Die Reichsratswahl 1897 wurde im März 1897 in Cisleithanien abgehalten.[1]

Reichsteile und Kronländer der Österreichisch-Ungarischen Monarchie:
  • Cisleithanien
  • Transleithanien
  • Bosnien und Herzegowina (Seit 1878 verwaltet, 1908 annektiert)
  • Wahlsystem Bearbeiten

    Seit 1873 galt in Cisleithanien ein Klassenwahlrecht. Die Wähler wurden nach ihrem Stand und Vermögen in vier Klassen eingeordnet: Großgrundbesitzer, Handels- und Gewerbekammern, Groß- und Mittelbauern und alle anderen in Städten lebenden männlichen Bürger, die jährlich mindestens 10 Gulden (ab 1882 fünf Gulden) direkte Steuern entrichteten. Dies entsprach insgesamt 6 % der erwachsenen Bevölkerung.[1] In der Kurie der Großgrundbesitzer waren auch Frauen solchen Besitzes vertreten.[2]

    Wahlergebnis Bearbeiten

    Durch die Wahlen veränderten sich im cisleithanischen Parlament die Machtverhältnisse grundlegend. Die deutsche Fortschrittspartei musste auf Kosten der Erfolge der Deutschen Volkspartei und der Christlichsozialen Partei eine empfindliche Niederlage hinnehmen.[3]

    Nach den Wahlen stellten die drei stärksten Wahlbündnisse (Jungtschechen (60 Mandate), Polenklub (59), Deutsche Fortschrittspartei (49)) 168 Sitze. Der neue Reichsrat bestand aus insgesamt 17 Fraktionen. Die Position der Sozialdemokraten blieb mit 15 Mandaten schwach.[4]

    Sitzverteilung im cisleithanischen Reichsrat[4]
    Verein Polenklub Jungtschechen Progressive Partei Katholische Volkspartei Deutsche Volkspartei Christlichsoziale Partei
    Mandate 62 59 49 41 39 28

    Gewählte Abgeordnete Bearbeiten

    Literatur Bearbeiten

    • Manfred Scheuch: Historischer Atlas Österreich. 6. Auflage, Wien 2008.

    Einzelnachweise Bearbeiten

    1. a b Otto Urban: Česká společnost 1848–1918. Svoboda, Prag 1982, S. 510–511. (tschechisch).
    2. Frauen fordern das Wahlrecht – 1848 bis 1918 – Österreichische Nationalbibliothek. Abgerufen am 19. Dezember 2022.
    3. Československé dějiny v datech. Svoboda, Prag 1987, ISBN 80-7239-178-X, S. 328. (tschechisch).
    4. a b Československé dějiny v datech. Svoboda, Prag 1987, ISBN 80-7239-178-X, S. 327–328. (tschechisch).