1721
Die Unterzeichnung des Friedensvertrags von Nystadt, Radierung
Der Frieden von Nystad zwischen Schweden und Russland
beendet den Großen Nordischen Krieg endgültig.
Peter I. der Große
In Sankt Petersburg lässt sich
Zar Peter I. zum Kaiser des Russischen Reiches ausrufen.
Papst Innozenz XIII.
Michelangelo dei Conti wird unter dem Namen Innozenz XIII. zum Papst gewählt.
1721 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 1169/70 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1713/14 (Jahreswechsel 10./11. September)
Bengalischer Solarkalender 1126/1127 (Jahresbeginn 14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung 2264/65 (südlicher Buddhismus); 2263/64 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 73. (74.) Zyklus

Jahr des Metall-Büffels 辛丑 (am Beginn des Jahres Metall-Ratte 庚子)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1083/84 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea) 4054/55 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender 1099/1100
Islamischer Kalender 1133/34 (Jahreswechsel 21./22. Oktober)
Jüdischer Kalender 5481/82 (21./22. September)
Koptischer Kalender 1437/38 (10./11. September)
Malayalam-Kalender 896/897
Seleukidische Ära Babylon: 2031/32 (Jahreswechsel April)

Syrien: 2032/33 (Jahreswechsel Oktober)

Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1777/78 (Jahreswechsel April)

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

Großer Nordischer Krieg und Gründung des Russischen KaiserreichsBearbeiten

 
Gebietsänderungen infolge der Friedensverträge nach dem Großen Nordischen Krieg 1719–1721
 
Frieden von Nystad: Die schwedischen Gebietsverluste in Altfinnland in grün

Der Frieden von Nystad beendet am 10. September den Großen Nordischen Krieg zwischen Schweden und Russland. Schweden tritt die Gebiete Ingermanland, Livland, Estland, die Inseln Ösel und Dagö sowie Südkarelien an Russland ab. Dafür erhält es Finnland bis auf Altfinnland zurück, das Peter I. 1714 erobert hat.

 
Die russische Zarenkrone

Am 2. November lässt sich Zar Peter I. in Sankt Petersburg zum Kaiser des Russischen Kaiserreiches ausrufen. Peter I. krönt sich wie alle seine Nachfolger selbst und bringt mit der Selbstkrönung zum Ausdruck, dass die Kaiser weder einer weltlichen noch einer kirchlichen Macht unterstehen. Um die westliche Ausrichtung des Reiches zu betonen, wird die traditionelle russische Kappe des Monomach durch die Zarenkrone ersetzt. Internationale Streitigkeiten ergeben sich dadurch vor allem mit dem Habsburgerreich, dessen Herrscher der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ist, sich als Nachfolger der Weströmischen Reiches fühlt und deshalb den einzig legitimen Führungsanspruch in der christlichen Welt beansprucht. Aus diesem Grund wird der Kaisertitel lediglich vom geschlagenen Kriegsgegner Schweden und den Niederlanden anerkannt, zu denen Peter der Große gute Verbindungen pflegt.

Heiliges Römisches ReichBearbeiten

Die Grafschaft Nassau-Idstein fällt an Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler.

GroßbritannienBearbeiten

 
Sir Robert Walpole

AfrikaBearbeiten

 
Arguins Festung (1721)

WirtschaftBearbeiten

Wissenschaft und TechnikBearbeiten

Die Dänische Lustration, eine Landvermessung im vorübergehend (1715 bis 1721) unter dänischer Herrschaft stehenden Vorpommern, wird abgeschlossen.

KulturBearbeiten

ArchitekturBearbeiten

LiteraturBearbeiten

 
Titelvignette der Erstausgabe der Persischen Briefe

Musik und TheaterBearbeiten

Hamburg/KopenhagenBearbeiten
LondonBearbeiten
Neapel/RomBearbeiten
 
Manuskript von Alessandro Scarlatti
Salzburg/WienBearbeiten
InstrumentalmusikBearbeiten

Johann Sebastian Bach beendet die Arbeit an seinen Brandenburgischen Konzerten, die er dem Prinzen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt widmet.

GesellschaftBearbeiten

ReligionBearbeiten

PapstwahlBearbeiten

Kirchenreform in RusslandBearbeiten

  • 25. Januar: Peter I. ordnet per Ukas die Gründung des Heiligsten dirigierenden Synods als oberste Regierungs-Institution der Russisch-Orthodoxen Kirche an. Damit wird das Patriarchat abgeschafft. Der Synod besteht zum Teil aus kirchlichen Würdenträgern und teilweise aus Laien, die vom Zaren ernannt werden. Mitglieder sind unter anderem die Metropoliten von Sankt Petersburg, Moskau und Kiew, sowie der Exarch von Georgien. Die Jurisdiktion des Heiligsten regierenden Synods erstreckt sich auf alle Fragen kirchlichen Lebens und schließt auch manche säkulare Gebiete mit ein.

