Niketas (Bogumilenbischof)

Bischof der Bogumilen in Konstantinopel

Von Niketas, einem 'Bischof' oder 'Papst' der Bogumilen sind keine Lebensdaten bekannt; vielleicht war er der 'Bischof' der Sekte in Konstantinopel. Um das Jahr 1160 erscheint er in der Lombardei um das consolamentum, das einzige Sakrament der Katharer, zu spenden oder zu erneuern und um den dualistischen Glauben zu stärken. Soweit man weiß, gehörte Niketas einer strengen Glaubensrichtung innerhalb der Bogumilen, den sogenannten Dragoviten, an, die sich auf ihren Gründer Simon von Dragovitien beriefen. Der Führer der lombardischen 'Ketzer', ein gewisser Markus, war hingegen ein eher gemäßigter Dualist.

Konzil von Saint-Félix-de-CaramanBearbeiten

Im Jahre 1167 (oder 1170?) erscheint Niketas (im Konzilsbericht Niquinta genannt) auf einem Katharerkonzil (andere gebrauchen den Begriff 'Synode') in Saint-Félix-de-Caraman, bei dem möglicherweise über hundert Teilnehmer anwesend waren; darunter befanden sich:

  • Robert d'Épernon, 'Bischof' der Franzosen, d. h. Nordfrankreichs
  • Markus, 'Bischof' der Lombardei, d. h. Italiens
  • Sicard Cellarier, 'Bischof' von Albi
  • Bernard Raimond, 'Bischof' von Toulouse
  • Guiraud Mercier, 'Bischof' von Carcassonne
  • Raimond de Casals, 'Bischof' von Agen

Von den Ergebnissen des Konzils weiß man wiederum wenig, außer dass eine gewisse Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der 'Katharerbistümer' anerkannt wurde. Darüber hinaus wurden Schiedsrichter benannt, die die Einflussbereiche der verschiedenen 'Katharer-Bistümer' im Süden Frankreichs festlegen und überwachen sollten.

Einige Jahre später (um 1180) erschien ein gewisser Petracius in Italien und ließ Zweifel am moralischen Verhalten Simons von Dragovitien und damit an der Rechtmäßigkeit oder der Wirksamkeit der von Niketas gespendeten bzw. erneuerten consolamenta aufkommen. Für die Ketzerbewegung Italiens bedeutete dies eine tiefgreifende Spaltung.

QuellenBearbeiten

In einer um 1200 datierten italienischen Quelle wird berichtet, dass ein gewisser Papa Nicheta aus Konstantinopel in die Lombardei kam, um den Katharerbischof Markus davon zu überzeugen, dass das ihm gespendete consolamentum ungültig sei. Daraufhin habe Markus eine Erneuerung seines consolamentum aus den Händen von Nicheta erhalten.

Alles, was wir über das Konzil von Saint-Félix-de-Caraman wissen, stammt aus einem – angeblich – im Jahre 1660 von dem ansonsten weitgehend unbekannten Juristen und Historiker Guillaume Besse aufgefundenen Dokument aus dem Jahr 1232/33, welches wiederum die Abschrift eines älteren Textes war. Von den beiden älteren Dokumenten fehlt jede Spur – so bleibt nur die Hoffnung auf die Verlässlichkeit des ursprünglichen Autors, des Kopisten und des Publizisten.

Bei der dürftigen Quellenlage bleibt nur zu hoffen, dass es sich bei 'Papa Nicheta' aus dem italienischen Text und 'Niquinta' aus der südfranzösischen Überlieferung tatsächlich um ein und dieselbe Person handelt.

Siehe auchBearbeiten

Andere 'Katharerbischöfe' waren:

LiteraturBearbeiten

  • Bernard Hamilton, Janet Hamilton, Christian dualist heresies in the Byzantine world c. 650 – c. 1450. Manchester University Press, Manchester 1998 S. 250–253 ISBN 0-719-04764-1

WeblinksBearbeiten