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Poetete
Hauptstraße und Kirche von Ermera
Der Suco Poetete liegt im Nordwesten des Verwaltungsamts Ermera. Der Ort Poetete liegt östlich des Zentrums des Sucos.
Daten
Fläche 17,62 km²[1]
Einwohnerzahl 8.828 (2015)[1]
Chefe de Suco Felisberto das Neves
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Aldeia Vila 2.761
Biluli 781
Gueguemara 736
Leqisi 2.149
Loblala 278
Poepun 261
Rematu 218
Samatrae 475
Taclela 555
Tidibessi 72
Urletoho 248
Urluli 294
Poetete (Osttimor)
Poetete
Poetete
Koordinaten: 8° 45′ S, 125° 24′ O

Poetete ist ein osttimoresisches Dorf und Suco im Verwaltungsamt Ermera (Gemeinde Ermera). Hier liegt auch der Ort Ermera.

Der OrtBearbeiten

Der Ort Poetete (Poetete Vila, Porehe, Porahein) liegt auf einer Höhe von 1195 m über dem Meer,[2] östlich des Zentrums des Sucos, nah dem Ort Ermera.[3] Poetete ist Teil der Siedlung Ermera.

Der Politiker Rui Manuel Hanjam wurde in Ermera geboren.

Der SucoBearbeiten

Poetete
Orte Position[4] Höhe
Aifu 8° 45′ S, 125° 23′ O 1215 m
Biluli 8° 44′ S, 125° 25′ O 913 m
Ermera 8° 45′ S, 125° 24′ O 1195 m
Hulorema 8° 46′ S, 125° 23′ O 1348 m
Leqisi 8° 44′ S, 125° 24′ O 999 m
Loblala 8° 45′ S, 125° 23′ O 1266 m
Pasehei 8° 44′ S, 125° 26′ O 893 m
Poepun 8° 45′ S, 125° 23′ O 1319 m
Poetete 8° 45′ S, 125° 24′ O 1195 m
Rematu 8° 44′ S, 125° 24′ O 937 m
Samatrae 8° 46′ S, 125° 24′ O 1319 m
Tidibessi 8° 46′ S, 125° 23′ O 1319 m
Tlihueo 8° 44′ S, 125° 24′ O 1019 m
Urletepoho 8° 44′ S, 125° 26′ O 938 m
Urluli 8° 44′ S, 125° 26′ O 943 m

Im Suco leben 8.828 Einwohner (2015), davon sind 4.405 Männer und 4.423 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 501,0 Einwohner/km². Im Suco gibt es 1.356 Haushalte.[1]

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Poetete eine Fläche von 17,35 km².[5] Nun sind es 17,62 km².[1] Der Suco liegt im Nordwesten des Verwaltungsamts Ermera. Nordwestlich liegt der zum Verwaltungsamt Ermera gehörende Suco Ponilala, östlich Riheu, südlich Talimoro und Mertuto und südlich Leguimea. Im Westen liegt das Verwaltungsamt Hatulia mit seinen Sucos Manusae und Fatubolo und im Norden das Verwaltungsamt Railaco mit seinen Sucos Matata und Tocoluli. Die Nordgrenze bildet der Fluss Gleno, der zum Flusssystem des Lóis gehört. In den Gleno mündet der aus Poetete kommende Daurecco und der östliche Grenzfluss zu Riheu, der Goumeca. Südwestlich des Ortes Ermera entspringt der Buri, der als Buro später in den Goumeca fließt. Die Südspitze des Sucos Poetete berührt der Fluss Lahosa, ein weiterer Nebenfluss des Lóis.[3]

Die Siedlung Ermera, im Zentrum des Sucos, ist eine lose zusammenhängende Siedlung aus den Orten Poetete, Poepun (Poepung) und Loblala. Südlich liegen die Orte Tidibessi (Tidibesse), Hulorema und Samatrae (Samatrai), nördlich die Dörfer Tlihueo (Tlibugeo), Biluli (Berluli), Rematu (Renatu) und Leqisi (Lequesi, Lekese). Im östlichen Streifen, nahe dem Ort Gleno liegen am Goumeca die Orte Pasehei (Pasehe, Paschei),Urletepoho und Urluli.[3][6]

Ermera verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz, eine Grundschule (Escola Primaria Katolika Porahein),[7] eine präsekundäre Schule, eine Sekundärschule (Escola Secundaria Katolik No. 746)[7] und ein kommunales Gesundheitszentrum. Weitere Grundschulen gibt es in Hulorema, Rematu und Biluli.[6]

Im Suco befinden sich die zwölf Aldeias Aldeia Vila, Biluli, Gueguemara, Leqisi, Loblala, Poepun, Rematu, Samatrae, Taclela (Taklela), Tidibessi, Urletoho und Urluli.[8]

GeschichteBearbeiten

Am 1. September 1975 kam es im Verlauf des Bürgerkrieges zwischen UDT und FRETILIN in Aifu zu Gefechten und Hinrichtungen. An das Massaker von Klaek Reman und Aifu und die Opfer der Kämpfe erinnert seit 2016 ein Denkmal.[9][10]

Im Ort Ermera befand Ende 1979 sich ein Internierungslager für osttimoresische Zivilisten (Transit Camp), die zur besseren Bekämpfung der FALINTIL von den indonesischen Besatzern umgesiedelt werden sollten. Die Distriktshauptstadt wurde in der Besatzungszeit nach Gleno verlegt.[11]

Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurde nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, kam es zu Todesfällen durch Verhungern. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos frei bewegen.[11]

Der Widerstandsführer Nino Konis Santana versteckte sich zwischen 1993 und 1998 in Loblala unter einem Wohnhaus.[12]

Am 10. April brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah Merah-Milizionären dutzende Häuser im Ort Ermera nieder.[11]

PolitikBearbeiten

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Francisco Babo zum Chefe de Suco gewählt.[13] Bei den Wahlen 2009 gewann Felisberto das Neves.[14]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Poetete – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. a b c Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  4. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Memento vom 5. Januar 2017 im Internet Archive) (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  6. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei; 571 kB)
  7. a b Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  8. Jornal da República: Diploma Ministerial n.° 16/2017, mit Korrekturen vom 9. Mai 2017, abgerufen am 12. März 2019.
  9. Regierung Osttimors: Government builds Reconciliation Monument of Aifu’s massacre, 8. April 2016, abgerufen am 20. Juni 2017.
  10. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  11. a b c „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  12. Jornal da República: DECRETO DO PRESIDENTE DA REPÚBLICA Nº. 72 /2015 de 19 de Novembro, abgerufen am 22. April 2019.
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap