Peter Lothar Oesterreich

deutscher Rhetoriker, Professor für Philosophie an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau
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Peter Lothar Oesterreich (* 10. März 1954 in Wesel) ist Philosoph mit den Schwerpunkten Deutscher Idealismus und Rhetorik.

Beruflicher WerdegangBearbeiten

Oesterreich studierte Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte, Pädagogik und Theologie an den Universitäten Tübingen, Düsseldorf, Köln, Wuppertal und Essen. An der letztgenannten Universität promovierte er 1984 mit einer Arbeit über den universalhistorischen Weltalter-Idealismus Schellings. Nach einer wissenschaftlichen Assistentur im Fach Philosophie an der Universität Essen erfolgte 1990 die Habilitation mit einer Arbeit über die Fundamentalrhetorik. Im Anschluss hatte er an dieser Universität eine Hochschuldozentur inne, im Sommersemester 1995 eine Stiftungsgastprofessor an der Universität Ulm. Von 1995 bis 2020 war er Lehrstuhlinhaber für Philosophie an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau.

Oesterreich ist u. a. Mitglied der Internationalen Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft, des Arbeitskreises Rhetorik und der Internationalen Schelling-Gesellschaft. Seit 2008 hat Oesterreich eine Honorarprofessur an der Universität Ulm.

ForschungsschwerpunkteBearbeiten

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Deutschen Idealismus und in der Rhetorik. Er veröffentlichte zahlreiche Studien zu Fichte, F. Schlegel, Schelling und Kant. Hervorzuheben ist seine Beteiligung an der zweibändigen Fichte-Ausgabe des Deutschen Klassiker Verlags, in der er dessen Schriften zur Angewandten Philosophie kommentierte.

In der Rhetorik vertritt er einen weit gefassten Begriff, der von dem, was ‚landläufig‘ unter Rhetorik verstanden wird, abweicht: Rhetorik befasse sich nämlich nicht nur mit der Einkleidung der Gedanken in Worten (elocutio), sondern sie befasst sich auch mit der Auffindung von Argumenten (inventio), der Gliederung des Vortrags (dispositio), dem Einprägen desselben (memoria) und dem Vortrag selbst in seiner stimmlichen, mimischen und gestischen Aufführung (actio). Oesterreich geht noch weiter und postuliert, dass die Existenz des Menschen wesentlich auf das Reden-Können basiere und kann so vom homo rhetoricus sprechen: Jeder Mensch erfinde sich und die Welt durch die Rede neu.

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten