Regierung Senegals

Regierung eines souveränen Staates

Die Regierung Senegals (Gouvernement du Senegal) lenkt und koordiniert die Politik der Nation, und zwar bis Mai 2019 unter der Leitung des Premierministers. Dieser war dem Präsidenten der Republik und der Nationalversammlung gegenüber verantwortlich. Letzter Premierminister war Mahammed Boun Abdallah Dionne. Nach der Präsidentschaftswahl 2019 wurde das Amt auf Betreiben von Präsident Macky Sall im Rahmen einer Verfassungsänderung am 14. Mai 2019 abgeschafft. Künftig führt der Präsident der Republik die Regierungsgeschäfte unmittelbar im Sinne einer präsidentiellen Regierungsform.[1]

Staatswappen
Letzter Premierminister Mahammed Boun Abdallah Dionne (2019)

Verfassungsrechtliche StellungBearbeiten

Die verfassungsmäßigen Rechte und Pflichten der Regierung ergeben sich im Wesentlichen aus Artikel 42, 49, 53 bis 57, 85 und 86 der Verfassung Senegals.[2]

Erster Schritt der Regierungsbildung ist die Ernennung des Premierministers durch den Präsidenten der Republik. Auf seinen Vorschlag ernennt er sodann die Minister und bestimmt ihren Geschäftsbereich. Der Präsident hat den Vorsitz im Ministerrat. Er kann jederzeit den Premierminister und damit die ganze Regierung entlassen. Auch die Entlassung einzelner Minister fällt in seine Zuständigkeit.

Die Mitgliedschaft in der Regierung ist unvereinbar mit einem parlamentarischen Mandat oder einer bezahlten öffentlichen oder privaten beruflichen Tätigkeit.

Nach seiner Ernennung gibt der Premierminister eine allgemeine Grundsatzerklärung vor der Nationalversammlung ab. Im Anschluss an diese Erklärung findet eine Debatte statt, in deren Anschluss der Premierminister die Vertrauensfrage stellen kann. Im Falle eines Vertrauensvotums wird es mit der absoluten Mehrheit der Mitglieder der Nationalversammlung erteilt.

Die Regierung ist eine kollegiale und solidarische Verfassungsinstitution. Der Rücktritt des Premierministers oder jedes andere Ausscheiden aus dem Amt führt zum Rücktritt aller Regierungsmitglieder.

Der Premierminister verfügt über die staatliche Verwaltung und über die Besetzung der gesetzlich festgelegten nichtmilitärischen Stellen. Er stellt die Ausführung der Gesetze sicher und hat im Rahmen der Verfassung die Befugnis, Verordnungen (Dekrete) zu erlassen. Die Verordnungen des Premierministers werden von den für ihre Ausführung verantwortlichen Regierungsmitgliedern gegengezeichnet. Der Premierminister führt den Vorsitz in den interministeriellen Räten. Er leitet die Ministertreffen oder ernennt zu diesem Zweck einen Minister. Er kann bestimmte Befugnisse an die Minister übertragen.

Die Abgeordneten der Nationalversammlung haben das Recht, Parlamentarische Anfragen an den Premierminister oder andere Regierungsmitglieder richten, die diese beantworten müssen. Der Premierminister und andere Regierungsmitglieder stehen der Nationalversammlung auch für Fragestunden zur Verfügung.

Der Premierminister kann nach Beratung im Ministerrat ein Regierungsvorhaben oder eine allgemeine Regierungserklärung mit der Vertrauensfrage zu verbinden. Die Abstimmung darf erst zwei Tage nach dem Stellen der Vertrauensfrage stattfinden. Verfehlt die Vertrauensfrage die absolute Mehrheit der Mitglieder der Nationalversammlung, führt dies zum kollektiven Rücktritt der Regierung. Die Nationalversammlung kann den Rücktritt der Regierung durch Abstimmung über einen Misstrauensantrag veranlassen. Wird der Misstrauensantrag angenommen, so reicht der Premierminister bei dem Präsidenten der Republik unverzüglich den Rücktritt der Regierung ein.

Der Premierminister kann nach Beratung im Ministerrat vor der Nationalversammlung die Vertrauensfrage für die Abstimmung über den Entwurf eines Haushaltsgesetzes stellen. In diesem Fall gilt der Entwurf als angenommen, wenn nicht ein innerhalb von 24 Stunden eingereichter Misstrauensantrag zum Erfolg führt.

