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Ortsgemeinschaft Melanes
Τοπική Κοινότητα Μελάνων (Μέλανες)
Melanes (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Südliche Ägäis
Regionalbezirk Naxos
Gemeinde Naxos und Kleine Kykladen
Gemeindebezirk Naxos
Status Ortsgemeinschaft
Geographische Koordinaten 37° 5′ N, 25° 26′ OKoordinaten: 37° 5′ N, 25° 26′ O
Höhe ü. d. M. 159 m
Fläche 11,809 km²[1]
Einwohner 652 (2011[2])
LAU-1-Code-Nr. 67020109

Melanes (griechisch Μέλανες (m. pl.)) ist ein Dorf im Westen der Kykladeninsel Naxos. Gemeinsam mit drei kleineren Dörfern bildet es die Ortsgemeinschaft Melanes (Topiki Kinotita Melanon Τοπική Κοινότητα Μελάνων) im Gemeindebezirk Naxos der Gemeinde Naxos und Kleine Kykladen in der griechischen Region Südliche Ägäis.

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

 
Melanes mit Kourounochori

Die Ortsgemeinschaft Melanes nimmt im Westen von Naxos eine Fläche von 11,809 km²[1] ein. Sie wird aus den Dörfern Melanes, Agios Thaleleos, Kourounochorio und Myli gebildet. Westlich der Ortsgemeinschaft grenzt der Stadtbezirk Naxos an, im Norden und Nordosten liegen Galini, Engares und Kinidaros im Osten Chalkio sowie im Süden Potamia und Galandos.

Das Dorf Melanes liegt westlich oberhalb eines wasserreichen und fruchtbaren Tals. In geringer Entfernung liegen östlich auf der anderen Talseite unterhalb der Straße nach Kinidaros Myli und nordöstlich Kourounochorio. Agios Thaleleos liegt talabwärts etwa 1,7 km nordwestlich an der Straße nach Chora.

GliederungBearbeiten

Das Dorf Melanes zählte von 1835 bis 1912 zur damaligen Gemeinde Vivlos.[3] Mit der Gründung als Landgemeinde Melanes (Kinotita Melanon Κοινότητα Μελάνων) wurde 1912 auch Agios Thaleleos eingemeindet, 1920 folgten Kourounochori und Myli. Die Fusion mit weiteren zehn Landgemeinden zur Gemeinde Drymalia wurde im Rahmen der Gemeindereform 1997 durchgeführt.[4] Seit der Verwaltungsreform 2010 hat Melanes den Status einer Ortsgemeinschaft (Τοπική Κοινότητα Topiki Kinotita) im Gemeindebezirk Drymalia der Gemeinde Naxos und Kleine Kykladen.

Einwohnerentwicklung von Melanes[5]
Name griechisch 1835[3] 1920 1928 1940 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011[2]
Melanes Μέλανες (m. pl.) 275 273 307 318 387 411 377 370 374 417 414
Agios Thaleleos Άγιος Θαλέλαιος (m. sg.) 093 117 144 150 132 100 082 070 073 106
Kourounochori Κουρουνοχώρι (n. sg.) 104 113 258 138 186 159 121 111 110 105
Myli Μύλοι (m. pl.) 112 109 092 120 093 057 050 049 027
Gesamt 275 582 664* 720 767 849 729 630 605 649 652

* einschließlich Grambouni 15 Einwohner, Kambones 3 Einwohner

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kouros von Flerio
Kouros von Flerio

Bekannt ist der Ort durch den 5,5 Meter hohen und etwa 5 bis 7 Tonnen schweren Kouros von Flerio, der in einem bäuerlichen Garten von Melanes liegt. Beide Beine der unvollendeten Statue sind abgebrochen. Ein weiterer, zweiter Kouros von Flerio liegt auf dem Gebiet von Potamia, 300 m südwestlich in einem antiken Steinbruch.

Der 9 Meter große Koloss der Naxier wurde ebenso in diesem Steinbruch gewonnen, nach Naxos transportiert und auf der Insel Delos verschifft.

