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Neuschlesien

administrativ-territoriale Entität
Lage von Neuschlesien

Neuschlesien war ein kleines preußisches Gebiet, das seit 1795 bei der Dritten Polnischen Teilung an Preußen gefallen war und aus den beiden Kreisen Pilica und Siewierz bestand. Es lag nordwestlich von Krakau und südlich von Tschenstochau.

Das Ländchen umfasste das Herzogtum Sewerien oder Siewierz, mit der gleichnamigen Hauptstadt; es gehörte geschichtlich zu Schlesien. 1359 kaufte Herzog Primislaw von Teschen die Stadt Sewer dem Herzoge Bolko von Schweidnitz und Herrn zu Fürstenberg für 2500 Mark ab, welchen Kauf auch Kaiser Karl IV. noch im selben Jahr bestätigte. 1443 hingegen verkaufte Herzog Wenzel zu Teschen diesen Landstrich für 6.000 Mark Prager Groschen an das Bistum Krakau, welches aber erst drei Jahre hernach zum wirklichen Besitz von Sewerien gelangte. Bis zur Eingliederung des Herzogtums Sewerien als Kreis in die Res Publica (Adelsrepublik Polen-Litauen) kurz vor der letzten Teilung Polens war der Bischof von Krakau vollkommener und unbeschränkter Landesherr dieses souveränen Herzogtums. Die Rechte des Bischofs als Herzog von Sewerien umfasste auch das Recht der Nobilitierung, wobei der Adelsstand aber nur innerhalb der Grenzen des Herzogtums galt.

Die Provinz wurde von Breslau aus verwaltet, lediglich die Justizverwaltung wurde von Petrikau und dann von Kalisch aus besorgt, da die polnischen Gesetze im Lande weiter Geltung hatten und deren Kenntnis in der benachbarten südpreußischen Regierung verbreiteter war. Hauptort war Siewierz, das vorher schon Sitz der Bischöfe von Krakau in ihrer Funktion als Herzöge von Siewierz gewesen war. Nach der Niederlage Preußens in der Vierten Koalition 1807 kam das Gebiet nach dem Frieden von Tilsit zum Herzogtum Warschau und 1815 zum russischen Titularkönigreich Polen.

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