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Nagelsholz

Landschaft (Flur) in der Grenzregion von Spenge, Bielefeld und Werther
Das Nagelsholz in der Region Jöllenbeck, Lenzinghausen und Häger. Blickrichtung: Lenzinghausen

Das Nagelsholz ist eine kleinräumige geografisch nicht abgegrenzte Landschaft (Flur), die sich über Teilflächen der Städte Spenge (Stadtteil Lenzinghausen), Bielefeld (Stadtteil Jöllenbeck) und Werther (Stadtteil Häger) erstreckt. Der Name verweist auf die mittelalterlichen Eigentums- und Herrschaftsrechte: Die Ravensberger Adelsfamilie Nagel war nach den Aufzeichnungen im Ravensberger Urbar von 1556 Leibherr von vier Grundbesitzungen in Jöllenbeck.[1][2]

Die gleichnamige Straße Nagelsholz beginnt an der Bargholzstraße in Jöllenbeck und durchquert über 2,8 km das Nagelsholz in westlicher Richtung und verzweigt sich danach nördlich in Richtung Lenzinghausen und westlich in Richtung Häger.

Karte Landschaft Nagelsholz
Quellteich des Beckendorfer Mühlenbaches (Naturschutzgebiet BI-034)
Richtung Osten: Siek und Quellgebiet des Jöllenbecker Mühlenbaches

Ab den 1960er- bis in die 1980er-Jahre wurden Bestrebungen unternommen, hier einen Regionalflughafen für Ostwestfalen-Lippe zu bauen. Die Planungen für den Flughafen begannen im März 1960 mit einer Konferenz der damaligen Landkreise Bielefeld und Detmold, der IHK Bielefeld und der IHK Detmold. Es wurde nach geeigneten Standorten gesucht, heraus kam das Nagelsholz auf dem Stadtgebiet von Bielefeld und den damaligen Gemeinden Lenzinghausen, heute Stadtteil von Spenge, und Häger, heute Ortsteil von Werther. 1970 wurde die Genehmigung für Bau und Betrieb des Flughafens durch den zuständigen Landesminister erteilt. Dagegen klagte die Stadt Spenge. 1973 wurden Teilflächen von Spenge und Werther in das Gebiet in die Stadt Bielefeld umgemeindet, jedoch nach dem endgültigen Scheitern der Planungen im Laufe des Jahres 1980 am 1. Juli 1982 wieder an die abgebenden Städte zurückgegeben. Der Regionalflughafen wurde nie gebaut.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gertrud Angermann: Zur ältesten Geschichte Jöllenbecks. In: [Walter] Kleine-Doepke: Heimatbuch der Evangelischen Kirchengemeinde Jöllenbeck 1954 anläßlich der 100. Jahrfeier der Kirche. Detmold 1954. S. 10
  2. Horst Ulrich Fuhrmann: Jöllenbeck. Heimat im Wandel der Zeit. Bielefeld 1991, S: 78 ISBN 3-928232-02-9.
  3. Pia Schmutzler: Der Regionalflughafen Bielefeld–Nagelsholz. Kommunale Großprojekte und öffentlicher Widerstand. Bielefeld 2012 (Masterarbeit Universität Bielefeld)

Koordinaten: 52° 6′ N, 8° 29′ O

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nagelsholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien