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Neue Ennsburg

Abgegangene Burg im Stadtgebiet von Enns

Die Neue Ennsburg befand sich in der Stadt Enns im Bezirk Linz-Land von Oberösterreich, Reste der Burg sind im Bereich der Straßen Ennsberg 1 und Wiener Straße 9–13 noch zu erkennen.

Neue Ennsburg
Teile der ehemaligen landesfürstlichen Burg (Ennsburg 1a)

Teile der ehemaligen landesfürstlichen Burg (Ennsburg 1a)

Alternativname(n): Anesapurch
Entstehungszeit: um 1000 erste Burg, Neubau nach 1483
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Baureste in Ennser Wohn- und Kaufhäusern verbaut
Ständische Stellung: landesfürstliche Burg
Ort: Enns
Geographische Lage 48° 12′ 46,2″ N, 14° 28′ 46,6″ OKoordinaten: 48° 12′ 46,2″ N, 14° 28′ 46,6″ O
Höhe: 281 m
Neue Ennsburg (Oberösterreich)
Neue Ennsburg

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Für die zweite landesfürstliche Burg nach der Alten Ennsburg am Georgenberg wurden 1475 im Auftrag von Kaiser Friedrich III. mehrere Bürgerhäuser am Ennsberg (Stadtberg) niedergerissen. Diese neue landesfürstliche Burg (im Bereich der ehemaligen Filz- und Schuhfabrik Banholzer, Ennsberg/Wiener Straße) verleiht heute noch mit ihren festen Stützmauern und runden Ecktürmchen dem Stadtbild ein wehrhaftes Gepräge. Für deren Erweiterung erwarb Kaiser Maximilian II. noch eine dem alten Bürgergeschlecht Ennenkel gehörige Behausung.

Auf die bauliche Erhaltung der kaiserlichen Burg war aber offensichtlich nicht die nötige Sorgfalt verwendet worden. Im Jahre 1589 richtete Erzherzog Matthias an seinen Bruder Kaiser Rudolf II. die Bitte, die Geldmittel für die Behebung der Bauschäden zu beschaffen. Der Baumeister Christoph Canavale bezifferte die Kosten der Ausbesserungsarbeiten mit der hohen Summe von 1866 Gulden, da sich die Bedachung in sehr schlechtem Zustand befand und die Böden im kaiserlichen Zimmer, im Saal, in der Tafelstube und finsteren Stube ganz verfault waren. Die schwierige Beschaffung der nötigen Gelder war wohl die Ursache, dass der Bau in Verfall geraten war.

Dies hatte zur Folge, dass teilweise wieder auf die „Alte Ennsburg“ zurückgegriffen, aber letztlich ein Neubau zwischen der alten und der neuen Ennsburg ins Auge gefasst wurde. Für diesen Zweck erlaubte Kaiser Maximilian II. seinem Kaiserlichen Rat Georg Gienger von Rotteneck die Errichtung des jetzigen Schlosses Ennsegg.

Als Inhaber[1] der Vogtei finden sich der Rat Hanns Berthold zu Saxenek und 1630 seine Erben, dann war sie an Christoph Helmhart von Weissenwolf verpfändet. Die Weissenwolfer kauften das Schloß Kaiser Joseph I. ab. Ferdinand Bonaventure von Weissenwolf verkaufte sie 1722 an Thaddä Adam von Khauten. Von den Khauten ging sie an die Freiherren von Rumerskirch. 1816 war Joseph von Rumerskirch Besitzer.

Neue Ennsburg heuteBearbeiten

Nach einem Brand (1730) und Plünderungen durch die Franzosen (1742) blieben nur noch einzelne Teile der landesfürstlichen Burg erhalten. Diese Reste sind in Wohn- und Kaufhäusern verbaut (Ennsberg 1 und Wiener Straße 9–13).

LiteraturBearbeiten

  • Georg Clam Martinic: Burgen und Schlösser in Österreich. Landesverlag im Veritas Verlag, Linz 1991, ISBN 3-85001-679-1, S. o.A.
  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5, S. 161 f.
  • Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1964, S. 40–42.
  • Eduard Straßmayr: Schloß Ennsegg. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins. 102 (1957), S. 137–144, PDF auf ZOBODAT.at.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. Dritter Theil: Der Hausruckkreis. Joh. Christ. Quandt, Linz 1830, Die Burg Enns …, S. 258  (Google eBook). 2. Auflage 1843 (Google Book)