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Rattenbissfieber

durch Bisse von Nagern übertragene Infektionskrankheit des Menschen
Klassifikation nach ICD-10
A25.0 Spirillen-Rattenbisskrankheit
Sodoku
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Das Rattenbissfieber (Synonyme: Sodoku, Spirillen-Rattenbisskrankheit) ist eine weltweit eher selten vorkommende, in Japan aber besonders häufig auftretende Infektionskrankheit des Menschen. Übertragen werden die Erreger (Spirillum minus und Streptobacillus moniliformes) durch Bisse von Ratten, Mäusen, Eichhörnchen und nagetierfressenden Haustieren. Es handelt sich somit um eine Zoonose. Nach einer Inkubationszeit von einem bis 22 Tagen, gelegentlich auch erst nach zwei Monaten, entsteht meist ein tief dunkelrotes Exanthem an der Wunde. Fieberschübe von 4 bis 5 Tagen wechseln mit fieberfreien Intervallen. Lymphangitis und Schwellungen von Lymphknoten, Leber und Milz können Begleiterscheinungen sein. Das Rattenbissfieber heilt meist nach einigen Wochen bis Monaten von selbst ab, führt aber nach Ansicht mancher Autoren unbehandelt in 5–10 % der Fälle zum Tod.

Als zunächst intravenöse und nach Besserung orale antimikrobielle Therapie wurde 2005 eine Kombination der Antibiotika Penicillin G mit einem Aminoglykosid empfohlen. Auch Doxycyclin, Amoxicillin und (das auch – neben einer Tetanusprophylaxe – prophylaktisch nach Biss empfohlene) Penicillin V kommen gemäß Abele-Horn[1] in Betracht.

Literatur (Quellen)Bearbeiten

  • Herbert Hof, Rüdiger Dörries: Medizinische Mikrobiologie. 3. Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-13-125313-4, S. 440.
  • Fritz H. Kayser u. a.: Medizinische Mikrobiologie. 11. Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-13-444811-4, S. 317, S. 320f.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marianne Abele-Horn: Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten. Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 160.
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