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Mainbogen

S-förmige Schleife des Mains in Hessen, Deutschland
Satellitenaufnahme des Mainbogens. Links die östlichen Stadtteile von Frankfurt mit Osthafen und Oberhafen, in der Bildmitte unten die Stadt Offenbach. In der oberen Flussbiegung der Schultheis-Weiher

Der Mainbogen – auch Offenbacher Mainbogen[1] und Fechenheimer Mainbogen[2] genannt – ist eine mehrere Kilometer lange, S-förmige Schleife des Mains in Hessen. Der Fluss markiert an dieser Stelle die gemeinsame Stadtgrenze von Frankfurt am Main und Offenbach am Main.[2]

LageBearbeiten

Der Mainbogen erstreckt sich von der Mainkur im Osten bis zu dem im Westen gelegenen Offenbacher Hafen. Der Fluss umkurvt an dieser Stelle am rechtsseitigen Ufer den Stadtteil Frankfurt-Fechenheim. Am linksseitigen Ufer liegen ein Naturschutzgebiet mit Wiesen, Feldern und dem Schultheis-Weiher sowie der Offenbacher Stadtteil Bürgel und Offenbach.

Landschaft und InfrastrukturBearbeiten

In seinem südlichen Bogen überquert die Carl-Ulrich-Brücke den Fluss und verbindet dort Fechenheim mit Offenbach für den Straßenverkehr. An beiden Ufern wird der Mainbogen von mehreren Wanderwegen begleitet. Dazu zählen der Main-Radweg, der Hessische Radfernweg R3 (am linken Ufer), der Mainuferweg (beide Ufer) sowie ein Abschnitt des GrünGürtel-Radrundwegs (linkes Ufer). Am rechten Mainufer entlang führt der historische Fechenheimer Leinpfad, ebenso liegen dort mehrere Sportflächen.[2] In seinem weiteren Verlauf Richtung Offenbacher Innenstadt befinden sich in unmittelbarer Nähe zum linken Flussufer das Isenburger Schloss, der Büsing-Park mit dem Lili-Tempel und dem Büsing-Palais sowie die Apartmentanlage Mainpark. Diese sind teilweise nur durch die auf dem Maindamm verlaufende Mainstraße vom Ufer getrennt.

Auf der rechten Mainseite liegt entlang des Mainbogens die Gemarkung des Frankfurter Stadtteils Fechenheim. Auch hier finden sich große Freiflächen und ein Campingplatz. Die größtenteils landwirtschaftlich genutzten Flächen südlich von Frankfurt-Fechenheim, die zum Frankfurter Grüngürtel gehören, sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen[2] und dienen als Überschwemmungsgebiet. Im Hochwasserfall wird dadurch der Druck auf den Offenbacher Maindamm verringert. Diese Flächen bilden die größte zusammenhängende Flussaue im Frankfurter Stadtgebiet.[3]

Im oberen Mainbogen verbindet nur der 1981 erbaute Arthur-von-Weinberg-Steg als Fußgänger- und Radwegbrücke Bürgel mit Fechenheim. Der Steg dient zusätzlich als Gerüst für die Rohrleitungen der Firma AllessaChemie zwischen Fechenheim und Offenbach. Im Rahmen einer Erneuerung des aus dem Jahre 1893 stammenden Maindamms in Offenbach sollen sämtliche dort stehenden Bäume gefällt werden. Bei der anstehenden Sanierung sollen der Deich neu aufgebaut werden und neue Bäume gepflanzt werden.[4] Eine am rechten Uferweg zwischen Mainkur und Carl-Ulrich-Brücke befindliche Pappel-Allee musste zur Gefahrenabwehr 2010 teilweise gefällt beziehungsweise stark beschnitten werden.

Der Offenbacher Mainbogen, Blick nach Nordwesten. Links im Bild die Carl-Ulrich-Brücke, in der Mitte des unteren Bildrandes das Isenburger Schloss; am gegenüberliegenden Flussufer die Gemarkung von Frankfurt-Fechenheim

PlanungenBearbeiten

Im Januar 2015 berichtete das Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main, dass auf der Frankfurter Seite des Mainbogens das Gelände langfristig wieder naturnah gestaltet werden soll. Zu den über die kommenden Jahre nach erfolgter Flurbereinigung geplanten Maßnahmen sollen Flussauen gehören, die von einem mäandrierenden Seitenarm des Mains durchflossen werden. Ferner soll ein Teil des Geländes weiterhin als Ackerfläche genutzt werden.[5]

RenaturierungBearbeiten

Im Jahre 2015 wurden im Bereich des Mainbogens einzelne kleine Altwasserteiche angelegt. 2016 wurden 2,3 Mio. €, das sind mehr als drei Viertel der Gesamtkosten, vom Land Hessen für erste Maßnahmen in den Jahren bis 2020 zur Verfügung gestellt. Auf den zur Stadt Frankfurt am Main gehörenden Flächen soll parallel zum Main ein Nebenarm von etwa 700 Metern Länge entstehen. Hierzu muss der alte Treidelpfad Fechenheimer Leinpfad aufgegeben werden. Man hofft, dass durch das neue Gewässer Lebensräume und Laichgebiete für einheimische Fischarten entstehen werden und dass sich der Storch wieder in der Umgebung ansiedeln wird.

In weiteren Bereichen des Mainbogens soll auf längere Sicht ein größerer Flussarm neu angelegt werden. Die 134 Eigentümer der dazu benötigten, bisher landwirtschaftlich genutzten, ca. 1000 Grundstücke sollen an anderer Stelle in Frankfurt neue Grundstücke erhalten oder finanziell entschädigt werden.[6]

LiteraturBearbeiten

  • Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt (Hrsg.): Stadtgewässer – Flüsse, Bäche, Altarme entdecken. Frankfurt 2004

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jörg Muthorst: Offenbacher Mainbogen: Radweg wird verlegt. In: fr-online.de. 12. August 2009, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  2. a b c d Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt (Hrsg.): Die GrünGürtel Freizeitkarte. 7. Auflage, 2011
  3. Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt (Hrsg.): Stadtgewässer, S. 21
  4. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Ausgabe vom 23. September 2010, Seite 58
  5. Auenlandschaft statt Ackerfläche, in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Januar 2015, Seite 31
  6. Auftakt für eine neue Auenlandschaft in FAZ vom 14. Januar 2016, Seite 30

Koordinaten: 50° 7′ 23″ N, 8° 46′ 23″ O