Nikodemus Metaxas

griechischer Verleger und Anhänger der Reformation

Nikodemus Metaxas (griechisch Νικόδημος Μεταξάς Nikódimos Metaxás) war ein griechischer Verleger im Osmanischen Reich des 17. Jahrhunderts und ein Anhänger der Reformation.

LebenBearbeiten

Metaxas stammte aus einer alteingesessenen Familie auf Kefalonia im Golf von Patras. Sein Onkel war Bischof von Kefalonia, Ithaka und Zakynthos. Über ihn kam Nikodemus in Kontakt mit dem Patriarchat, das bestrebt war, eine griechische Druckerei in Konstantinopel zu gründen.

Metaxas studierte erst in Athen beim neuaristotelischen Philosophen Theophilos Corydalleus und ging 1622 nach England. Er setzte sein Studium in Oxford (vermutlich unter John Williams) fort. In London gründete er eine Druckerei und begann kirchliche und philosophische Schriften in griechischer Sprache zu drucken, so die Rhetorik des Korydalleus (1625). Das Geschäft gestaltete sich schwierig, da nur wenige Griechen in der Stadt lebten und sein Verlag auswärts fast unbekannt war, einzig in Venedig ließen sich größere Stückzahlen absetzen.

Aus dieser Not heraus griff er die Idee des Patriarchats nach einer griechischen Druckerei in Konstantinopel auf und verlegte sein Unternehmen dorthin. In Konstantinopel war zwar das Drucken griechischer Schriften verboten, andererseits wohnten hunderttausende von Griechen in der Stadt. Die Jesuiten in der Stadt besaßen zwar bereits eine Druckerei, in der sie ebenfalls Bücher über den Proselytismus der Griechen druckten, waren aber nicht in der Lage, große Mengen zu drucken. 1627 schaffte es Metaxas mit Hilfe des englischen Botschafters, seine Maschinen und seinen Warenbestand an Büchern durch den Zoll zu bekommen und konnte dann für drei Jahre arbeiten. Mit Hilfe des niederländischen Botschafters konnte er auch einen niederländischen Drucker einstellen. Sein erstes Druckwerk war eine Auftragsarbeit, ein kritischer Druck über das Judentum für das Patriarchat. Es war auch die letzte, denn Metaxas hatte sich dem Protestantismus zugewandt.

Er hatte nun beide Kirchen gegen sich. In der Zwischenzeit konnten auch die Jesuiten in der Quantität aufholen und als die Hohe Pforte von den Tätigkeiten von Metaxas erfuhr, musste er seine Druckerei schließen. Er zog mit seinen Maschinen in den Ort Livathos auf Kefalonia, wo er den Betrieb wiederaufnahm. Er erwarb sich den Ruf als bedeutender Verleger auf den Ionischen Inseln.

LiteraturBearbeiten

  • Nil Palabiyik, 'An Early Case of the Printer’s Self-Censorship in Constantinople', The Library, 16.4 (2015): 381–404, [1]
  • Nil Palabiyik, ‘Redundant Presses and Recycled Woodcuts: The Journey of Printing Materials from London to Constantinople in the Seventeenth Century’, Papers of the Bibliographical Society of America 110.3 (2016): 273–298, [2]
  • Hugh R. Trevor-Roper: From Counter-Reformation to glorious Revolution. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-81230-8, S. 102ff.
  • Keetje Rozemond: De drukkerij van Nikodemus Metaxas in Konstantinopel (1627–1628). In: Het Boek. Reihe 3: 37, 1964/66, S. 82–94, ISSN 0774-9465.
  • Letterio Augliera: Libri politica religione nel Levante del Seicento. La tipografia di Nicodemo Metaxas. Primo editore di testi greci nell'oriente ortodosso. Istituto Veneto di Scienze, Lettere ed Arti, Venedig 1996, ISBN 88-86166-29-X (Istituto Veneto di Scienze, Lettere ed Arti – Classe di Scienze Morali, Lettere ed Arti Memorie 62).