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Reiner Lehberger (2017)

Reiner Lehberger (* 22. Juni 1948 in Bochum) ist ein deutscher Hochschullehrer, Erziehungswissenschaftler und Autor. Einem größeren Publikum wurde er durch seine Bücher zu Loki Schmidt und Helmut Schmidt bekannt.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Lehberger studierte von 1968 bis 1973 an den Universitäten Bochum und Hamburg Anglistik, Soziologie, Pädagogik sowie Sportwissenschaft. Nach Forschungsaufenthalten in den USA und Großbritannien folgte 1976 die Promotion in Anglistik. Nach der Habilitation am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg wurde er 1985 zum Professor berufen.[1] Seit 1999 arbeitet er mit der Zeit-Stiftung in pädagogischen Projekten zusammen. 2015 initiierte Lehberger zusammen mit der ZEIT-Stiftung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt „Weichenstellung für Zuwanderer“. Dabei geht es um die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte bei der Integration in Schule und Gesellschaft.

2003 erhielt das von ihm geleitete „Lern-Werk“ der ZEIT-Stiftung den europäischen Alcuin-Award der European Parents’ Association. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind Themen aus den Bereichen der Bildungsgeschichte, Schulpädagogik und Lehrerbildung. 1991 gründete er mit anderen das Hamburger Schulmuseum, das er von 1991 bis 2015 in Kooperation mit der Arbeitsstelle Hamburger Schulgeschichte der Universität Hamburg leitete. In Zusammenarbeit mit dem Hamburger Schulmuseum hat Lehberger zahlreiche Ausstellungen konzipiert und durchgeführt. Davon sind „Philipp Aronstein – ein deutsch-jüdischer Wissenschaftler“; „Früchte der Reformpädagogik“ und „Jüdische Schulen in Hamburg“ an zahlreichen Orten der Bundesrepublik gezeigt worden.

Neben seiner wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit betätigte sich Lehberger bildungspolitisch. Von 2006 bis 2007 war er Mitglied in der Hamburger Enquete-Kommission „Konsequenzen der neuen PISA-Studie für Hamburger Schulentwicklung“. Von 2004 bis 2014 war er Mitinitiator und Moderator des Bildungsforums der Friedrich-Ebert-Stiftung. Seit 1998 ist er der Vorsitzende der Landesschulbeirats der Freien und Hansestadt Hamburg.

Mit Loki Schmidt, der Ehefrau des Politikers und Bundeskanzlers Helmut Schmidt, hat er von 1996 bis 2010 in verschiedenen Projekten (Ausstellungen, Buchprojekte, pädagogische Projekte) zusammengearbeitet. 2014 hat Lehberger zu Loki Schmidt eine umfängliche Biografie veröffentlicht. Anlässlich der hundertsten Geburtstage der Schmidts hat er 2018 die erste Paar-Biografie zu Loki und Helmut Schmidt vorgelegt.

Weitere FunktionenBearbeiten

  • Projektleiter des Lehrlabors Lehrerbildung der Lehrer-Initiative des Stifterverbands und der Heinrich Nixdorf Stiftung (seit 2013)
  • Wissenschaftlicher Leiter des Bucerius LERN-WERKS der ZEIT-Stiftung; ab 2013 des Projekts „Weichenstellung“ der ZEIT-Stiftung
  • Vorsitzender des Landesschulbeirats der Freien und Hansestadt Hamburg (seit 1998)
  • Mitglied der Auswahljury für den „Hamburger Bildungspreis“ (seit 2012)
  • Leitung des Zentrums für Lehrerbildung Hamburg (2006–2015)
  • Wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Schulmuseums (1991–2015)

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Die Schmidts: Ein Jahrhundertpaar. Hoffmann und Campe, Hamburg 2018, ISBN 978-3-455-00436-6.
  • Kooperationen in der Lehrerbildung. BoD 2018, ISBN 978-3-746-02051-8.
  • Loki Schmidt: Die Biographie. Hoffmann und Campe, Hamburg 2014, ISBN 978-3-455-50285-5.
  • Schmidt, Hannelore („Loki“), in: Hamburgische Biografie. Bd. 6, Göttingen 2012, ISBN 978-3-8353-1025-4, S. 293–296.
  • Schüler fallen auf. Heterogene Lerngruppen in Schule und Unterricht. Julius Klinkhardt, Bad Heilbronn 2008, ISBN 978-3-7815-1599-4. Hrsg. Uwe Sandfuchs.
  • Schule in Hamburg. Ein Führer durch Aufbau und Geschichte des Hamburger Schulwesens. Renter & Klöckner, Hamburg 2006, ISBN 3-921174-22-8.
  • Mein Leben für die Schule. Im Gespräch mit Reiner Lehberger. Hoffmann und Campe, 2005, ISBN 3-455-09486-4.
  • Englischunterricht unterm Hakenkreuz. Politische Vorgaben, staatliche Rahmenbedingungen, Rückschlüsse auf Unterrichtswirklichkeit. In: Reinhard Dithmar, Wolfgang Schmitz (Hrsg.): Schule und Unterricht im Dritten Reich. Ludwigsfelde 2001, ISBN 978-3-933022-12-7, S. 105–124.
  • Philipp Aronstein 1862–1942. Dokumente und Bilder aus dem Leben eines deutsch-jüdischen Neuphilologen. Ergebnisse Verlag. Hamburg 1988, ISBN 3-925622-30-6.
  • Englischunterricht im Nationalsozialismus. Staufenburg Verlag, Tübingen 1986, ISBN 3-923721-11-0.
  • Das sozialistische Theater in England 1934 [neunzehnhundertvierunddreissig] bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges : Studien zur Geschichte u.d. Programmtätigkeiten d. „Left Theatre“, „Unity Theatre“ u.d. „Left Book Club Theatre Guild“, Lang, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-261-02941-2 (Zugleich Dissertation an der Universität Hamburg, Fachbereich Sprachwissenschaft, 1977).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lebenslauf Abgerufen am 3. Juni 2015.