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Der Primacy-Recency-Effekt oder auch serieller Positionseffekt ist ein psychologisches Gedächtnisphänomen, welches dazu führt, dass bei einer Reihe dargestellter Urteilsobjekte oder Lernmaterialien die zu Beginn (Primäreffekt) und gegen Ende (Rezenzeffekt) dargestellten Informationen besser im Gedächtnis behalten werden.

Dieser Effekt wurde in experimentellen Studien nachgewiesen, bei der Probanden, die sich Wortlisten einprägen sollten und diese anschließend nach der Methode der freien Wiedergabe, soweit sie sich erinnern, wiedergaben.[1][2][3] Es kann bei speziellen Items auch Abweichungen geben, beispielsweise zeigten Probanden bei der freien Wiedergabe von amerikanischen Präsidenten zwar einen deutlichen seriellen Positionseffekt nach historischem Zeitraum der Präsidentschaft, aber Abraham Lincoln stach als deutliche Ausnahme in der Erinnerung heraus.[4]

Im Kontrast zum Primacy-Recency-Effekt stehen die proaktive Interferenz und retroaktive Interferenz, bei denen jeweils entweder vorher gelerntes spätere Wiedergabe oder später gelerntes die Wiedergabe von früher gelerntem einschränken.

Dieser Effekt wird auch im Marketing genutzt, indem ein besonderer Schwerpunkt auf die Anzeigen zu Anfang und am Schluss eines Werbeträgers gesetzt wird.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  1. Deese & Kaufmann: Serial effects in recall of unorganized and sequentially organized verbal material. Hrsg.: Journal of Experimental Psychology. 1957, S. 180–187.
  2. Ebbinghaus, Hermann: On memory: A contribution to experimental psychology. Hrsg.: Teacher College. New York 1913.
  3. Murdock, B. B.: The serial position effect of free recall. Hrsg.: Journal of Experimental Psychology. 1962, S. 482–488.
  4. Henry L. RoedigerIII & Robert G. Crowder: A serial position effect in recall of United States president. Hrsg.: Bulletin of the Psychonomic Society. 1976, S. 275–278.