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Die Operation Allied Protector war eine multinationale Marine-Mission der NATO zum Schutz von Handelsschiffen gegen Piratenangriffe am Horn von Afrika. Sie wurde von März bis August 2009 durchgeführt.

OperationsverlaufBearbeiten

Die NATO führte bereits von Oktober bis Dezember 2008 mit Kräften der Standing NATO Maritime Group 2 die Operation Allied Provider durch, die nach Beginn der EU-Operation Atalanta beendet wurde.

Die Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG 1) sollte von März bis Juli 2009 im Rahmen der Operation Pearl[1] diverse Häfen im nördlichen Indischen Ozean und in Südostasien, unter anderem Singapur und Perth in Australien, anlaufen. Zunächst war geplant, im März/April und im Juni temporär beim Kampf gegen die Piraterie zu unterstützen. Auf dem NATO-Gipfel in Straßburg am 3. und 4. April 2009 beschloss der NATO-Rat verstärkt gegen Piraten vorzugehen und hierzu auch die SNMG 1 einzusetzen. Daher wurde der Verband entgegen der ursprünglichen Planung nach einem Hafenbesuch in Karatschi, Pakistan, statt in die südostasiatischen Gewässer, sofort an das Horn von Afrika entsendet.[2]

Die Schiffe der SNMG 1 beteiligten sich ab 24. März 2009 nach Passage des Sueskanals am Schutz der Schifffahrt vor der Küste Afrikas. Am 28. März kam es zu einem ersten Einsatz, als der Bordhubschrauber der USS Halyburton einer unter Beschuss geratenen Yacht unter maledivischer Flagge zur Hilfe kam.[3] Seitdem unterband die SNMG 1 aktiv mehrere Übergriffe, führte Boarding-Operationen durch, unterstützte die jemenitische Küstenwache und eskortierte mehrere Schiffe.[4]

Am 29. Juni 2009 übernahm die SNMG 2 die Aufgaben der SNMG 1, am 17. August 2009 begann die Nachfolge-Operation Ocean Shield.

AuftragBearbeiten

Die Operation Allied Protector sollte zur Sicherheit der Schifffahrt am Horn von Afrika beitragen. Rechtsgrundlage waren die Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen 1816, 1838, 1846 und 1851.

OrganisationBearbeiten

 
Fregatte De Zeven Provincien

FührungBearbeiten

Verantwortlicher NATO-Gefechtsstand war das Allied Maritime Component Command Headquarters Northwood (Vereinigtes Königreich). Vor Ort wurden die Einsatzkräfte bis Ende Juni 2009 durch den portugiesischen Konteradmiral Jose Pereira da Cunha geführt. Mit der Übernahme durch die SNMG 2 wurde diese Aufgabe durch den britischen Commodore Steve Chick wahrgenommen.[4]

Beteiligte KräfteBearbeiten

Die NATO setzte mit der HMCS Winnipeg aus Kanada, der De Zeven Provinciën aus den Niederlanden, der Blas de Lezo aus Spanien, der Halyburton aus den USA und der Corte Real aus Portugal als Flaggschiff fünf Schiffe der SNMG 1 ein.

Die Kräfte der SNMG 2 setzten sich aus der britischen Cornwall als Flaggschiff, der Libeccio aus Italien, der griechischen Navarinon, der Gediz aus der Türkei und dem amerikanischen Zerstörer Laboon zusammen.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Operation Pearl auf der Homepage des MCC Northwood; eingesehen am 24. Juni 2009 (Memento vom 18. April 2009 im Internet Archive)
  2. Pressemitteilung der NATO: NATO returns to counter piracy mission (Memento des Originals vom 2. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.manw.nato.int vom 27. April 2009 (PDF, 816 kB)
  3. Pressemitteilung der SNMG 1 Standing NATO Maritime Group 1 disrupt piracy attack off the Horn of Africa (Memento des Originals vom 28. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.manw.nato.int vom 29. März 2009 (PDF, 72 kB)
  4. a b c Operation Allied Protector auf der Homepage des MCC Northwood; eingesehen am 11. Juli 2009 (Memento vom 1. April 2009 im Internet Archive)