Meerkatze (Schiff, 1944)

Fischereischutzschiff des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Die Meerkatze war ein Fischereischutzschiff des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Meerkatze p1
Schiffsdaten
Flagge Deutschland Deutschland
Schiffstyp Fischereischutzschiff
Rufzeichen DBFM
Eigner Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Bauwerft Schiffs- und Maschinenbau AG Mannheim
Stapellauf 1943
Verbleib 1981 verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 56,6 m (Lüa)
Breite 8,8 m
Tiefgang (max.) 4,7 m
Vermessung 673 BRT
 
Besatzung 24
Maschinenanlage
Maschine 9-Zylinder Halberg-Sulzer-Zweitakt-Dieselmotor
Maschinen­leistung 1000 PS bei 340/min.
Höchst­geschwindigkeit 12 kn (22 km/h)

Sie diente der Fischereiüberwachung und der Betreuung und Versorgung der Besatzungen von Fischereifahrzeugen in der Nordsee sowie der Wetterbeobachtung. Auch meeresbiologische Untersuchungen konnten an Bord durchgeführt werden.

Die Meerkatze war ursprünglich als Wasserversorger der Kriegsmarine konzipiert und war für den Einsatz bei der Marineausrüstungsstelle Pillau vorgesehen.[1] Sie lief 1943 als letztes von vier Schiffen der Klasse auf der Werft der Schimag in Mannheim vom Stapel. Der Bau wurde jedoch im Oktober 1944 gestoppt, da die Rheinmündung zu dieser Zeit bereits von den Alliierten besetzt war und das Schiff daher nicht abgeliefert werden konnte.

Die HAPAG kaufte 1947 das Schiff, um es im Inselverkehr einzusetzen. Ab Dezember 1949 wurde es jedoch auf der Mützelfeldtwerft in Cuxhaven zum Fischereischutzboot umgebaut und am 7. Mai 1950 zunächst vom Bundesverkehrsministerium. Spätestens 1952 wurde es vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übernommen.[2]

Für den technischen Hilfsdienst standen Taucher- und Schleppeinrichtungen sowie Unterwasserbrennschneider und Bergungsgeräte zur Verfügung. Die Meerkatze führte Ersatzteile mit sich, um Maschinen und Geräte von Fischereifahrzeugen vor Ort reparieren zu können. An Bord befanden sich ein Hospital mit 32 Betten, ein Operationssaal, ein Röntgengerät, eine Wetterstation sowie ein medizinisches und ein Forschungslabor. Die Leistungen des Schiffes für die Fischereiflotte waren nicht kostenpflichtig.

Am 14. September 1974 wurde das Schiff außer Dienst gestellt. 1975 ging es unter dem Namen Decca Explorer an die Decca Navigation Ltd. nach Panama. Im April 1981 wurde es in den Niederlanden verschrottet.

Literatur Bearbeiten

  • Otto Mielke: Der Schutzengel der Hochseefischer. Fischereischutzboot „Meerkatze“. Moewig, München 1956. (SOS – Schicksale deutscher Schiffe, Band 85)
  • Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945, Band 5: Hilfsschiffe II: Lazarettschiffe, Wohnschiffe, Schulschiffe, Forschungsfahrzeuge, Hafenbetriebsfahrzeuge, Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1988, ISBN 3-7637-4804-0.
  • Hans Georg Prager, Orkan in Höhe Bäreninsel. Sieben Wochen Eismeerfahrt. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1958.

Fußnoten Bearbeiten

  1. Gröner, S. 124
  2. Handbuch für die deutsche Handelsschiffahrt 1952/1953. Bundesminister für Verkehr (Hrsg.). Rauschenbusch, Stollhamm (Oldb)/Berlin 1952, ISSN 0431-588X, Abschnitt IV (nach dem Stand vom 1. Juli 1952), S. 55.