Neuschlesien

administrativ-territoriale Entität

Neuschlesien war ein kleines preußisches Gebiet, das seit 1795 bei der Dritten Polnischen Teilung an Preußen gefallen war und aus den beiden Kreisen Pilica und Siewierz bestand. Es lag nordwestlich von Krakau und südlich von Tschenstochau.

Lage von Neuschlesien
Franz Ludwig Güssefeld-Charte von Neuschlesien1799.png
Neuschlesien auf einer Karte Schlesiens von Franz Ludwig Güssefeld (1799)
Granice Historyczne wokół Zagłębia Dąbrowskiego.png
             Grenzen von Neuschlesien             Grenzen des Herzogtums Siewierz
  • Zagłębie Dąbrowskie

  • Es hatte eine Fläche von 2230 km² und zählte im Jahr 1796 76.634 Einwohner in 17 Städten, 264 Dörfern und 36 Weilern. Der Kreis Siewierz umfasste 9 Städte (Będzin, Koziegłowy, Modrzejów bis 1801, Mrzygłód, Niwki bis 1801, Olsztyn, Siewierz, Sławków und Czeladź) sowie 102 Dörfer und 22 Weiler. Im Kreis Pilica waren 8 Städte (Janów, Kromołów, Lelów, Ogrodzieniec, Pilica, Szczekociny – der kleinere Teil am linken Ufer, Włodowice und Żarki), 162 Dörfer und 14 Weiler.[1]

    Das Ländchen umfasste am westlichen Rand das im Besitz der Bischöfe von Krakau befindliche Herzogtum Sewerien oder Siewierz, mit der gleichnamigen Hauptstadt, sowie Koziegłowy und Czeladź.

    Die Provinz wurde von Breslau aus verwaltet, lediglich die Justizverwaltung wurde von Petrikau und dann von Kalisch aus besorgt, da die polnischen Gesetze im Lande weiter Geltung hatten und deren Kenntnis in der benachbarten südpreußischen Regierung verbreiteter war. Hauptort war Siewierz, das vorher schon Sitz der Bischöfe von Krakau in ihrer Funktion als Herzöge von Siewierz gewesen war. Die 48 römisch-katholischen Pfarreien wurden am 9. Oktober 1800 an das Bistum Breslau angeschlossen (bis 1811). Nach der Niederlage Preußens in der Vierten Koalition 1807 kam das Gebiet nach dem Frieden von Tilsit zum Herzogtum Warschau und 1815 zum russischen Titularkönigreich Polen.

    Neuschlesien wurde oft als der Anfang der historisch-industriellen Landschaft Zagłębie Dąbrowskie betrachtet, weil zu dieser Zeit die industrielle Entwicklung im Gebiet begann. Leopold von Buch zeichnete die erste geologische Karte des Gebiets im Jahr 1805.[1] Die Steinkohle, die die Bürger von Będzin zum Heizen nutzten, sollte nun industriell genutzt werden. Aus dieser Zeit stammt der Name der ersten Zeche im Gebiet aus 1796 sowie des Stadtteils Reden in Dąbrowa Górnicza, denn die nach dem Oberberghauptmann Friedrich Wilhelm von Reden benannt. Die Grube Hoym aus 1797 nicht weit von Reden war die zweitälteste im Gebiet.

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. a b Andrzej J. Wójcik: Dzieje rozpoznania kopalin na obszarze dawnego księstwa siewierskiego oraz pierwszy opis i mapa geologiczno-górnicza regionu. Instytut Historii Nauki PAN, Warszawa 2010 (polnisch, online [PDF]).

    WeblinksBearbeiten