Meinhard I. (Görz)

Graf von Görz

Meinhard I. (Geburtsdatum nicht belegbar; † 1142) aus dem Geschlecht der Meinhardiner war Vogt von Aquileja[1] und Graf (als Graf von Görz erst in seinem Todesjahr urkundlich genannt).

Wappen der Albertiner Linie, Grafen von Görz, im Ingeram-Codex, 1459

AbstammungBearbeiten

Der Vater war nach Dopsch/Meyer Graf Meginhard (III.) aus dem oberen Lurngau um Lienz. Eine Urkunde des Patriarchats von Aquileia von ca. 1120/1121 beweist, dass Pfalzgraf Engelbert I. (von Bayern, † 13./15. Dezember ab 1122//23) sein Bruder war[2].

Wegen des hohen Altersunterschiedes von 15/20 Jahren wird vermutet, dass die beiden verschiedene Mütter haben, die in den Quellen nicht genannt werden.

LebenBearbeiten

Meinhard erscheint erstmals 1120/21 in der unter Anm. 2 genannten Urkunde des Patriarchats von Aquileia, dessen Vogt er war. Da er um 1120 selbständig handelt, muss er mindestens 14 Jahre alt sein und spätestens 1106 oder früher geboren sein. Die bei Wiesflecker zum Juni 1117 angeführte Urkunde ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Fälschung.[3] In einer nicht datierten, ca. 1120 vermuteten Schenkung des Patriarchen Ulrich von Aquileia an eine Johanniskirche sind die Brüder Meinhard I. und Engelbert I. mit involviert.[4] Im Jahr 1139 gibt es Beschwerden von Dörfern des Patriarchats wegen ungerechter und rücksichtsloser Steuereintreiber des Vogtes Meinhard.[5] Im Januar 1142 ist Meinhard in Regensburg Zeuge für König Konrad III.[6] 1142 (ca.) übergibt Meginhardus comes de Gorza im Sterben für das Kloster St. Peter in Salzburg drei Weinberge.[7] Dies ist seine letzte Erwähnung, nach dem Nekrolog von Aquileia und Millstadt starb er am 14. September.

FamilieBearbeiten

Meinhards Frau war Elissa, eine Tochter von Graf Poto von Schwarzenburg in Bayern und dessen Frau Petrissa. Elissa wird in einer überlieferten Urkundenabschrift des Bischofs Reginmar von Passau ca. 1130 als Gräfin von Görz genannt.[8] Sie ist spätestens 1103/1104 geboren und wird ca. 1155/1157 letztmals erwähnt. Die Zuordnung dieser Schwarzenburger ist unsicher, da weder von Elissas Eltern, noch von den in der teils verfälschten Urkundenüberlieferung genannten Brüdern eine weitere Quelle vorliegt. Elissa allein ist später nochmals belegt.

In den Quellen sind vier Kinder des Ehepaars erwähnt:

Graf Engelbert II. von Görz, Vogt von Millstatt (erstmals genannt 1132 als Graf von Eberstein, † 13./16. Januar ca. 1189)..

Graf Heinrich I. (Görz), (erstmals genannt 1139, † 10./11. Oktober 1148/1149).

Beatrix, Nonne im Kloster S. Maria in Aquileia, (genannt [1146 - 1161 Aug. 9], † 11. Dez. nach [1146 - 1161 nach Aug. 9]).

Tochter N.N. (* spätest. 1127/28, erwähnt ca. 1155/1157) ∞ Edlen Otto II. von Lengenbach/Rehberg (1120, † 16. Mai ab 1161).

LiteraturBearbeiten

  • Heinz Dopsch, Therese Meyer: Von Bayern nach Friaul. Zur Herkunft der Grafen von Görz und ihren Anfängen in Kärnten und Friaul, Krain und Istrien, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Band 65, München 2002, S. 293 - 370; siehe Stammtafel S. 307, S. 309 - 315.
  • Reinhard Härtel: Görz und die Görzer im Hochmittelalter, in: MIÖG, 110. Band, Heft 1-2, S. 1 – S. 66, siehe S. 6-47.
  • Philipp Jedelhauser: Die Abstammung von Bischof Bruno von Brixen, Graf von Kirchberg (Iller) mit Exkurs zu Gräfin Mathilde von Andechs, Ehefrau von Graf Engelbert III. von Görz sowie Stammtafel der Grafen von Görz, in: Adler, Zeitschrift für Genealogie und Heraldik, 28. Band, April/September 2016, Heft 6-7, S. 277–341. Zu allen oben genannten Geburtsdaten, Ersterwähnungen und Sterbedaten siehe Stammtafel der Görzer S. 322 mit folgender Kommentierung nach Quellen zu den genannten Personen.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pietro Kandler: Codice Diplomatico Istriano, Band I, Triest 1862–1865 (ND Triest 1986), Nr. 128, S. 255, Aquileia 1125, Spitzenzeuge: Meinardus advocatus ( Vogt).
  2. Cesare Scalon: Diplomi patriarcali. I documenti dei patrarchi aquileiesi anteriori alla meta del XIII secuio nell`Archivio capitolare di Udine,Quaterni e dispense dell` Istituto di storia dell` Universita degli Studi di Udine 8, Udine 1983, Nr. 4, S. 27f., ca. 1120/1121, ... a Mengynardo de Gurica pro beneficio fratres sui Engelini...
  3. Hermann Wiesflecker: Die Regesten der Grafen von Görz und Tirol, Pfalzgrafen in Kärnten, I. Band, Innsbruck 1949, Nr. 176, S.49, Friesach , 1117 Juni 9.
  4. Hermann Wiesflecker, wie oben , I. Band, Nr. 177, S. 49, (1120 ca.), das Original der Urkunde ist verschollen.
  5. Hermann Wiesflecker, I. Band, Nr. 204, S. 57, Cividale 1139.
  6. Hermann Wiesflecker I. Band, Nr. 208, S. 58, Regensburg Januar 1142.
  7. Stiftsarchiv Erzabtei St. Peter, Sig. Handschrift A1, Traditionscodex M, Nr. 321, S. 100, undatiert. Die Diskussion und Ableitung der Datierung siehe unter Literatur bei Jedelhauser, S. 325f.
  8. Roman Zehetmayer u. a.: Niederösterreichisches Urkundenbuch, 1. Band, Nr.(+) 17 3-8, S. 578 - 584 sowie S. 590-592, 1129 nach August 7 / 1130 nach August 7.
VorgängerAmtNachfolger
Engelbert I.Graf von Görz
1122–1142
Heinrich II.