Mehmet Tarhan

türkischer Wehrdienstverweigerer

Mehmet Tarhan (* 1978) ist ein türkischer Regierungsangestellter[1], der aufgrund von Wehrdienstverweigerung inhaftiert wurde.[2] Tarhan wurde zum maximalen Strafmaß einer vierjährigen Haftstrafe in einem Militärgefängnis verurteilt.[3] 2006 wurde er nach mehreren Monaten Gefängnisaufenthalt wieder freigelassen.

Sexuelle OrientierungBearbeiten

Während seiner Zeit als Regierungsangestellter arbeitete Tarhan mit der KAOS GL (einer unabhängigen politischen und kulturellen LGBT-Bewegung) und Lambda Istanbul zusammen. Der homosexuelle Tarhan erklärte, dass seine sexuelle Ausrichtung das Motiv für seine Infragestellung des Militärdienstes gewesen seien.

Das türkische Militär wertet Homosexualität als eine „psychosexuelle Krankheit“ und verlangt „rektale Examinierung“ und visuelle „Evidenzen“, um Homosexualität zu beweisen.[1] Tarhan wollte nicht als „krank“ klassifiziert werden, und strebte stattdessen an, als Wehrdienstverweigerer zu gelten.[2] Das brachte ihm die Gefängnisstrafe ein, was internationale Kritik auslöste.

Internationale ReaktionenBearbeiten

Seine Inhaftierung rief inner- und außerhalb der Türkei zahlreiche Proteste hervor, z. B. von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und dem türkischen Nobelpreisträger Orhan Pamuk.[4][5][6]

Gegen die türkische Journalistin und Schriftstellerin Perihan Mağden wurde in der Türkei wegen des Verfassens einer Kolumne zur Unterstützung für Tarhan und seines Aufrufs zur Wehrdienstverweigerung ein Gerichtsverfahren eingeleitet. Außerdem verlor sie ihren Arbeitsplatz.[5][7]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b "For there was no shelter under which I could hide..." Interview with Mehmet Tarhan for the Spanish newspaper Diagonal, January 2005, access June 11, 2006.
  2. a b London Flyer from Refusing to Kill, accessed June 11, 2006.
  3. Author stands trial on charges of turning Turks against military service (Memento des Originals vom 21. Juli 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thenewanatolian.com by Susan Fraser, The New Anatolian, via Associated Press, June 8, 2006, Access June 11, 2006.
  4. "A question of conscience: Orhan Pamuk defends Turkey's wittiest and most controversial female columnist"@1@2Vorlage:Toter Link/books.guardian.co.uk (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. by Orhan Pamuk, The Guardian Unlimited, Books Section, June 3, 2006, accessed June 7, 2006.
  5. a b Popham, Peter: Leading Turkish writer faces jail after incurring wrath of military, The Independent. 7. Juni 2006. Archiviert vom Original am 15. Oktober 2007  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/news.independent.co.uk. Abgerufen am 29. Dezember 2007. 
  6. Amnesty International public statement on Mehmet Tarhan, December 9, 2005. Accessed June 11, 2006.
  7. The Perihan Magden case by Alev Adil, New Statesman, Accessed June 7, 2006.

WeblinksBearbeiten