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Musculus pectoralis minor

Kleiner Brustmuskel
Musculus pectoralis minor
Pectoralis minor.png
Pectoralis minor
Ursprung
3. bis 5. Rippe
Ansatz
Processus coracoideus des Schulterblatts
Funktion
zieht die Schulter nach schräg vorne unten
Innervation
Nervi pectorales medialis und lateralis
Spinale Segmente
C6-C8

Der Musculus pectoralis minor (lat. für „kleiner Brustmuskel“) ist ein Skelettmuskel des Menschen, der vom Musculus pectoralis major abstammt und von dem er völlig bedeckt ist.[1] Bei vierfüßigen Säugetieren sind die Verhältnisse der beiden Brustmuskeln umgekehrt: Der oberflächlich gelegene Musculus pectoralis superficialis ist deutlich schwächer ausgebildet als der darunter liegende tiefe Brustmuskel (Musculus pectoralis profundus).[2]

AnatomieBearbeiten

 
Musculus pectoralis minor.

Seinen Ursprung hat er an der 3. bis 5. Rippe, ca. 1 bis 2 cm von der Knochen-Knorpel-Grenze, manchmal zusätzlich an der 2. oder 6. Rippe[1], und zieht aufwärts zum Processus coracoideus (Rabenschnabelfortsatz) des Schulterblatts. Er ist damit der einzige Schultergürtelmuskel, der nicht an der freien oberen Extremität ansetzt.[3]

Zum einen zieht der Muskel die Schulter nach schräg vorne unten. Darüber hinaus bewirkt er die Einwärtsdrehung des Schulterblatts und dient bei fixiertem Oberarm und Schulterblatt als Atemhilfsmuskel.[1] Innerviert wird der Musculus pectoralis minor von den Nervi pectorales medialis und lateralis (C6-C8) aus dem Plexus brachialis.[3]

Unter dem Musculus pectoralis minor verläuft der mittlere Abschnitt der Arteria axillaris.[4] Seitlich als auch medial des Muskels liegen die Achsellymphknoten.[5]

KlinikBearbeiten

Bei der Lähmung des Musculus pectoralis minor können die zur Horizontalen erhobenen Arme nicht mehr überkreuzt werden. Es ist auch nicht mehr möglich, die Hand der gelähmten Seite auf die Rückseite der anderen Schulter zu führen. Beim Pectoralis-minor-Syndrom kommt es bei starker Abspreizung (Abduktion) und Retroversion zu einer Einengung und Funktionsschädigung des Plexus brachialis und der Achselarterie, die jedoch nur selten bleibende Schäden hervorruft.[6] Eine Reizung der Ansatzsehne (Insertionstendinose) tritt vor allem bei Wurfsportarten, Handballern und Tennisspielern auf.[7] Die gewaltsame Überabspreizung des Arms kann sogar zu einem Abriss der Ansatzsehne des Musculus pectoralis minor führen.[8]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Nigel Palastanga, Roger Soames: Anatomie und menschliche Bewegung: Strukturen und Funktionen. Elsevier, Urban&Fischer, 2014, ISBN 978-3-437-29301-6, S. 54.
  2. Horst Erich König, Hans-Georg Liebich: Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. Schattauer, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-7945-2832-5, S. 185.
  3. a b Werner Platzer: Taschenatlas Anatomie. Georg Thieme, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-13-492010-9, S. 142.
  4. Robert H. Whitaker, Neil R. Borley: Anatomiekompass: Taschenatlas der anatomischen Leitungsbahnen. Georg Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-13-108772-0, S. 22.
  5. Alexander Strauss, Wolfgang Janni, Nicolai Maass: Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Berlin 2009, ISBN 978-3-540-78375-6, S. 93.
  6. Bernhard Heimkes: Orthopädie. Georg Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-13-112945-1, S. 116.
  7. Christine Graf: Lehrbuch Sportmedizin: Basiswissen, präventive, therapeutische und besondere Aspekte. Deutscher Ärzteverlag, 2012, ISBN 978-3-7691-0607-7, S. 260.
  8. Michel Jesel: Neurologie für Physiotherapeuten. Georg Thieme, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-13-132111-4, S. 198.