Principales (lat. von princeps, dt. erster in einer Reihenfolge) waren in der Römischen Legion die niederen Offiziere bzw. Unteroffiziere.[1] In einer Legion gab es etwa 480 Männer, die zu den principales gezählt wurden, wobei diese Zahl schwanken konnte. Grundsätzlich lagen sie im Rang unter einem Centurio und über den immunes (Gefreiten); sie waren vom normalen Dienst (munera) befreit und erfüllten spezielle Aufgaben innerhalb der Legion bzw. Kohorte oder Centurie. Dafür erhielten sie den anderthalbfachen bis doppelten Sold eines einfachen Legionärs. Ein geringer Teil konnte aus dem principalis-Rang zum Centurio aufsteigen, für den Großteil endete die Karriere hier.[2]

Die einzelnen Ränge der principales richteten sich nach ihren Aufgaben:

  • Aquilifer: der ranghöchste Feldzeichenträger der Legion, im Rang direkt nach dem Centurio, meist ein Ehrenposten.
  • Cornicularius: Leiter der Schreibstube, der Verwaltung oder des Archivs der Legion.
  • Signifer: Feldzeichenträger der Centurie.
  • Optio: Der Optio centuriae war Stellvertreter des Centurio; weitere optiones hatten andere Aufgaben.
  • Beneficarius: Sekretär eines Legaten oder Tribunen; außerhalb der Legion „Straßenpolizist“.
  • Tesserarius: „Paroleträger“, eine Art Feldwebel und Leiter der Wachstube.

Die principales von Aquilifer bis zum Optio erhielten den doppelten Sold und wären nach heutigen Verständnis eher als Offiziere zu bezeichnen, die beiden letzten bekamen anderthalbfachen Sold und wären eher als Unteroffiziere anzusehen. Die römische Legion unterschied nur anhand des Aufgabenbereichs und des Ansehens und differenzierte nicht weiter in Offiziers- und Unteroffiziersrang.

AnmerkungenBearbeiten

  1. Die genaue Einordnung als (niederer) Offizier (Leutnant) oder Unteroffizier (Feldwebel) ist aufgrund des breiten Aufgabenspektrums schwierig und in der Forschung nicht einheitlich.
  2. Gabriele Wesch-Klein: Soziale Aspekte des römischen Heerwesens in der Kaiserzeit, S. 30 f.

LiteraturBearbeiten

  • Alfred von Domaszewski: Die Rangordnung des römischen Heeres.3. unveränderte Auflage. Böhlau, Köln u. a. 1981, ISBN 3-412-05280-9 (Bonner Jahrbücher Beihefte 14).
  • Joachim Ott: Die Beneficiarier. Untersuchungen zu ihrer Stellung innerhalb der Rangordnung des römischen Heeres und zu ihrer Funktion. Steiner, Stuttgart 1995, ISBN 3-515-06660-8 (Historia Einzelschriften 92), (Zugleich: Frankfurt (Main), Univ., Diss., 1993).
  • Michael A. Speidel: Sold und Wirtschaftslage der römischen Soldaten. In: Géza Alföldy, Brian Dobson, Werner Eck (Hrsg.): Kaiser, Heer und Gesellschaft in der römischen Kaiserzeit. Gedenkschrift für Eric Birley. Steiner, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07654-9, S. 65–96 (Heidelberger althistorische Beiträge und epigraphische Studien 31).
  • Gabriele Wesch-Klein: Soziale Aspekte des römischen Heerwesens in der Kaiserzeit. Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07300-0 (Heidelberger althistorische Beiträge und epigraphische Studien 28), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Habil.-Schr., 1995).