Micro Focus

internationales Software-Unternehmen mit Sitz in Newbury, Berkshire, Großbritannien

Micro Focus ist ein internationales Software-Unternehmen mit Sitz in Newbury, Berkshire, Großbritannien. Das Unternehmen ist an der London Stock Exchange gelistet und gehört zum FTSE 100 Index. Nach der Übernahme des Softwarebereichs von Hewlett Packard Enterprise gehört Micro Focus mit einem Umsatz von 3,355 Mrd. US-Dollar zu den größten Softwareunternehmen weltweit.[3]

Micro Focus International plc

Rechtsform Public limited company
ISIN GB00BJ1F4N75
Gründung 1976
Sitz Newbury, Berkshire, Vereinigtes Königreich
Leitung Stephen Murdoch
(CEO)
Kevin Loosemore
(Executive Chairman)
Mitarbeiterzahl 12.000 (2020)[1]
Umsatz 3,355 Mrd. US-Dollar (2019)[2]
Branche Software
Website www.microfocus.com

LeistungenBearbeiten

Mit den Lösungen und Dienstleistungen von Micro Focus für Enterprise Application Modernisation, Testing und Software Management können Unternehmen große Software-Anwendungen wie Mainframe-Applikationen modernisieren und optimieren.

Die Modernisierung umfasst die Ergänzung und Erweiterung von bestehenden Applikationen durch Technologien wie Jakarta EE oder das .Net-Framework, sowie die Optimierung von Applikationen auf Mainframe- und Host-Systemen mit kostengünstigen Plattformen wie Windows, Unix und Linux. Mit den Micro Focus Cloud Services können Unternehmen ihre Kernanwendungen vom eigenen Host-System auf eine beliebige Cloud-Plattform verlagern und auf diese Weise Kosten reduzieren und Prozesse vereinfachen. Anfang 2011 hat Micro Focus mit Visual COBOL R3 ein Werkzeug vorgestellt, das wahlweise mit Microsoft Visual Studio oder Eclipse betrieben werden und u. a. COBOL direkt für die Java Virtual Machine übersetzen kann.

Micro Focus bietet außerdem Consulting-Leistungen in den Bereichen Application Portfolio Management, Modernisierung von Enterprise- und Mainframe-Applikationen, Application Development und Qualitätssicherung.

Außerdem gehörten die Marken Novell und SUSE zu Micro Focus International. Im Juli 2018 wurde SUSE an die schwedische Investitionsgruppe EQT Partners AB für 2,5 Milliarden US-Dollar weiterverkauft.

GeschichteBearbeiten

Micro Focus wurde 1976 gegründet und konnte in den folgenden Jahren eine Führungsposition im COBOL-Markt einnehmen. Bekannt wurde das Unternehmen, weil es schon bald eine komplette COBOL-Entwicklungsumgebung für die PC-Plattform anbot, mit der Anwender COBOL-Programme flexibel auf dem PC entwickeln und sie 1:1 auf Mainframes oder andere Systeme portieren konnten.

1999 wurde Micro Focus mit Intersolv zu Merant verschmolzen. Im Juni 2001 verkaufte Merant den Unternehmensbereich Micro Focus an die kalifornische Investorengruppe Golden Gate Capital und Parallax Capital. Seither agiert Micro Focus wieder als völlig selbständiges Unternehmen.

Micro Focus hat in den letzten Jahren sein Portfolio durch eine Reihe von Akquisitionen erweitert. So wurde 2006 die italienische HAL Knowledge Solutions SPA, ein Hersteller von Application-Portfolio-Management-Software, übernommen. 2007 erwarb Micro Focus den COBOL-Anbieter Acucorp und 2008 NetManage, ein Unternehmen, das Software zur Umwandlung von Applikationen in Web-basierte Lösungen entwickelt. 2009 übernahm Micro Focus den Software-Hersteller Borland und von Compuware die Geschäftsbereiche „Application Testing“ und „Automated Software Quality“. 2014 erwarb Micro Focus die Attachmate Group mit den Tochterfirmen Novell und SUSE.[4] Am 21. November 2014 wurde die erfolgreiche Fusion (Merger) beider Unternehmen bekannt gegeben.[5][6]

Im Jahre 2016 folgte die Übernahme von Serena Software für 540 Millionen US-Dollar sowie für 2,5 Milliarden US-Dollar der Erwerb großer Softwarebereiche von Hewlett Packard Enterprise. Die HPE-Aktionäre behalten 50,1 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen, das im Zuge einer umgekehrten Fusion Aktien für 6,3 Milliarden US-Dollar ausgibt.[7]

Im März 2018 verlor Micro Focus 56 Prozent seines Börsenwertes, weil sie eine Gewinnwarnung ausgesprochen haben. Diese begründeten sie damit, dass die Integration der Softwaresparte von HP schwerer sei als gedacht.[8] Im gleichen Jahr verkaufte Micro Focus SUSE an den Investor EQT.[9]

Im Juli 2020 kaufte Micro Focus die Cybersecurity-Firma ATAR Labs.[10]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Our Unique Approach. In: About Micro Focus, 2020. Auf MicroFocus.com (englisch), abgerufen am 30. November 2020.
  2. Micro Focus International Aktie. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. Juli 2019; abgerufen am 13. September 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.finanzen.net
  3. Micro Focus Completes Merger with HPE Software Business, Creating One of World’s Largest Pure-play Software Companies | Micro Focus. Abgerufen am 18. September 2017.
  4. Proposed Merger Between Micro Focus and the Attachmate Group to Create a Leading Global Infrastructure Software Company | Micro Focus. Abgerufen am 30. Oktober 2020.
  5. Micro Focus schließt Fusion mit Attachmate Group. In: www.microfocus.de. 21. November 2014, archiviert vom Original am 12. Juli 2015; abgerufen am 12. Juli 2015.
  6. Leon Spencer: Micro Focus finalises $1.2b merger deal with Attachmate. Abgerufen am 30. Oktober 2020 (englisch).
  7. HP Enterprise verkauft Software für 2,5 Milliarden Dollar. In: www.golem.de. 9. September 2016, abgerufen am 9. September 2016.
  8. UK tech giant Micro Focus plunges in value. In: BBC News. 19. März 2018 (bbc.com [abgerufen am 26. August 2020]).
  9. https://www.reuters.com/breakingviews/eqt-spins-micro-focus-misfortune-into-gold-2021-04-26/
  10. Micro Focus buys Istanbul-based ATAR Labs to expand its enterprise security services. Abgerufen am 30. Oktober 2020 (amerikanisches Englisch).