Die Steinbrüche bei Melanes wurden lediglich vom 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr. genutzt.[6] Unweit des Ortes Melanes bei Kinidaros befinden sich die heutigen Steinbrüche von Naxos-Marmor.

Quellheiligtum bei Flerio
Antike Wasserleitung

Von der wasserreichen Gegend Flerio wurde in antiker Zeit eine 11 km lange Wasserleitung zur Versorgung der Stadt Naxos angelegt. Sie war vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. in Betrieb und wurde zweimal umgebaut. Bereits in der frühesten Bauphase war es erforderlich einen Berg nördlichen des Quellgebiets zu durchtunneln. Möglicherweise diente der 230 m lange Tunnel auch zum Sammeln zusätzlicher Wassermengen aus der Gegend um Kinidaros. Der erste Umbau in römischer Zeit behielt die ursprüngliche Route annähernd bei, ein Steinkanal ersetzte die antiken Tonröhren. Im 4. Jahrhundert n. Chr. wurden ähnlich der ersten Konstruktion wieder Tonröhren verwendet. Die Wasserleitung folgt der Grenzlinie zwischen tiefer gelegenen landwirtschaftlichen Flächen und den unfruchtbar höher gelegenen, um die Bewässerung von Kulturen entlang der Strecke über Verteilertanks zu ermöglichen.[7][8]

Jesuitenkloster Kalamitsia

Die Ruine des Jesuitenklosters südlich von Melanes bei Kalamitsia ist eine Mischung aus lokaler und westlicher Architektur. Es besteht neben dem palastartigen zweigeschossigen Hauptgebäude aus einer Kapelle, Nebengebäuden wie Taubenhaus, Stallungen und Küchen. Im terrassierten Garten mit Stützmauern, Treppen und Zisternen waren auch Baumpflanzungen angelegt. Die weitere Umgebung wird für Olivenpflanzungen genutzt. Der Bau der Anlage wurde wahrscheinlich zwischen 1679 und 1681 unter dem Abt Roberto Sauger begonnen. Die gesamte Anlage ist durch mangelnde Instandsetzung, Plünderung und Nutzung für die Tierhaltung in einem schlechten Erhaltungszustand.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Nationaler Statistischer Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ) nach Volkszählung 2001, S. 113 (PDF, 793 kb)
  2. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  3. a b Regierungsblatt des Königreichs Griechenland (ΦΕΚ) Nr. 4 vom 10. März 1835
  4. Κεντρική Ένωση ∆ήµων και Κοινοτήτων Ελλάδας, Ελληνική Εταιρία Τοπικής Ανάπτυξης και Αυτοδιοίκησης (Hrsg.): Λεξικό ∆ιοικητικών Μεταβολών των ∆ήµων και Κοινοτήτων (1912–2001). 2 (Τόμος Β, λ–ω). Athen 2002, ISBN 960-7509-47-1, S. 106.
  5. Einwohnerzahlen von Melanes 1920–2001, Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch)
  6. Luca Giuliani: Der Koloss der Naxier. In: Luca Giuliani (Hrsg.): Meisterwerke der antiken Kunst. S. 19. C. H. Beck Verlag, München 2005. ISBN 3-406-53094-X Online verfügbar.
  7. The ancient aqueduct of Flerio, Naxos (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hydriaproject.net (englisch)
  8. Vassilis Lambrinoudakis, Alexandra Sfyroera: Συντήρηση και ανάδειξη του αρχαίου υδραγωγείου Νάξου και του Ιερού των Πηγών στις Μέλανες. Ειδικός Λογαριασμός Έρευνας Πανεπιστημίου Αθηνών, Athen 2010, ISBN 978-960-466-063-6, S. 30 (Volltext).
  9. Η εξοχική έπαυλη των Ιησουιτών στα Kαλαμίτσια Νάξου. Ένα μνημείο σε κίνδυνο! (griechisch)