Ralf-Peter Post

deutscher Künstler
Ralf-Peter Post 2013 mit seinem Gemälde Le Sacre du Printemps in der Galerie Bei Koc

Ralf-Peter Post (* 7. März 1967 in Norden) ist ein deutscher Maler, Figuren- und Maskenbauer und Filmemacher.

Im Januar 1987 zog Post als freier Maler von Ostfriesland nach Hannover. Von 1988 bis 2014 lebte und arbeitete er im ehemals besetzten Verwaltungsgebäude der früheren Schokoladenfabrik Sprengel in der Nordstadt.[1]

TheaterBearbeiten

1994 begann Post seine Arbeit als Maskenbauer beim Scharniertheater Hannover unter der Leitung des Gründers Hans-Ulrich Buchwald. 2001 inszenierte er sein Maskentheaterstück Tubenballett und Pinselpunk auf dem Kleinen Fest im Großen Garten,[2] es folgten weitere Inszenierungen wie Das königliche Spiel und Die Drahtwalds. Von Buchwald übernahm Post die Geschäftsführung und die künstlerische Leitung des Scharniertheaters Hannover.[3]

Posts Theaterstück Das verratene Selbst hatte 2007 Premiere im Kino im Sprengel in Hannover und 2008 im Jugendhaus seiner Geburtsstadt. Das Stück erzählt von einer misslungenen Identitätsbildung: „Es handelt von dem eigenen Schmerz, den man selbst nicht ertragen kann und den man anderen zufügen muß, damit man sich nicht mit sich selber auseinandersetzen muß.“[4]

DokumentarfilmBearbeiten

Für den Film Der Choreograph Stephan Thoss und Le Sacre du Printemps begleitete Post 2006 den Ballettdirektor Stephan Thoss mit der Kamera bei den Proben zu seiner letzten Inszenierung an der Staatsoper Hannover.[5][6][7] Der Dokumentarfilm wurde 2007 erstmals im ZDF-Theaterkanal ausgestrahlt.[8]

Aus der engen Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Buchwald im Scharniertheater[9] entstand 2009 der Dokumentarfilm … was einen lebendig macht – der Künstler Hans-Ulrich Buchwald, der kurz nach dem Tod des Protagonisten im Kino im Sprengel uraufgeführt wurde.[10][11][12] Mit dem Dokumentarfilm Sprengel – ein Stück Schlaraffenland zeichnete Post die bewegte Geschichte und Gegenwart des Wohnprojekts Sprengel nach.[1] 2013 schuf er das Künstlerporträt Die Malerin Hildegard Peters über die 1923 geborene Kunsterzieherin und Malerin aus seiner Heimatstadt Norden.[13][14]

2018 entstand die Dokumentation über den Totalkünstler Timm Ulrichs, der seit Anfang der sechziger Jahre die Kunstwelt provoziert.[15][16]

MalereiBearbeiten

Seine Arbeiten auf Leinwand und Papier präsentierte Post 2007 im Künstlerhaus Hannover[17] und 2013 in der hannoverschen Galerie Bei Koc.[18] Er ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler.[19]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

TheaterstückeBearbeiten

  • 2001: Tubenballett und Pinselpunk
  • 2002: Die Zeitungsleser
  • 2005: Das königliche Spiel (Neuinszenierung)
  • 2005: Absolut Abstrakt
  • 2006: Die Drahtwalds
  • 2007: Das verratene Selbst

FilmeBearbeiten

  • Mit Rüdiger Post: Scheisse Real Madrid, Kurz-Spielfilm, D 2004, 3 Minuten, aufgeführt auf dem Kurzfilm-Festival Hamburg,[20] vertreten auf dem Fußball-Kurzfilmsampler „Short Kicks“[21][22]
  • Der Choreograf Stephan Thoss und Le Sacre du Printemps, D 2006, 40 Minuten[23]
  • ...was einen lebendig macht – der Künstler Hans-Ulrich Buchwald, D 2009, 73 Minuten
  • Sprengel – ein Stück Schlaraffenland, D 2011, 90 Minuten
  • Die Malerin Hildegard Peters, D 2013, 52 Minuten
  • Der Totalkünstler, D 2018, 87 Minuten[24]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Ralf-Peter Post – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Gerda Valentin: „Sprengel – ein Stück Schlaraffenland“. Dokumentarfilm über das Leben auf dem Sprengel-Gelände, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 27. Oktober 2011, abgerufen am 5. Februar 2013
  2. Scharniertheater, kleines-fest.de, abgerufen am 29. August 2013
  3. Impressum, Scharniertheater Hannover
  4. Mit überdimensionierten Masken gegen die Gewalt, Ostfriesischer Kurier, 19. April 2008, S. 3
  5. Der Film zum Tanz. In: Frankfurter Rundschau. 9. April 2009, abgerufen am 11. Februar 2014.
  6. Kerstin Hergt: Die Kraft des Körpers. Ein Film über Stephan Toss In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 27. März 2008, S. 9, abgerufen am 11. Februar 2014
  7. Stephan Thoss und »Le Sacre du Printemps«, kulturportal-russland.de, abgerufen am 29. August 2013
  8. ZDFtheaterkanal Porträts, ZDF Jahrbuch 2007
  9. Was einen lebendig macht - der Künstler Hans-Ulrich Buchwald, Scharniertheater Hannover
  10. JJan Sedelies: Liebeserklärung für einen Puppenspieler, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 14. März 2009, S. 19
  11. Filmarchiv: ...was einen lebendig macht, Kommunales Kino Hannover
  12. Die Geschichte vom Soldaten (Memento des Originals vom 11. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.acwposer.de, acwposer.de; Über Bernd Seidels Inszenierung mit den Masken von Hans-Ulrich Buchwald und einem Filmausschnitt aus Posts Dokumentarfilm
  13. Hildegard Peters, Norden, Kunstverein Norden
  14. Ein besonderes Geschenk für Norden: Künstlerin Hildegard Peters ist 90 Jahre alt - Ein Film zum Ehrentag und eine tolle Feier (Memento vom 12. Januar 2014 im Internet Archive), Ostfriesischer Kurier, 1. Juli 2013
  15. https://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Region/Filmpremiere-Der-Totalkuenstler-ein-Film-ueber-Timm-Ulrichs
  16. https://www.neuepresse.de/Nachrichten/Kultur/Hannover-Timm-Ulrichs-Film-im-Sprengel-Museum
  17. Heike Werner: Herr K. lässt Bilder sprechen, langeleine.de, 18. März 2007, abgerufen am 29. August 2013
  18. Das war schön, Ballett Gesellschaft Hannover e.V.
  19. Mitglieder, bbk-hannover.de, abgerufen am 29. August 2013
  20. Scheiße Real Madrid [Oh shit, Real Madrid] (Memento vom 8. Januar 2014 im Internet Archive), Kurzfilmagentur Hamburg
  21. Short Kicks, Zweitausendeins, zuletzt abgerufen am 5. Februar 2013
  22. Filmdienst 11/2006, S. 40
  23. Biographie, Homepage Stephan Thoss
  24. Der Totalkünstler – Timm Ulrichs, abgerufen am 29. Februar 2020