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Lorenz Schröter

deutscher Schriftsteller und Journalist
Lorenz Schröter bei seiner Weltumradelung in einer Unterkunft in Fujian (China, 1989)

Lorenz Schröter (* 11. Mai 1960 in München) ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist.

LebenBearbeiten

Nach dem Besuch der Waldorfschule in München wurde Lorenz Schröter Anfang der 1980er-Jahre als Punk-Musiker bekannt. Zusammen mit Florian Süssmayr (Klavier) und Ian Moorse trat er unter dem Namen Lorenz Lorenz auf.[1] Er studierte Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss 1986 mit dem Magister ab. Im Anschluss startete er eine Journalistenlaufbahn. Er schrieb unter anderem für die Magazine Elaste und Tempo und machte seine ersten Hörfunkerfahrungen im Zündfunk auf Bayern 2. Er verfasste zwei popliterarische Erzählbände[2] und zwei Opern.[3]

Zwischen 1987 und 1989 fuhr Schröter auf dem Fahrrad um die Welt. Er verschliss dabei fünf Räder. Sein Weg begann und endete in München und führte ihn durch Nordafrika, Asien und über Mittelamerika zurück nach Europa. Während dieser Zeit schickte er immer wieder Reiseberichte, die er auf Musikkassette aufgesprochen hatte, an die Redaktion des Zündfunks, die von dem Regisseur Nikolai von Koslowski in der Reihe „Blitzventil“ aufbereitet und in unregelmäßigen Abständen im Zündfunk gesendet wurden. Ab 1993 lebte er für drei Jahre auf Cheung Chau, einer kleinen Insel vor Hongkong.

Für die Zeitschrift Tempo reiste Lorenz Schröter 1991 nach Los Angeles, um den Schauspieler Klaus Kinski zu interviewen. Weil sich Kinski nach einem Erstkontakt auf einem Parkplatz dem fest vereinbarten Treffen verweigerte und nur noch mit dem Autor telefonierte, schnitt Schröter die in LA geführten Telefonate auf Tonband mit. Sie erschienen 2006 als Originalton-Hörspiel unter dem Titel „Die Kinski-Bänder“ im WDR.[4]

Im Jahr 1998 zog er mit dem Poitou-Esel Bella vom Hunsrück aus nach Magdeburg. Darüber schrieb er seinen ersten Roman und ein Hörfunk-Feature. 1999 war er kurze Zeit Redakteur beim Zeitmagazin. Seine Hommage an das Meer „Das kleine Kielschwein“ wurde in vier Sprachen übersetzt. In dieser Zeit, um 2006, arbeitete er auch für die Zeitschrift Mare.[5]

Heute schreibt Schröter Radio-Features für diverse Hörfunksender der ARD. Er lebt in Berlin und hat eine Tochter.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Lorenz Lorenz: Die Einsamkeit des Amokläufers. Triviale Kurzgeschichten. Du Bist So Gut zu Mir, Cassetten- u. Zeit-Vertrieb Menz (Selbstdruck). München. 1982.
  • Lorenz Lorenz: Die Nacht des Fehlers. 4 kurze und 2 lange Erzählungen. Trikont Verlag. Duisburg. 1986. ISBN 3-88974-153-3
  • Mein Esel Bella oder Wie ich durch Deutschland zog. Rotbuch-Verlag. Hamburg. 2000. ISBN 978-3-434-54507-1
  • Venuspassage. Rotbuch-Verlag. Hamburg. 2001. ISBN 3-434-53077-0
  • Lucy. Rotbuch-Verlag. Hamburg. 2002. ISBN 3-434-53110-6
  • Die Geschichte der Tour der France. Hörbuch. Hoffmann und Campe. NDR Audio. Hamburg. 2003. ISBN 3-455-32016-3
  • Das kleine Kielschwein. Ein Handbuch allererster Kajüte. Marebuchverlag. Hamburg. 2006. ISBN 978-3-86648-051-3
  • Das Buch der Liebe. Antje Kunstmann Verlag. München. 2007. ISBN 978-3-88897-484-7

Hörspiele und Radio-Features (Auswahl)Bearbeiten

  • 2006 Die Kinski-Bänder, Regie: Thomas Wolfertz (WDR)
  • 2006 Schachmatt. Die dritte Partie des Bobby Fischer, Regie: Nikolai von Koslowski (WDR)
  • 2007 Besser als Sex. Die Besteigung des Kilimanjaro (SWR)
  • 2008 Ich schreibe bald - du wirst staunen, Regie: Detlef W. Meissner (WDR)
  • 2009 Die Würde des Menschen (NDR)
  • 2009 Armut ist Diebstahl, Regie: Nikolai von Koslowski (WDR)
  • 2010 Kreuz und queer. Das kurze und abenteuerliche Leben der Prophetin und lesbischen Soldatin Anastasius Lagrantinus Rosenstengel, Regie: Nikolai von Koslowski (WDR)
  • 2010 Hemingways Insel (SWR)
  • 2010 Die Asse (NDR)
  • 2012 Zum toten Juden, Regie: Thomas Wolfertz (WDR)
  • 2012 Sexy sells, (NDR)
  • 2013 Ein Fest gegen die BRD (BR)
  • 2013 Das Herz ist ein Vollidiot, Regie: Thomas Wolfertz (WDR)
  • 2014 Mördergrube, Regie: Thomas Wolfertz (WDR)
  • 2014 This is not love song (Die Geschichte von Nora Forster und Ari Up) – auch Regie (Feature – BR)
  • 2018 Die Kongo-Prinzessin, Radiodokumentation über Odette Maniema Krempin, Regie: Nikolai von Koslowski (WDR)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lorenz Lorenz waren u. a. Vorgruppe des englischen Avantgarde-Duos Throbbing Gristle.
  2. Peter Mühlbauer: Von der Aktionskunst zur Literatur. In: Telepolis. 25. Oktober 2007. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  3. Die Oper „Das gewisse Etwas“, Rationaltheater, 1983. „Cowboys am Matterhorn“, Münchner Stadtmuseum, 1985.
  4. Vgl. Lorenz Schröter: Die Kinski-Bänder oder Gottes letztes Interview. DRadio Kultur. 18. Februar 2009. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  5. Lorenz Schröter bei Mare (Memento des Originals vom 23. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mare.de. Profil und Textauszüge. Abgerufen am 14. Juli 2013.