GrönlandBearbeiten

 
Statue von Hans Egede in der grönländischen Hauptstadt Nuuk

Bistums- und KlostergründungenBearbeiten

KatastrophenBearbeiten

 
Die Pestmauer nahe Fontaine-de-Vaucluse
  • Februar bis Juli: Im Hochland von Comtat Venaissin wird die Pestmauer errichtet, um die Ausbreitung der in der Provence wütenden Pest nach Norden zu verhindern. Trotzdem erreicht die Epidemie im August Avignon, während sie in den südlicheren Teilen der Provence bereits nahezu verklungen ist. Nun soll die Mauer den Süden vor der Krankheit im Norden schützen.

Historische Karten und AnsichtenBearbeiten

 
A New Map of Europe According to the Newest Observations, Herman Moll

GeborenBearbeiten

Erstes HalbjahrBearbeiten

Zweites HalbjahrBearbeiten

  • 02. Oktober: Tia Weil, Oberlandesrabbiner in Baden und rabbinischer Gelehrter († 1805)
  • 14. Oktober: Peter Viktor von Besenval, Schweizer Militär in französischen Diensten († 1791)
  • 16. Oktober: Johann Bücher, deutscher evangelischer Theologe († 1785)
  • 02. November: Johannes Esaias Nilson, deutscher Maler († 1784)
  • 06. November: Johann Conrad Bürgy, schweizerisch-deutscher Orgelbauer († 1792)
  • 09. November: Mark Akenside, englischer Arzt und Dichter († 1770)
  • 14. November: Friedrich Samuel Zickler, deutscher lutherischer Theologe († 1779)
  • 20. November: Jean-Henri Maubert de Gouvest, französischer entlaufener Mönch, Abenteurer, Artillerieoffizier, Sekretär, Schriftsteller, Publizist, Geheimagent und Direktor einer in Deutschland gastierenden Komödiantentruppe († 1767)
  • 22. November: Marcantonio Marcolini, italienischer Kardinal, Nuntius für Florenz, Sekretär der Consulta in Rom und Generalauditor der Apostolischen Kammer († 1782)
 
Porträt von Madame de Pompadour
  • 29. Dezember: Jeanne-Antoinette Poisson, Madame de Pompadour, französische Adelige, Mätresse von Ludwig XV. († 1764)

Genaues Geburtsdatum unbekanntBearbeiten

Geboren um 1721Bearbeiten

  • 30. Januar 1721 oder 20. Mai 1722: Bernardo Bellotto (Canaletto), italienischer Maler († 1780)

GestorbenBearbeiten

Januar bis AprilBearbeiten

  • 01. Januar: Amy Buisson, Genfer Brigadier in fremden Diensten (* 1649)
  • 06. Januar: Theodor Dassov, deutscher Sprachwissenschaftler und lutherischer Theologe (* 1648)
  • 11. Januar: Johann Ernst Schaper, deutscher Mediziner und mecklenburgischer Politiker (* 1668)
  • 18. Januar: Otto von Schlabrendorf, preußischer General der Infanterie, Gouverneur der Festung Küstrin sowie Erbherr auf Groß Machnow und Blankenfeld (* 1650)
  • 25. Januar: Robert Challe, französischer Reisender und Schriftsteller (* 1659)
  • Januar: Ernst Christoph Hochmann von Hochenau, deutscher mystisch-separatistischer Pietist (* 1670)
 
Die Beerdigung von Clemens XI. im Jahr 1721

Mai bis AugustBearbeiten

  • 03. Juli: Hermann von Brevern, deutsch-baltischer Jurist (* 1663)
  • 08. Juli: Elihu Yale, Kaufmann walisischer Abstammung, Gouverneur der Britischen Ostindienkompanie in Madras und Förderer des nach ihm benannten Yale College (* 1649)
  • 12. Juli: Antonio Giannettini, italienischer Organist, Kapellmeister und Komponist (* 1648)
  • 18. Juli: Antoine Watteau, französischer Maler (* 1684)
  • 26. Juli: Samuel Jacobi, deutscher Kantor und Komponist (* 1652)
  • 28. Juli: Nureddin al-Dscherrahi, osmanischer islamischer Mystiker, Gründer des Dscherrahi-Derwisch-Ordens (* 1678)

September bis DezemberBearbeiten

  • 12. Dezember: Joseph Greissing, Hofbaumeister in Würzburg (* 1664)
  • 13. Dezember: Alexander Selkirk, schottischer Seefahrer und Abenteurer, Vorbild für Daniel Defoes Robinson Crusoe (* 1676)

Genaues Todesdatum unbekanntBearbeiten

Gestorben um 1721Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: 1721 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien