Philipp (Hessen-Philippsthal)

Landgraf von Hessen-Philippsthal aus dem Haus Hessen (1663–1721)

Philipp von Hessen-Philippsthal (* 14. Dezember 1655 in Kassel; † 18. Juni 1721 in Aachen) war von 1663 bis 1721 paragierter Landgraf von Hessen-Philippsthal aus dem Haus Hessen.

Landgraf Philipp von Hessen-Philippsthal

LebenBearbeiten

 
Wappen des Philipp von Hessen-Philippsthal
 
Grabmal des Philipp von Hessen-Philippsthal in der Grote Kerk in Den Haag

Philipp war der dritte Sohn des Landgrafen Wilhelm VI. von Hessen-Kassel und dessen Gemahlin Hedwig Sophie von Brandenburg. Er begründete die hessische Seitenlinie Hessen-Philippsthal ohne Landeshoheit.

Im Testament seines Vaters war er lediglich mit einer Rente bedacht worden. Aus dem Erbe seiner Mutter erhielt er unter anderem die Hälfte des Schlosses und der Erbvogtei Barchfeld. 1678 erhielt er von seinem Bruder, dem Kasseler Landgrafen Karl, nach dem Aussterben der Familie von Wersebe, Schloss und Gut Herleshausen, zunächst als Lehen und schließlich als Besitz. Im Jahr 1683 nahm Philipp an der Schlacht am Kahlenberg teil. Zur Einrichtung einer ständigen Residenz war Philipp das ehemalige Kloster Kreuzberg (oder Kreuzburg) an der Werra zugewiesen worden, wo er 1685 das Schloss Philippsthal errichten ließ. Am 5. Juli 1694 wurde er von König Christian V. in den Elefanten-Orden aufgenommen, den höchsten dänischen Ritterorden. Als er sich um das Jahr 1707 von seiner militärischen Karriere zurückzog, entschloss er sich, in Den Haag zu leben. In diesem Jahr kaufte er Land und ein Haus am Scheveningseweg, das er niederreißen ließ, um ein bescheidenes Schloss zu bauen, das er „Hessenhof“ nannte. Philipps Nichte, Herzogin Élisabeth Charlotte d’Orléans, schrieb später, sie habe gehört, er habe dort als niederländischer Staatsbürger gelebt und seine Söhne als Bauern erzogen. Sein Nachbar in Den Haag war der niederländisch-englische Höfling und Diplomat Graf Johann Wilhelm Bentinck. Als er 1721 vorübergehend in Aachen war, starb er dort an einem Schlaganfall. Er wurde zunächst in Maastricht bestattet. Im Jahre 1723 wurde seine Leiche nach Den Haag verlegt, wo er in der Großen Kirche begraben wurde. Seine Witwe hat dort ein Grabdenkmal errichtet, das vom Architekten Daniel Marot entworfen wurde. Auch Katharina Amalie von Solms-Laubach wurde später dort begraben. Später wurde das Schloss umbenannt in „Huis Buitenrust“. Im 19. Jahrhundert wurde es von Königin Anna Pawlowna bewohnt und im Jahr 1912 für der Bau des Gartens des Friedenspalastes abgerissen.[1]

VorfahrenBearbeiten

 
 
 
 
 
Moritz Landgraf von Hessen-Kassel (1572–1632)
 
 
 
 
Wilhelm V. Landgraf von Hessen-Kassel (1602–1637)
 
 
 
 
 
Agnes zu Solms-Laubach (1578–1602)
 
 
 
Wilhelm VI. Landgraf von Hessen-Kassel (1629–1663)
 
 
 
 
 
 
Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg (1576–1612)
 
 
 
Amalie Elisabeth von Hanau-Münzenberg (1602–1651)
 
 
 
 
 
Katharina Belgica von Oranien-Nassau (1578–1648)
 
 
 
Philipp von Hessen-Philippstal
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Sigismund Kurfürst von Brandenburg, (1572–1620)
 
 
 
Georg Wilhelm Kurfürst von Brandenburg (1595–1640)
 
 
 
 
 
Anna von Preußen (1576–1625)
 
 
 
Hedwig Sophie von Brandenburg (1623–1683)
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich IV. Kurfürst von der Pfalz (1574–1610)
 
 
 
Elisabeth Charlotte von der Pfalz (1597–1660)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Luise Juliana von Oranien-Nassau (1576–1644)
 
 

NachkommenBearbeiten

 
Landgräfin Katharina Amalie

Am 16. April 1680 heiratete Philipp in Kassel Katharina Amalie (1654–1736), Tochter des Grafen Karl Otto von Solms-Laubach, mit der er folgende Kinder hatte:

  • Wilhelmine Hedwig (1681–1699)
  • Karl (1682–1770), Landgraf von Hessen-Philippsthal, ⚭ 1725 Prinzessin Katharina Christine von Sachsen-Eisenach (1699–1743)
  • Amalie (1684–1754)
  • Amöne (1685–1686)
  • Philipp (1686–1717), ⚭ 1714 Gräfin Marie von Limburg-Styrum (1689–1759)
  • Friederike Henriette (1688–1761)
  • Wilhelm (1692–1761), Landgraf von Hessen-Philippsthal-Barchfeld, ⚭ 1724 Prinzessin Charlotte von Anhalt-Bernburg (1704–1766)
  • Sophie (1695–1728), ⚭ 1723 Herzog Peter August von Holstein-Beck (1696–1775)

WeblinksBearbeiten

Commons: Philipp von Hessen-Philippsthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Th. Morren: Zorgvliet, Buitenrust en Rustenburg., Elsevier’s Geïllustreerd Maandschrift (Deutsch: Elseviers illustrierter Monatsbericht), Band XIII, Band 2 (Juli-Dezember), 1903
VorgängerAmtNachfolger
-Paragierter Landgraf von Hessen-Philippsthal
1663–1721
Karl I.