Peter Gardosch

Holocaust-Überlebender und Autor

Peter Johann Gardosch (geboren am 8. November 1930 in Neumarkt am Miresch, Rumänien; gestorben am 16. November 2022 bei Berlin) war ein Holocaust-Überlebender.

LebenBearbeiten

Peter Gardosch wurde 1930 als Kind einer gutbürgerlichen jüdischen Familie in Neumarkt am Miresch in Siebenbürgen in Rumänien geboren. Im Juni 1944 wurde die Familie ins KZ Auschwitz deportiert, wo seine Mutter, Schwester und Großmutter sofort ermordet wurden. Peter Gardosch überlebte, da er sich drei Jahre älter ausgab. Nahe dem Hungertod, meldeten er und sein Vater sich freiwillig zu einem Arbeitskommando. Nach 19 Tagen kamen beide über das KZ Dachau ins KZ-Außenlager Kaufering III. Dort wurden von den Häftlingen halbunterirdische Bunker für die Herstellung von Kampfflugzeugen errichtet. Da Peter Gardosch gut die deutsche Sprache beherrschte, wurde er zum Gehilfen eines SS-Manns und musste dadurch leichtere Arbeiten verrichten, was ihm nach eigenen Aussagen vermutlich das Leben rettete. Auf einem Todesmarsch konnte er mit vier Häftlingen, einer davon war sein Vater, sowie zwei SS-Männern fliehen. Sie versteckten sich bis Kriegsende im Kloster in Fürstenfeldbruck. Anschließend kehrte Peter Gardosch nach Ungarn zurück. Im Jahr 1963 wanderte er nach Israel aus und kehrte darauf nach Deutschland zurück. Hier studierte er und arbeitete als Unternehmensberater. Im hohen Alter fing er an, in der Öffentlichkeit mit Hilfe von Veröffentlichungen und Schulbesuchen über seine Erlebnisse als KZ-Gefangener zu sprechen.[1][2]

WerkeBearbeiten

  • 2004: Die Wiedergutmachung. Roman; veröffentlicht unter dem Pseudonym Peter Herzog
    • 2011: Die Wiedergutmachung. Autobiographischer Roman; veröffentlicht als Peter Gardosch
  • 2019: Mit 13 durch die Hölle. Ein autobiografischer Roman bis in die Zeit der Wiedergutmachung

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurzbiografie Peter Johann Gardosch. KZ-Gedenkstätte Dachau. Abgerufen am 17. November 2022.
  2. Peter Johann Gardosch: Auschwitz-Überlebender verstorben. Bayerischer Rundfunk. Abgerufen am 17. November 2022.