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Pheidippides

sagenhafter Botenläufer, der zum Vorbild für den modernen Marathon wurde
Statue des Pheidippides bei Marathon

Pheidippides (altgriechisch: Φειδιππίδης), auch Thersippos, Eukles und Philippides genannt, war nach der Überlieferung von Herodot[1] ein athenischer Bote, der vor der Schlacht bei Marathon mit einem – letztlich vergeblichen – Hilfeersuchen nach Sparta lief. Dieser Lauf über etwa 245 km ist das Vorbild für den modernen Spartathlonlauf.

In wesentlich späteren Überlieferungen von Plutarch[2] und Lukian von Samosata[3] wurde der Name auf den legendären Boten übertragen, der nach der Schlacht 490 v. Chr. nach Athen gelaufen und an Erschöpfung auf dem Areopag gestorben sein soll, nachdem er die Nachricht vom Sieg über die Perser übermittelt hatte. Dieser sagenhafte Lauf über etwa 42 km ist das Vorbild für den modernen Marathonlauf.

Herodots Überlieferung (5. Jh. v. Chr.)Bearbeiten

Ende August des Jahres 490 vor Christus landeten die Streitkräfte des Achämenidenreichs unter Dareios I. auf dem griechischen Festland bei Marathon mit der Absicht, die Stadtstaaten Griechenlands zu unterwerfen. Der athenische Herrscher Miltiades schickte deshalb einen Botenläufer namens Pheidippides mit einem Hilfegesuch nach Sparta. Einen solchen Läufer nannte man im antiken Griechenland Hemerodromos (ἡμεροδρόμος).

Der Bote soll die Strecke von ca. 245 km in weniger als zwei Tagen zurückgelegt haben. Die Spartiaten teilten ihm jedoch mit, dass sie ihr laufendes Fest Karneia nicht unterbrechen dürften (so ein Orakelspruch) und folglich den Athenern frühestens in sechs Tagen militärischen Beistand leisten könnten. Somit waren die Athener in der Schlacht bei Marathon auf sich alleine gestellt.

Plutarch und Lukian (1. und 2. Jh. n. Chr.)Bearbeiten

Erst Plutarch erzählt mehr als 500 Jahre später unter Berufung auf ein verlorengegangenes Werk des Herakleides Pontikos von einem Boten, der nach der Schlacht von Marathon nach Athen gelaufen sei, und nennt diesen Thersippos oder Eukles. Lukian griff diese Geschichte ein Jahrhundert später auf und gibt als Namen für den Läufer „Philippides“ an, was zu der Verschmelzung dieser legendären Gestalt mit dem historisch verbürgten Pheidippides beitrug.

Die Texte dieser beiden relativ späten Autoren bilden die einzigen Überlieferungen vom Marathonläufer. Sie sind jedoch weniger Zeugnisse für die Geschichtlichkeit des Marathonläufers, sondern geben eher Anlass zum Zweifel an seiner Historizität. Daher wird die Frage nach der Geschichtlichkeit des Marathonläufers mit z. T. unterschiedlichen Begründungen heute überwiegend negativ beantwortet.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Buch 6, 105–106
  2. Vom Ruhm der Athener 347 C
  3. Schutzrede für einen im Grüßen begangenen Fehler 3

WeblinksBearbeiten