ZusammensetzungBearbeiten

Nach der Wiederwahl von Macky Sall für eine zweite Amtszeit als Präsident der Republik gab es verfassungsgemäß eine Regierungsneubildung. Nach dem Stand vom 7. April 2019 gehörten dem Kabinett Dionne III 24 Minister und 8 Ministerinnen an, die für folgende Ressorts zuständig waren:[3]

  1. Sidiki Kaba, Ministre des Forces armées
  2. Aly Ngouille Ndiaye, Ministre de l'Intérieur
  3. Abdoulaye Daouda Diallo, Ministre des Finances et du Budget
  4. Amadou Ba, Ministre des Affaires étrangères, et des Sénégalais de l'Extérieur
  5. Maitre Malick Sall, Garde des Sceaux, Ministre de la Justice
  6. Mansour Faye, Ministre du Développement communautaire, l'Equité sociale et territoriale
  7. Mouhamadou Makhtar Cisse: Ministre du Pétrole et des Energies
  8. Madame Mariama Sarr, Ministre de la Fonction Publique et du Renouveau du Service Public
  9. Oumar Youm, Ministre des Infrastructures, des Transports terrestres et du Désenclavement
  10. Amadou Hott, Ministre de l'Economie, du Plan, et de la Coopération
  11. Abdoulaye Diouf Sarr, Ministre de la Santé et de l'action Sociale
  12. Moussa Balde, Ministre de l'Agriculture et de l'Equipement Rural
  13. Serigne Mbaye Thiam, Ministre de l'Eau, et de l'Assainissement
  14. Madame Ndeye Saly Diop Dieng, Ministre de la Femme, de la Famille, du Genre et de la Protection des Enfants
  15. Alioune Sarr, Ministre du Tourisme et des Transports aériens
  16. Madame Aminata MBengue Ndiaye, Ministre des Pêches et de l'Economie maritime
  17. Mamadou Talla, Ministre de l'Education nationale
  18. Oumar Gueye, Ministre des Collectivités Territoriales, du Développement et de l'Aménagement des Territoires
  19. Cheikh Oumar Hann, Ministre de l'Enseignement supérieur, de la Recherche et de l'Innovation
  20. Moustapha Diop, Ministre du Développement industriel et des Petites et Moyennes Industries (PMI)
  21. Abdou Karim Sall, Ministre de l’Environnement et du Développement Durable
  22. Madame Sophie Gladima, Ministre des Mines et de la Géologie
  23. Matar Ba, Ministre des Sports
  24. Samba Ndiobene Ka, Ministre de l'Elevage et des Productions Animales
  25. Samba Sy, Ministre du Travail, du Dialogue social et des Relations avec les institutions
  26. Abdou Karim Fofana, Ministre de l'Urbanisme, du Logement et de l'Hygiène publique
  27. Madame Aminata Assome Diatta, Ministre du Commerce et des Petites et Moyennes Entreprises (PME)
  28. Abdoulaye Diop, Ministre de la Culture et de la Communication
  29. Madame Néné Fatoumata Tall, Ministre de la Jeunesse
  30. Madame Zahra Yanne Thiam, Ministre de la Microfinance et de l'Economie sociale et solidaire
  31. Dame Diop, Ministre de l'Emploi, de la Formation professionnelle, et de l'Artisanat
  32. Madame Ndeye Tické Ndiaye Diop, Ministre de l'Economie numérique et des Télécommunications.

Die Amtsinhaber wurden nach der Verfassungsänderung vom 14. Mai 2019 durch den Präsidenten der Republik in ihren Ämtern bestätigt. Zusätzlich sitzt der bisherige Premierminister Dionne als Staatsminister und Generalsekretär im Präsidialamt der Republik mit am Kabinettstisch.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Communiqué des Präsidenten der Republik vom 14. Mai 2019: Promulgation de la loi constitutionnelle portant suppression du poste de Premier Ministre (Memento vom 14. Mai 2019 im Internet Archive)
  2. Konsolidierter Verfassungstext: loi n° 2001-03 du 22 Janvier 2001 portant Constitution, modifiée
  3. Gouvernement du Senegal: Décret n° 2019-762 du 07 Avril 2019 fixant la composition du Gouvernement
  4. Gouvernement du Senegal: Décret Décret n° 2019-760 du 06 avril 2019 Portant Nomination d'un Ministre d'Etat, Secrétaire général de la Présidence de la République

WeblinksBearbeiten