle.“ Ein Jahrhundertleben. Droemer, München 2006, ISBN 3-426-27389-6.
  • mit Konrad Ott, Thomas Potthast, Norbert Wiersbinsk: Vilmer Thesen zu Grundsatzfragen des Naturschutzes: Vilmer Sommerakademien 2001–2010. Bundesamt für Naturschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-89624-016-3 (PDF; 1,14 MB).
  • Der Vilm, Insel der Maler, Mönche und Mächtigen. Selbstverlag, Vilmnitz auf Rügen 1995, ISBN 3-00-000333-9.
  • mit Norbert Wiersbinski: Heimat und Naturschutz. Die Vilmer Thesen und ihre Kritiker. In: Naturschutz und Biologische Vielfalt, Heft 47, 2007.
  • Kap Arkona. Genius loci, Putbus 2007.
  • Landschaft – Heimat – Wildnis: Schutz der Natur – aber welche und warum? Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-54152-0 (= Becksche Reihe. Band 1711).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rolf Gattermann, Volker Neumann: Geschichte der Zoologie und der zoologischen Sammlung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von 1769 bis 1990. Verlag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Leipzig 2005, ISBN 3-7776-1391-6, S. 148.
  2. Doreen Milius: Naturschutz in der Sackgasse. 'Landschaft, Heimat, Wildnis' – das neue Buch des Biologen Reinhard Piechocki. In: Der Rabe Ralf. Februar 2011, abgerufen am 24. April 2021.
  3. Hans-Gerd Marian und Michael Müller: Naturschutz ist nicht unpolitisch. In: NaturFreunde Deutschlands. 24. Juni 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.