Philipp von Rummel

deutscher Archäologe

Philipp Freiherr von Rummel (* 30. April 1975) ist ein deutscher Archäologe. Seit Frühjahr 2014 ist er Generalsekretär des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI).

Philipp von Rummel ist Enkel von Friedrich von Rummel und Ursula von Gersdorff sowie Urenkel von Wilhelm Waetzoldt. 1995 begann er an der Universität Freiburg ein Studium der Fächer Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Mittelalterliche Geschichte. Im Sommersemester 1998 sowie dem Wintersemester 1998/99 war er für ein Jahr an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zudem studierte er an der Universität Basel. Von 1999 bis 2001 war er wissenschaftliche Hilfskraft am Freiburger Sonderforschungsbereich Identitäten und Alteritäten der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2000 schloss von Rummel sein Studium in Freiburg mit der Arbeit Die beigabenführenden Gräber im vandalenzeitlichen Nordafrika. Zum Problem des archäologischen Nachweises von Vandalen und Alanen im nordafrikanischen Vandalenreich ab und widmete sich hier schon früh Nordafrika, das zum geografischen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit werden sollte. 2001 nahm er ein Promotionsstudium auf und war bis 2004 wissenschaftliche Hilfskraft beim Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Das Studium schloss er bei Heiko Steuer in Freiburg 2005 mit der Arbeit Habitus barbarus. Kleidung und Repräsentation spätantiker Eliten im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. ab. Die Arbeit wurde ob ihrer Originalität und ihrer neuartigen interdisziplinären Ansätze hoch gelobt[1] und wurde mit dem „Juliana-Anicia-Preis“ des Vereins für Spätantike Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte München ausgezeichnet. Für die Jahre 2006/07 wurde von Rummel zudem für die Arbeit das Reisestipendium der Römisch-Germanischen Kommission des DAI zugesprochen. Zuvor war er 2006 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Freiburg. 2007/08 war von Rummel freier wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes Ethnische Identitäten im Frühen Mittelalter des Instituts für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Im Mai 2008 wurde von Rummel Wissenschaftlicher Referent der Abteilung Rom des DAI, wo er die Redaktion leitete, für die Homepage zuständig war und die Projekte der Abteilung in Nordafrika koordinierte. Insbesondere forschte er zum tunesischen Chimtou, einer antiken Stadt mit einem der bedeutendsten Marmorsteinbrüche des Römischen Reiches, und der spätantiken Stadt Rom. Anfang Juni 2013 wurde er als Nachfolger des 2014 als erster Direktor an die Abteilung Rom wechselnden Ortwin Dally zum Generalsekretär des DAI gewählt, dessen ordentliches Mitglied er ist. Er trat sein Amt im Frühjahr 2014 an.

Von Rummels Forschungsschwerpunkte liegen bei der Archäologie der Spätantike, des Frühmittelalters sowie der Völkerwanderungszeit, bei der Archäologie der Identität sowie der Archäologie Nordafrikas. Schon während des Studiums wirkte er bei Ausgrabungen der frühalamannischen Höhensiedlung auf dem Zähringer Burgberg bei Freiburg sowie an Forschungen zum römischen und mittelalterlichen Bergbau in Sulzburg mit. Weiterhin wirkte er bei Ausgrabungen eines merowingerzeitlichen Reihengräberfeldes in Heitersheim und der neolithischen und frühalamannische Siedlung bei Vörstetten mit. In Nordafrika nahm er an Ausgrabungen in Thugga (Tunesien) an Ausgrabungen teil, von 2001 bis 2003 hatte er die technische Grabungsleitung bei diesem deutsch-tunesischen Forschungsprojekt inne. Die Ausgrabungen in Simitthu/Chimtou leitet er seit 2008 gemeinsam mit seinem tunesischen Kollegen Mustapha Khanoussi.

SchriftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

BelegeBearbeiten

  1. So in der Rezension von Stefan Priwitzer bei sehepunkte