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Pietro Supino

Schweizer Jurist und Verleger

LebenBearbeiten

Als Enkel des Kunstsammlers Werner Coninx und Sohn von dessen Tochter Rena Coninx gehört Supino zur Verlegerfamilie, welche bis heute die Mehrheit an der Tamedia AG hält und das Unternehmen in fünfter Generation führt. Sein Vater Ugo Supino, während des Zweiten Weltkriegs als Mitglied des italienischen Widerstands in der Schweiz interniert, war Direktor bei Pirelli und Alfa Romeo. Im Alter von sechs Jahren trennten sich seine Eltern und Supino zog mit seiner Mutter und seiner Schwester nach Zürich.[1]

Supino studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen (HSG) und an der London School of Economics. 1994 verfasste er seine Dissertation zum Thema Rechtsgestaltung mit Trust aus Schweizer Sicht. Er ist Inhaber des zürcherischen Anwaltspatents und eines Master of Laws.

Supino ist schweizerisch-italienischer Doppelbürger. Er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in Zürich.

Tätigkeit als RechtsanwaltBearbeiten

Als Rechtsanwalt war Supino für die Kanzlei Bär & Karrer in Zürich und als Management Consultant für die Unternehmensberatung McKinsey & Company in Zürich tätig. Er war ausserdem Gründungspartner des Family Office Private Client Partners in Zürich. Supinos Tätigkeit bei Bär & Karrer geriet in die Kritik, weil er 1998 an der Gründung einer «zweifelhaften» Offshore-Gesellschaft namens «Moonstone Trust» beteiligt gewesen sein sollte.[2] Die Vorwürfe erwiesen sich als haltlos, und die Ermittlungen gegen den damaligen Mandanten von Bär & Karrer wurden mangels Tatverdachts eingestellt.[3]

Tätigkeit bei TamediaBearbeiten

1991 wurde Supino Mitglied des Tamedia-Verwaltungsrats, 2002 dessen Vizepräsident und 2007 schliesslich – als Nachfolger von Hans Heinrich Coninx – dessen Präsident. Unter seiner Leitung entwickelte sich Tamedia mit der Übernahme der Espace Media Groupe 2007[4], des Schweizer Mediengeschäfts von Edipresse zwischen 2009 und 2011[5] und der Ziegler Druck- und Verlags-AG 2014[6] zum grössten[7] privaten Medienunternehmen der Schweiz.[8] Bevor er das Präsidium des Verwaltungsrates von Tamedia übernahm, besuchte er die Columbia University Graduate School of Journalism in New York.[9]

Weiteres EngagementBearbeiten

Supino ist seit 2012 Mitglied des Board of Visitors der Columbia University Graduate School of Journalism in New York[10] und war von 2013 bis 2015 Mitglied des internationalen Beirats des italienischen Medienunternehmens RCS MediaGroup.[11][12] Supino ist zudem Mitglied des Vorstandes des Vorstandes des Family Business Network Switzerland[13] und Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptuelle Kunst in Zürich, die das Museum Haus Konstruktiv betreibt.[14] Von 2010 bis 2017 war er Mitglied des Verwaltungsrates der Schweizerischen Depeschenagentur (sda).

Supino gilt als treibende Kraft hinter dem Bau des neuen Medienhauses der Tamedia[15] in Zürich, das von 2011 bis 2013 nach einem Entwurf des japanischen Architekten Shigeru Ban erstellt wurde.[16]

Am 30. September 2014 trat Supino als Keynote-Redner am Jahreskongress des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger auf.[17] Er rief die anwesenden Verleger dabei dazu auf, ihre Zukunft selbst zu gestalten und die technischen Möglichkeiten als Chance zu sehen. Die Medien, so Supino, bräuchten «mehr Ingenieure und Informatiker und weniger Lehrer.»[18]

Supino nahm 2012 an der Bilderberg-Konferenz teil.[19]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der rätselhafte Herr Supino In: baz.ch vom 1. Februar 2014
  2. Gian Trepp: Der Fall Moonstone Trust. In: Die Wochenzeitung 20/2008 vom 15. Mai 2008
  3. Joa Schmid: Razzia bei Robert Schuler-Voith (Aktualisierung). In: Schwäbische Post. 18. August 2014 (online).
  4. Tamedia übernimmt Espace Media Group persoenlich.com abgerufen am 24. Januar 2014
  5. Edipresse und Tamedia schliessen sich in der Schweiz zusammen tamedia.ch abgerufen am 24. Januar 2014
  6. Tamedia übernimmt Mehrheit der Ziegler Druck- und Verlags-AG tamedia.ch abgerufen am 24. Januar 2014
  7. Top 500 Handelszeitung – Die grössten Unternehmen der Schweiz segmentas.ch abgerufen am 24. Januar 2014
  8. Who is Who der Schweizer Wirtschaft – Pietro Supino, VR-Präsident Tamedia bilanz.ch abgerufen am 24. Januar 2014
  9. Pietro Supino. tamedia.ch abgerufen am 25. November 2013
  10. Board of Visitors Columbia Journalism School. (Memento des Originals vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.journalism.columbia.edu journalism.columbia.edu abgerufen am 25. November 2013
  11. RCS MediaGroup Board of Directors International Advisory Council established. (Memento des Originals vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rcsmediagroup.it rcsmediagroup.it abgerufen am 25. November 2013
  12. Tamedia AG: Geschäftsbericht 2015. Tamedia AG, 15. März 2016, abgerufen am 24. Mai 2016.
  13. FBN Switzerland: Vorstand des FBN Schweiz. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  14. Trägerstiftung & Museum Haus Konstruktiv (Memento des Originals vom 20. Juni 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hauskonstruktiv.ch hauskonstruktiv.ch abgerufen am 20. Juni 2015
  15. Neubau Werd tamedia.ch, abgerufen am 3. November 2014
  16. Hier produzieren wir die News für Sie 20minuten.ch, abgerufen am 3. November 2014
  17. Programm Zeitungskongress 2014, Berlin bdzv.de abgerufen am 13. November 2014
  18. Die selbstverschuldete Sehnsucht der Verleger nach Technik-Kompetenz. meedia.de abgerufen am 13. November 2014
  19. Zeitung Der Sonntag, Ausgabe vom 23. Mai 2010