Hauptmenü öffnen

Otto Voelckers, auch: Otto Völckers, (* 9. November 1888 in Kassel; † 6. Dezember 1957 in München) war ein deutscher Architekt und Fachautor.

LebenBearbeiten

In den 1920er Jahren war Voelckers zunächst als Filmarchitekt tätig[1]. So kreierte er in Manfred Noas zweiteiligem Monumentalstummfilm Helena aus dem Jahre 1924 die umfangreichen Filmbauten.

Bereits Ende des Jahrzehnts machte er das Werk des finnischen Architekten Alvar Aalto in Deutschland bekannt.[2]

Bis 1933 war Voelckers Herausgeber der Zeitschrift Stein Holz Eisen.

Nach dem Kriegsende engagierte sich Voelckers sehr für den Wiederaufbau Münchens und gehörte zu den wenigen Architekten, die im Sinne einer Anknüpfung an die Ideen des Neuen Bauens eine radikal neue Bebauungsform der Altstadt vorschlugen. Voelckers Wiederaufbauplan sah eine geschlossene Neubebauung durch große Baublöcke in genossenschaftlichem Besitz vor, in deren glasbedeckten Passagen und Kaufhöfen ein reges Sozialleben entstehen sollte. Auch im Falle des geplanten Wiederaufbaus des Frankfurter Goethehauses plädierte Voelckers für eine völlige Neugestaltung, konnte sich jedoch gegen den originalgetreuen Entwurf von Theo Kellner nicht durchsetzen.

Bekannt wurde Voelckers auch durch seine Entwürfe für Notstands-Kleinstwohnungen, die von dem Münchener Wiederaufbau-Referat 1945–1946 in Auftrag gegeben wurden. Diese Kleinstwohnungen durften nach Vorschrift der Besatzungsbehörden nur eine Wohnfläche von maximal 4 m² pro Person haben; Voelckers versuchte, aus diesen Beschränkungen das „Bestmögliche an Brauchbarkeit, Wohnlichkeit und Schönheit herauszuholen“.[3]

Von 1950 bis zu seinem Tode war er Mitherausgeber der Fachzeitschrift Glasforum[4]. Voelckers war Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB).

Otto Voelckers war seit dem 9. März 1912 mit Maria Theresia Voelckers, geb. Kayser (* 4. Juli 1883 in Berlin) der Tochter des Geologen Emanuel Kayser und Nichte des Physikers Heinrich Kayser verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, der Kapellmeister und Musikwissenschaftler Jürgen Wolfgang Voelckers (* 25. Januar 1913, Frankfurt a. M., † 22. März 1990 in Garmisch-Partenkirchen) und die Ärztin Renate Cäcilie Voelckers (* 5. Oktober 1915 in München) hervor[5].

WerkBearbeiten

SchriftenBearbeiten

  • Die Klosteranlagen der Karthäuser in Deutschland. In: Zeitschrift für Bauwesen, Jg. 71, 1921, S. 313–322 (Digitalisat der Zentral- und Landesbibliothek Berlin).
  • Ottobeuren. In: Zeitschrift für Bauwesen, Jg. 72, 1922, S. 288–298 (Digitalisat der Zentral- und Landesbibliothek Berlin).
  • Die neue Volksschule in Celle – Ein Beitrag zum Problem des neuzeitlichen Schulhauses. Verlag Englert & Schlosser, Frankfurt a/Main 1929
  • Wohnbaufibel. Für Anfänger und solche, die glauben es nicht mehr zu sein. Julius Hoffmann Verlag, Stuttgart 1932
  • Deutsche Hausfibel. Staackmann, Leipzig 1937
  • Glas und Fenster. Ihr Wesen, ihre Geschichte und Bedeutung in der Gegenwart. Bauwelt Verlag, Berlin 1939
  • Dorf und Stadt. Eine deutsche Fibel. Staackmann, Leipzig 1942
  • Bauen mit Glas. Julius Hoffmann Verlag, Stuttgart 1948
  • Das Grundrißwerk. Julius Hoffmann Verlag, Stuttgart 1949 (3. Auflage)
  • Wohnraum und Hausrat. Eine Fibel. Baessler, Bamberg 1949
  • So wohnen die Völker der Erde. Cassineum, Donauwörth 1949

Bauten und EntwürfeBearbeiten

  • 1914: Entwurf Haus Kammersänger K. in München[6]
  • vor 1915: Haus Dr. Drevermann in Frankfurt-Eschersheim, Häberlinstraße / Keßlerstraße (verändert)[6]
  • vor 1915: Entwurf zu einem Haus und Garten am Schloßberg in Marburg[6]
  • 1923: Entwurf der Kulissen zu dem zweiteiligen Monumentalfilm Helena
  • 1925: Entwurf für ein großes Reihenhaus in dunkelroter Farbgebung für München
  • vor 1926: Haus Auf der Kupferschmiede[7]
  • 1928: Kleinwohnung auf der Münchener Ausstellung „Heim und Technik“[8]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Otto Voelckers | filmportal.de. Abgerufen am 13. April 2018.
  2. Susanne Müller: Aalto und Wolfsburg. Ein skandinavischer Beitrag zur deutschen Architektur der Nachkriegszeit. 2008. ISBN 978-3-89739-578-7.
  3. Winfried Nerdinger (Hrsg.): Aufbauzeit. Planen und Bauen. München 1945-1950. München, 1984, ISBN 3-406-09825-8, S. 105.
  4. Glasforum 1/1958, Verlag Karl Hofmann, Schorndorf bei Stuttgart
  5. Bernhard Koerner: Ostdeutsches Geschlechterbuch, Band 1. Starke, Görlitz 1928, S. 151 ff.
  6. a b c Zu den Arbeiten v. Otto Völckers. In: Innendekoration, 26. Jahrgang 1915, Heft 8, S. 305–312. (Digitalisat)
  7. Moderne Bauformen, Jahrgang 1926, Heft 8, S. #.
  8. Der Städtebau, Jahrgang 1926, Heft 8, S. #.