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Olaf Gersemann (* 18. Juni 1968 in Ibbenbüren) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Seit 2010 ist er Leiter des Ressorts Wirtschaft, Finanzen, Immobilien der WELT-Gruppe (Die Welt, Welt am Sonntag, N24).[1]

Leben und berufliche EntwicklungBearbeiten

Gersemann besuchte nach Abitur und Zivildienst in Ibbenbüren von 1989 bis 1992 die Kölner Journalistenschule[2]. Zwischen 1991 und 1996 studierte er Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und am Trinity College Dublin.

Von 1996 an arbeitete er als Redakteur für die Verlagsgruppe Holtzbrinck, erst beim Handelsblatt, dann bei der Wirtschaftswoche. Zwischen 1999 und 2005 war er als Washington-Korrespondent der Wirtschaftswoche tätig. 2005 wurde er Auslandschef der Financial Times Deutschland. Zwei Jahre später wechselte er zur WELT-Gruppe, zunächst als stellvertretender Wirtschaftschef.[3]

Seit 2010 ist Gersemann Ressortleiter für Wirtschaft, Finanzen und Immobilien, bis 2016 mit Thomas Exner, seither mit Ileana Grabitz.[4]

Im November 2017 verteidigte er Steueroasen unter anderem als „Schutz vor der Gier der Finanzminister“ und Schutz „vor staatlicher Willkür“ und „Übergriffen“ für Leute, „die einfach zu viel Geld haben, um es in der Matratze oder im Wandtresor unterzubringen“.[5]

Gersemann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in Berlin.

AuszeichnungenBearbeiten

Gersemann ist mehrfach für seine publizistische Arbeit ausgezeichnet worden: mit dem Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik (2001)[6], dem Templeton Enterprise Award (2007)[7], dem Herbert Quandt Medien-Preis (2009)[8] und dem State-Street-Preis für Finanzjournalisten (2012[9], 2016[10]).

BuchveröffentlichungenBearbeiten

  • „Kontrollierte Heroinabgabe. Optionen einer künftigen Drogenpolitik“, Hamburg 1996, S+W Steuer- und Wirtschaftsverlag, ISBN 978-3891614525
  • „Amerikanische Verhältnisse. Die falsche Angst der Deutschen vor dem Cowboy-Kapitalismus“, München 2003, FinanzBuch Verlag, ISBN 978-3898790789. Übersetzungen ins Portugiesische, Russische und Englische ("Cowboy Capitalism: European Myths, American Reality", Washington, D.C., 2004, Cato Institute, ISBN 978-1930865785)
  • „Die Deutschland-Blase. Das letzte Hurra einer großen Wirtschaftsnation“, München 2014, DVA, ISBN 978-3421046574

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Axel Springer SE: WELT-Gruppe gründet Investigativressort: Jörg Eigendorf wird Chefreporter und Mitglied der Chefredaktion Axel Springer SE. Abgerufen am 31. Oktober 2017 (englisch).
  2. Und danach? | Koelner Journalistenschule. Abgerufen am 1. November 2017 (deutsch).
  3. Olaf Gersemann. In: DIE WELT. (welt.de [abgerufen am 1. November 2017]).
  4. Ulf Poschardt ist Chefredakteur WeltN24. In: kress. (kress.de [abgerufen am 2. November 2017]).
  5. Drei Gründe, warum wir Steueroasen brauchen, Welt, 6. November 2017
  6. Förderpreisträger » Ludwig Erhard Stiftung. In: Ludwig Erhard Stiftung. (ludwig-erhard.de [abgerufen am 1. November 2017]).
  7. Templeton Enterprise Award | Book awards | LibraryThing. Abgerufen am 1. November 2017.
  8. Johanna-Quandt-Stiftung: 2009. Abgerufen am 1. November 2017.
  9. Sebastian Mohila: Presseinformation vom 22.11.2012. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. Juni 2017; abgerufen am 1. November 2017 (deutsch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.state-street-preis.de
  10. Martin Dziura, Tobias Bedranowsky: JournalistenPreise.de - State-Street-Preis für Finanzjournalisten - Gewinner. Abgerufen am 1. November 2017 (englisch).