Majid Bekkas

marokkanischer Musiker

Majid Bekkas (* 1957 in Salé als Abdelmajid Bekkas[1]) ist ein marokkanischer Musiker (Oud, Gimbri, aber auch Gesang und Gitarre), der international sowohl in der Weltmusik als auch im Jazz hervorgetreten ist.

Madjid Bekkas, Africa Festival Würzburg 2015
Majid Bekkas, Aarhus, Dänemark 2011

Leben und WirkenBearbeiten

Bekkas wuchs überwiegend in Zagora auf; er entstammt einer Gnawa-Familie. Als Jugendlicher spielte er Banjo in Jil-Gruppen wie Nass El Ghiwane. Am Konservatorium für Musik und Tanz in Rabat studierte er seit 1975 klassische Gitarre und Oud. In der Gnawamusik wurde er von Ba Houmane unterwiesen. Von 1981 bis 1983 war er auf verschiedenen Posten in der Verwaltung tätig.[1] Nach ersten Erfahrungen mit eigenen Bands in den 1980er Jahren gründete er 1990 sein Trio Gnaoua Blues Band, dem er versuchte, Blues und Gnawamusik aufeinander zu beziehen. In den nächsten Jahren bezog er auch Elemente des Jazz ein und spielte mit zahlreichen Jazzmusikern zusammen. (Unter anderen mit Louis Sclavis, Archie Shepp, Randy Weston, Peter Brötzmann, Joachim Kühn oder Hamid Drake). Seit 1996 ist er künstlerischer Leiter des Festivals Jazz au Chellah in Rabat.

Bekkas trat auf internationalen Festivals wie WOMEX Sevilla 2003, Grenoble Jazz Festival oder Schloss Elmau als Solist, im Trio oder auch in weltmusikalischen Projekten mit großem Erfolg auf. Ramón López lud ihn 2002 ein, an seinem Tributalbum für Roland Kirk mitzuwirken. 2006 gründete er ein Trio mit Joachim Kühn und Ramón López, das im August 2013 sein fünftes Album vorgelegt hat. Mit Klaus Doldinger und Passport trat er 2006 zunächst in Marokko auf, woran sich seither wiederholt Auftritte in Deutschland anschlossen.[2] Weiterhin nahm Bekkas auch Titel mit den deutschen Jazzmusikern Chris Hinze oder Uwe Kropinski auf.

Preise und AuszeichnungenBearbeiten

Mit dem Titel „Daymallah“ ist Bekkas auf der Sammel-CD Desert Blues 2 vertreten, die von führenden Musikjournalisten und -produzenten für das renommierte Roots-Magazin zur besten Kompilation des Jahres 2002 gewählt wurde. 2004 erhielt er für sein Album Mogador (mit Flavio Boltro) den Django d’Or.[3] Das Album Passport to Morocco von Klaus Doldingers Band Passport, an dem er als Gastmusiker und Komponist maßgeblichen Anteil hatte, erhielt 2009 aufgrund der Verkaufszahlen einen German Jazz Award. 2010 wurde Bekkas der Al-Farabi-Preis vom Comité National de la Musique in Marokko für seine Bemühungen um die marokkanische Musik verliehen.[4]

Diskographische HinweiseBearbeiten

  • African Gnaoua Blues, mit Rachid Zeroual, Khalid Kouhen, Paolo Radoni und Marc Lelangue (IglooMondo, 2001)
  • Nomad Spirit, mit Abaji, Djivan Gasparian, Ramesh Shotham (Network, 2005)
  • Passport to Morocco, als Gastmusiker der Band Passport mit Klaus Doldinger u. a., (Warner 2006)[5]
  • Kalimba, mit Joachim Kühn und Ramón López (Act Records, 2007)
  • Marula in All mit Uwe Kropinski, Michael Heupel, Aly Keïta (Morgenland Records, 2008)
  • Out of the Desert, mit Joachim Kühn und Ramón López (Act Records, 2009)
  • Makemba, mit Louis Sclavis, Minino Garay, Aly Keïta, Serge Marne, Abdelfettah Houssaini, Abdessadek Bounhar, Rachid el Fadli, Joseph Bessam Kouassi, (IglooMondo, 2010)
  • Chalaba, mit Joachim Kühn und Ramón López (Act Records, 2011)
  • Mabrouk, mit Ablaye Cissoko und Khalid Kouhen (Bee Jazz, 2013)
  • Magic Spirit Quartet (ACT, 2020, mit Goran Kajfeš, Jesper Nordenström und Stefan Pasborg)[6]

DokumentarfilmeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Tobias Richtsteig, Majid Bekkas: Ich muss diese Mischung zusammenbringen Jazz Podium 2/2011: 30

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Aujourd'hui le Maroc, 18. August 2008@1@2Vorlage:Toter Link/www.aujourdhui.ma (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Johannes Zink: Eine glückliche Landung: Klaus Doldinger beweist Klasse in der Philharmonie. Abgerufen am 13. Mai 2020.
  3. Maghress: Django D'Or pour Majid Bekkas
  4. Prix «Al Farabi» : Majid Bekkas : «L’African Gnaoua Blues». In: ALBAYANE. 13. Dezember 2010, abgerufen am 13. Mai 2020 (fr-FR).
  5. Klaus Doldinger's Passport* - Passport To Morocco. Abgerufen am 13. Mai 2020.
  6. Nordischer Jazz trifft auf Gnawa-Gesänge (Jazz-CD der Woche; NDR)